Freitag, 9. November 2012

Abtreibung, immer noch kein öffentliches Thema?



Die namenhaften TV-Sender verdienen ihr Geld immer wieder damit, Teenagermütter zu filmen und jedes Mal stellt sich mir die Frage: Warum denkt eine 14 Jahre alte Hauptschülerin, die raucht und wirklich keine Lust hat, sich der Verantwortung zu stellen, nicht an eine Abtreibung?
In den, im Volksmund als Hartz-4-TV bezeichneten Sendungen, wird dieses Thema selten auch nur erwähnt. Dabei sind Abtreibungen doch gerade für diese Situation „gemacht“.

Wenn ich an mich selbst denke oder daran, wie ich z.B. mit 16 Jahren war, wüsste ich wie meine Entscheidung ausgegangen wäre. Ich hätte abgetrieben.

Wenn ich ein Leben in diese Welt setzen möchte, dann mit dem gewissen Feingefühl und der nötigen Vorbereitung. Ich möchte auf gar keinen Fall sagen, dass alle Teenagermütter besser abgetrieben hätten! Ich kenne selbst viele gute Beispiele, doch leider zeigen die Medien auch immer wieder andere Seiten.

Mütter setzen ihre Kinder aus.

Mütter töten die ungewollten Babys und bewahren sie im Tiefkühlfach auf.

Aber warum sind diese Mütter dann erst Mütter geworden?

Dass eine Abtreibung für den Körper und den Geist kein Spaziergang ist, ist denke ich Jedem bewusst.  Doch scheinen Sprüche wie: „Jeder sollte selbst entscheiden dürfen“  zumindest in der  Gesellschaft noch immer nur Sprüche zu sein.  Viele Frauen fürchten sich vor der Reaktion ihres Umfeldes, des nächsten Freundes, der besten Freundin… fühlen sich sogar als Mörderinnen.

Abtreibung ist kein Mord, sonst wäre es nicht gestattet. Die Chance auf Leben ist mit dem Leben selbst noch nicht gleichzusetzten.

Ich empfinde es als seltsam, wie sehr einige Menschen sich für das Recht eines winzigen Zellhaufens, aus dem mit Sicherheit ein sehr netter Mensch werden könnte, aussprechen und dabei in so vielen anderen Dingen Abstriche machen. Schließlich fragt niemand seinen Kater, ob es für diesen in Ordnung ist, wenn er keine Kinder mehr zeugen kann.  Darüber regt sich niemand auf, vielleicht noch darüber, dass kleine, niedliche Katzenbabys getötet werden.
Hätte die Katze mal besser abgetrieben!

Zugegeben bin ich in diesem Punkt nicht sehr objektiv, denn ich möchte keine Kinder und kann mich nur sehr schwer mit ihnen anfreunden.

Das Thema Abtreibung sollte in jedem Fall mehr Aufmerksamkeit bekommen, denn gerade in Deutschland gibt es sehr gute Beratungsstellen, die leider nicht in allen Fällen in Anspruch genommen werden.

Schlussendlich ist es natürlich immer die Entscheidung der Frau, in deren Körper sich die Chance auf Leben entwickelt, und das ist auch gut so. 



J.W.Gacy

Kommentare:

  1. Ich kann deinen Standpunkt gut nachvollziehen, trotzdem kann ich verstehen, wenn Frauen vor einer Abtreibung zurückschrecken, manche weil ihre Religion es vielleicht verbietet (auch wenn ich das persönlich nicht gut finde), manche weil sie der Gedanke plagt, das aus dem was sie da 'beseitigen' neues Leben hätte werden können. Ich habe in letzter Zeit auch das eine oder andere Mal darüber nachgedacht, was ich tun würde, wenn ich jetzt auf einmal schwanger werden würde, und ich kam zu keinem Ergebnis. Ich will keine Kinder, einerseits weil ich weiß dass ich als Mutter nichts, aber auch gar nichts taugen würde, andererseits weil ich mich zu sehr davor fürchte, was Schwangerschaft und ein Kind mit meiner Psyche anstellen könnten. Aber ich glaube, dass eine Abtreibung mir auch nicht leicht fallen würde. Es geht ja dabei auch nicht nur darum, über die Chance auf Leben eines neuen Menschen zu entscheiden, sondern die Frau entscheidet dabei ja auch darüber, wie ihr eigenes Leben von diesem Punkt an weiterverläuft. Das 'was wäre gewesen, wenn ich das Kind bekommen hätte?' ist vielleicht die Frage, die einen dann im Nachhinein viel mehr beschäftigt als die, ob Abtreibung Mord ist oder nicht.

