Donnerstag, 11. April 2013

Das Ticken der Uhr... (Teil 1)

In meiner Familie gibt es viele Geschichten, die einem das Blut in den Adern gefrieren lassen und heute möchte ich Euch eine ganz besondere erzählen.


Meine Ur-Großmutter war immer ein sehr wichtiger Bestandteil meines Lebens, und sie war es auch, die sich zum großen Teil um meine Erziehung kümmerte. So kam es das ich in meiner Kindheit viel Zeit bei ihr verbrachte. Mein Opa war zu diesem Zeitpunkt schon lange tot, er starb vor meiner Geburt.
Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie die Uhr das erste Mal aufhörte zu ticken.

Wie alt ich genau war, kann ich nicht mal sagen, doch ich schätze mich auf ein Alter von 5-6. Auf jeden Fall ging ich noch nicht zur Schule und verbrachte mal wieder ein Wochenede bei meiner Oma.
Die besagte Uhr stan wie immer im Wohnzimmer, auf dem großen, dunklen Holzschrank.
Der Abend kam und meine Oma brachte mich ins Bett. Ich durfte immer mit in ihrem Doppel-Bett schlafen, auf der Seite auf der zu Lebzeiten noch mein Opa geschlafen hatte. Sie las mir eine Geschichte vor und legte sich dann selbst hin. Bis hier war es wie immer.

Ich schlief wie immer wohlbehütet in meinem Bettchen, als mir plötzkich jemand an den großen Zeh griff.
Ich schreckte aus dem Schlaf und sah eine helle Gestalt vor mir, es dauerte einen Moment bis ich erkannte das es mein Opa war.
Da ich ihn nur von Fotos in schwarz-weis kenne, dauerte es bis ich ihn auch in Farbe erkannte.
Er hielt seinen Gehstock hoch und sagte: "Schnell, Oma liegt im Bad!"
Panisch rannte ich los und fand meine Oma, im Badezimmer.
Sie war hingefallen und hatte sich den Kopf angeschlagen.
Ich rief den Krankenwagen, sie wurde eingeliefert und ich musste zu einer Nachbarin.
Doch glücklicherweiße geschah nichts weiter.
Nach ein paar Tagen, wurde sie entlassen und war wieder ganz die Alte.
Das die Uhr stehen geblieben war, hielt sie für einen Zufall und das ich Opa gesehen hatte, schob sie auf mein junges Alter und meine Fantasie.

Ein paar Monate später, war ich wieder bei meiner Oma.
Die Uhr tickte fröhlich vor sich hin, während ich mit meinen Barbie-Puppen spielte.
Meine Oma war dabei Katoffelpuffer zu machen, mein Lieblingsessen.
In Gedanken versunken spielte ich, so dass mir die plötzliche Stille erst gar nicht auffiel.
Die Uhr hatte aufgehört zu ticken.
Ich sah mich um und blickte zum Schrank hinauf.
Sie war stehen geblieben.
Etwas verwirrt sah ich die Uhr an und rieb mir über den Bauch, ganz plötzlich war mir schlecht geworden.
Ich rief nach meiner Oma, doch sie kam nicht. Also ging ich die Küche.
Herzinfarkt.

Doch auch das schaffte meine Oma.
Sie war die stärkste Frau der Welt...
93 Jahre ist sie geworden, hat den 2. Weltkrieg überstanden und mich nie für mein Aussehen verurteilt, sie war einfach die Beste!

 Doch die Geschichte der Uhr ist noch nicht zuende...




Kommentare:

  1. Von der gruseligen Uhr hast du schon mal gebloggt...

    Du hast wirklich eine tolle Uroma gehabt, Justine! Ich glaube, jedes Kind hätte von ihr geträumt :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja sie war einfach super ...
      Die Welt hätte mehr Menschen wie sie gebraucht!

      Löschen