Sonntag, 17. Februar 2013

Genauere Kategorisierung von Serienkillern


Hallo und Willkommen zum Serienkiller - Sonntag.

Ich hoffe, die Serie macht euch Spass.

Nun, heute dringen wir noch weiter in die Psyche und Denkweise von Serienkillern ein, und zwar wird es heute um dieGrobeinteilung gehen (die gar nicht mal so grob ist, wie man erst meinen mag).

Es gibt zwei sehr divergierende Haupttypen unter den Serienkiller und einen Mischtypen, bei dem die Besonderheit ist, dass sich der Mischtyp von Typ A zu Typ B entwickeln kann, nicht aber in die entgegengesetzte Richtung (das werde ich noch genauer erklären).



Grundsätzlich wird zwischen dem Organisierten Serienkiller (Organized Nonsocial Offender) und dem Disorganisierten Serienkiller (Disorganized Asocial Offender) unterschieden. Ich werde sie hier ONO und DAO abkürzen.
Ein Organisierter Serienkiller kann im Laufe der Zeit zu einem Diorganisierten Serienkiller werden, aus einem Disorganisierten kann aber kein Organisierter werden, je unbedachter er bei der Tatsausführung vorgeht und wenn sein Trieb zu Töten überhand nimmt.

Zuerst einmal eine tabellarische Aufstellung der grundlegenden Punkte, beide Typen sind sehr spiegelbildlich, aber eben jeweils in eine andere Richtung tendierend.

Organized Nonsocial Offender - Organisierter SerienkillerDisorganized Asocial Offender - Disorganisierter Serienkiller
überdurchschnittliche Intelligenz (im Durchschnitt haben ONOs einen IQ von 123)Intelligenzdurchschnitt ist sehr niedrig, niedriger als normal (IQ unter 90)
gehen methodisch vor, planen ihre Tathandeln impulsiv, ohne Planung
sozial angepasst, mit Freunden und Familiesozial isoliert und unangepasst, Einzelgänger
suchen sich ihre Opfer bewusst aus, stalken diese oftnehmen ein Zufallsopfer, dass gerade in ihre groben Kriterien passt
inszenieren Tatort oder die Überreste des Opfers oftmachen sich mit den Überresten in der Regel keine Mühe
sind sehr bedacht in ihrem Vorgehen, passen auf, dass sie nicht gefasst werden, verwischen Spuren etc.keine besonderen Vorsichtsmassnahmen, kein Spurenverwischen
sind stolz auf ihre Taten, verfolgen die Ermittlungen etc.haben oft bereits Vorstrafen und eine Vorgeschichte mit psychischen Problemen und/ oder Gewaltbereitschaft

Der ONO hat also, wie oben in der Tabelle dargestellt, eine überdurchschnittliche Intelligenz, der Durchschnitts -IQ ist allgemein zwischen 85 und 115 angesiedelt, mittlerweile hat man sich auf eine Normierung von 90 - 110 geeinigt, der "Normaldurchschnitt" würde also demnach bei 100 liegen. Ab einem IQ von 130 redet man in der Regel von einer intellektuellen Hochbegabung.
Der Fakt, dass der Durchschnitts IQ von ONOs also bei 123 liegt, legt nahe, dass nicht wenige der organisierten Täter hochbegabt waren/sind.

Demnach ist es also auch nicht weiter verwunderlich, dass diese Täter sehr methodisch und geplant vorgehen, ihre Treiber sehr gut unter Kontrolle haben und mit Bedacht vorgehen.
Sie suchen sich ihre Opfer ganz bewusst nach ihren besonderen Kriterien aus, nicht selten beobachten sie ihre zukünftiges Opfer über einen längeren Zeitraum, lernen so die Gewohnheiten des Opfers kennen und lernen, wie und wann sie am Besten zuschlagen, ohne Aufsehen zu erregen oder irgendwelche Zeugen zu haben.
Eine andere, nicht minder schlaue, Vorgehensweise, ist das Spezialisieren auf ein Opfer, nach dem schlicht und einfach nicht gesucht werden wird, das nicht so schnell vermisst wird und/oder eben freiwillig mit einem Fremden mitgeht und das nicht selten, wie Prostituierte oder eventuell illegale Immigranten oder ähnliche Gruppen, bei denen die Wahrscheinlichkeit, dass sich Angehörige an die Behörden wenden, gering ist.