    Das Ganze ist schon ein ziemlich heikles Thema... ich denke auch, dass die beispielhafte 14-jährige rauchende Hauptschülerin ganz sicher kein Kind bekommen sollte. Da stellt sich dann auch die Frage, inwiefern man sowas von außen bestimmen darf - wenn man weiß, dass eine Frau ihr Kind im Mutterleib so durch ihr Verhalten schädigt, dass es mit schweren Schädigungen zur Welt kommen wird, was macht man dann? Ist es eher im Sinne des Ungeborenen, es leben oder sterben zu lassen?...

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  2. Danke für dein Kommentar! Tatsächlich ist mir die: was wäre Wenn-Frage gar nicht in den Sinn gekommen! Aber ich muss dir Recht geben, sicher werden sich viele an dieser Frage *hochziehen* und sie nicht mehr aus ihrem Kopf lassen! In meinem Fall würde sich das wahrscheinlich eher positiv auswirken, da ich immer daran denken müsste wie wenig ich mich mit der Mutterrolle anfreunden könnte!

    Auch bei der Mitbestimmung geben ich dir recht. Ich finde es auch sehr seltsam das der Vater des potenziellen Kindes gar kein Recht bei dieser Endscheidung hat, obwohl auch er in beiden Fällen( ob das Kind nun bekommen oder der Zellhaufen abgetrieben wird) sein Leben damit verbingen muss.

    Es sind auf jeden Fall einige Dinge die in dieser Thematik noch nicht ausführlich genug diskutiert wurden!

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  3. Als Mann würde ich es furchtbar finden,nicht mitbestimmen zu dürfen, ob das Kind leben darf oder sterben soll!

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  4. Ich finde deinen Ausdruck nicht so schön! Denn wir reden ja nicht über ein Kind sonders eine MÖGLICHES Kind... Dennoch ist es natürlich schon dirkussionsanregent das die potenziellen Väter eben keine Endscheidungsgewalt besitzen! Was nach der Unterdrückung der Frau aber auch verständlich ist, wenn auch nicht immer fair!

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  5. Ich denke mal, man braucht eine gewisse Reife, um eine solch' schwerwiegende Entscheidung treffen zu können.
    Früher dachte ich auch immer ganz naiv, ich könnte nie abtreiben, Mord, blabla.
    Aber jetzt finde ich es a) unverantwortlich, es überhaupt so weit kommen zu lassen, wenn man kein Kind will, Verhütung ist ja wohl das Einfachste von der Welt. Aber natürlich können manchmal ungeahnte Situationen auftreten (und damit meine ich nicht die Dummheit, stockbetrunken einfach mal auf's Gummi zu verzichten, macht ja mehr Spaß ohne, hust. Den Fall habe ich nämlich im engeren Freundeskreis auch schon gehabt.) und dann muss man sich entscheiden, aber bevor man einem Lebewesen ein schlechtes Leben schenkt, da man einfach nicht über die nötigen Mittel (und damit meine ich nicht nur Finanzen) verfügt, sollte man es vielleicht wirklich einfach lassen, bevor man (im Krassesten Fall natürlich, aber gutes Beispiel) wirklich als 16 Jährige "Partymaus" mit Hauptschulabschluss und ohne Freund sich sein eigenes Leben und vor allem das Leben des möglichen Kindes total versaut.

    Aber ganz radikal muss ich sagen, dass jemand, der sich reif für Sex fühlt, auch reif für die Konsequenzen sein sollte und endweder wirklich ein Kind großziehen kann, oder zumindest die Eier für eine Abtreibung hat und sich seiner Entscheidung bewusst ist...

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  6. Ich finde es eh schon ziemlich bedenklich das die jugend eigendlich keine kinder wollen und am ende schwanger sind . Wer sex hat und keine kinder kriegen will kann und sollte verhüten . Und dank bravo muss man zur aufklärung über kondome und co nicht zum artz oder mutter , etc ...
    Zu dem sollte jeder der sex hat auch überlegen was er damit und macht wie um geht klar betrunken etc ...aber abtreibung ist doch gemacht für "ausrutscher".
    Wenn man dann sagt ich kann ncit abtreiben wegen mord etc gefühlen es gibt babyklappen oder man gibt es zur adoption frei immer noch besser als leben eine chance geben und dann töten . Zudem muss man bedenken das abtreibung nur geht wenn man noch ganz am anfang der schwangerschaft ist und somit spürt das was ein kind wird noch nichts...Es hat seine gründe warum abtreibung nur am anfang geht .

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  7. Ich stimme euch beiden zu! Wer Sex hat, sollte sich bewusst sein was das bedeutet!

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