Das Opfer wird also entführt oder weggelockt, dann gefoltert und getötet und schliesslich "entsorgt", der Ort, an dem das Opfer vom Täter entführt oder gefunden wurde, ist also ein anderer als der Tatort und in der Regel ist der Auffindeort des Opfers wieder ein anderer. Das erschwert die Ermittlungen enorm, was natürlich dem Täter zu Gute kommt und auch so geplant ist.
Sie haben (absolute) Kontrolle über die Tat und den Tatort, das heisst, sie stellen sicher, dass sie keine Spuren hinterlassen, sei es durch das Auslegen von Plastikplanen oder das Niederbrennen des Tatorts etc. Das setzt ein Grundwissen über die Arbeitsweise der Ermittlungsorgane voraus, sowie einen Wissensschatz über forensische Arbeitsweise. Sie nehmen zum Beispiel das Opfer auseinander, und entsorgen die Körperteile getrennt voneinander (diese Täter haben nicht selten Fachwissen darüber, wie man einen Körper schnell und effizient zerlegt, sei es als Metzger oder als Arzt / Chirurg ) , entfernen die Zähne aus dem Kiefer, um eine orthodentologische Identifizierung des Opfers zu verhindern oder entfernen Hände und Füße, um eine Identifizierung anhand von Abdrücken zu verhindern oder zumindest zu erschweren.

Zudem informieren sie sich sehr genau über die Ermittlungen und wie diese Vorangehen. Nicht selten bieten sie an, zu helfen, in dem sie als falsche Zeugen fungieren und bleiben so nahe an den Ermittlungsarbeiten dran.

Auch ist ein Kontaktieren von Ermittlungsbehörden und / oder der Presse nicht selten, damit machen sie sich lustig über die Behörden und wollen ihre Sicherheit, bezüglich des Faktes, dass sie schlauer sind und nicht gefasst werden können, so wie ihre Erhabenheit über Alles, demonstrieren.

Der ONO ist in der Regel nicht nur sozial angepasst (ich habe es bereits erwähnt, die sogenannte "Mask of Sanity" ), sondern sozial integriert und sehr aktiv, sei es als Mitglied der Kirchengemeinde, des Stadtrates oder ähnliches. Sie haben in der Regel einen Beruf, dem sie mit Erfolg nachgehen, sind bei Kollegen und Chef beliebt, etc. Sie haben Freunde, nicht selten sogar eine Familie und Kinder, sie sind die netten Nachbarn von nebenan, denen man solche Gräueltaten niemals zugetraut hätte.

Der DAO hingegen ist von unterdurchschnittlicher Intelligenz, was unter anderem erklärt, warum dieser Typus es mit der Kontrolle über die eigenen Triebe schwer hat.
Er begeht seine Taten in der Regel impulsiv, der Drang, zu töten überkommt ihn und er muss diesem nachgeben, er kann ihn nicht kontrollieren oder aufschieben.
Während der ONO plant, ist der DAO bei der Wahl seines Opfers weitaus weniger penibel und wählerisch, er nimmt quasi, was er gerade bekommen kann.
Auch ist er bei der Entführung des Opfers nicht so vorsichtig, wie sein organisierter Gegenpart, sondern stürzt sich einfach auf sein Opfer, und führt dann aus, was in ihm gerade so hochkommt, nicht selten bestimmte Rituale, die er, wie im Zwang und Wahn, ausführen muss.
Nicht selten gehören dazu Nekrophilie ( sexuelle Akte mit einer Leiche), Kannibalismus, Folter, Verstümmelung.

Tatort und Auffindort des Opfers sind beim DAO in der Regel der Gleiche. Er macht sich keine Mühe, das Opfer zu verscharren oder die Identifikation des Opfers zu erschweren, über so etwas macht sich der disorganisierte Serienkiller meist keinerlei Gedanken.

Auch, wenn sie sich nicht sonderliche Mühe machen, Spuren zu verwischen, ist die Erfassung eines DAO dennoch nicht leicht, einfach weil die Taten sehr anonym sind und nach Aussen extrem Zusammenhanglos erscheinen.

Sie sind das, was man als "Loser" beschreiben würde, ohne oder mit nur sehr wenigen sozialen Kontakten, keinem Job oder nur einem kleinen Hilfsjob ab und an mal, aus dem sie in der Regel schnell wieder entlassen werden. Sie haben oft eine längere Geschichte von psychischen Problemen und sind nicht selten bereits vorbestraft, wegen Gewalt - und / oder Sexualverbrechen, nicht selten auch eine Akkumulation von Kleinverbrechen wie Ladendiebstahl, etc.



Nächsten Sonntag werde ich auf die verschiedenen Hauptmotive von Serienkillern eingehen.
Ich hoffe, der Beitrag hat euch gefallen.
Liebe Grüsse aus Colorado, eure Alicja.

Kommentare:

  1. Total interessant,ich lese immer weiter!
    Gestern kam übrigens auch ein Film über einen Serienmörder, so n Typ von nebenan.."In meinem Himmel" hiess es,fand ich so toll und traurig zugleich.
    xoxo
    Margarita

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  2. Ich fand den Beitrag sehr interessant und geradezu gruselig faszinierend.

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