Donnerstag, 9. Mai 2013

Interview: "Werke eines großen Meisters"

Wie bist du auf die Idee für dein Buch gekommen?

Oha, die Frage die man einem Autor niemals stellt, weil da kein Autor jemals eine gute Antwort drauf hat. (Das hab ich zumindest mehrfach so gelesen, ob es stimmt ist nun eine andere Frage) und das gleich zu Anfang. Ich will trotzdem mal versuchen eine schöne Antwort hinzubekommen:


Also, nachdem ich eine völlig überschwengliche Reaktion auf eine meiner Kurzgeschichten bekam und die Person gar nicht glauben konnte, daß diese aus meiner Feder kommt, war ich mit einem Male furchtbar motiviert ein Buch zu schreiben. Aber dieses Buch sollte anders sein, was neues, was frisches. Meine kleinen grauen Zellen waren sofort am rattern: Ein Roman, in dem Kurzgeschichten eingebettet sind, das wäre es doch und wenn ich sowas schon mache, dann sollten da auch gleich noch ein paar Gedichte rein. Oh ja, das klingt schon mal gut. Dann könnte ich das ganze ja in der Traumwelt spielen lassen, da sind ja alle möglichen Geschichten möglich. Vielleicht ja jemand der in einem Buch in der Traumwelt Geschichten liest. Oh ja und was, wenn seine eigene Geschichte dort auch noch niedergeschrieben ist? Ja, das klingt toll … Ein Bibliothekar aus der Traumwelt, der von Morpheus auf eine Mission in die Realität geschickt wird und dabei ein Buch bei sich trägt, daß seine eigene Geschichte und dazu auch noch Kurzgeschichten enthält … Ja das wäre es doch …

So ungefähr war das damals. Die Ideen sind damals mit einem Male einfach nur so aus mir herausgesprudelt und ich war gar nicht mehr zu halten.

Wie lange hat es gabraucht dein Werk zu verfassen?

Lange. Ich habe an dem Buch wirklich mehrere Jahre geschrieben. Immer mal wieder mit Pausen. Von den ersten Worten bis zur jetzigen Version hat es ungefähr 5 Jahre gebraucht. Allerdings habe ich in dieser Zeit an ein paar weiteren Manuskripten gearbeitet. Von daher klingen diese fünf Jahre nun wesentlich dramatischer als sie letztendlich waren. Außerdem hat mir das Schreiben immer sehr viel Spaß gemacht.

Wie hat sich dein Hauptcharakter entwickelt?

Die Grundzüge waren eigentlich sofort und schnell da. Verträumt (weil Bibliothekar und Traumwelt) ein wenig weltfremd und tolpatschig (siehe obige Klammer + den Fakt, daß er deshalb nicht allzuviele Erfahrungen mit der Realität gemacht hat). Wahnsinnig geschichtenverliebt (siehe erste Klammer mit Betonung auf Bibliothekar). Natürlich hat er während des Schreibens immer mal ein paar neue Facetten dazubekommen. Aber das hat sich alles sehr natürlich entwickelt. Der eigentliche Schapo stand aber schon kurz nach der Idee zum Buch. Irgendwie hat sich das ganze Buch eh sehr organisch und natürlich entwickelt, so als ob alles so sein müsse, wie ich das geschrieben habe.

Was brauchst du um gut arbeiten zu können?

Vor allen Ruhe! Einen Computer mit einem Textverarbeitungsprogramm. Einen Raum, in dem ich laufen kann. Ich kann, wenn ich laufe einfach besser denken. Deshalb denke ich auch sehr oft, wenn ich durch die Gegend laufe über meine Geschichten nach.

Was hälst du von anderen "Indie-Autoren"?

Die Indieautorenszene ist noch sehr jung. Hier herrscht absoluter Pioniergeist und Goldgräberstimmung. Was aber auch bedeutet, daß diese Szene sehr schillernd ist. In ihr findet man genauso halbgare Publikationen, von Leuten die ohne viel Aufwand einfach mal ein Buch schreiben wollten, wie Autoren, die sich einfach von ihren Verlagen nicht mehr gängeln lassen wollen. Außerdem gibt es dort immer mal wieder Autoren, die sehr gut, aber nicht mainstreamhaft genug für die heuteige Verlagsszene schreiben. Aber mal ganz ehrlich: Wer will denn heute noch die x-fachmillionste Kopie eines tausendfach gelesenen Buches lesen?

Sprich: In der Indieszene findet man alles, auch jede Menge sehr guter Autoren (die sich wie alle Künstler, die mit Begeisterung und Herzblut dabei sind, meinen Respekt verdient haben). Es ist eine spannende Bewegung und ich bin mir sicher, daß sie die viel zu verkrustete deutsche und internationale Kulturszene in vielfacher Art sehr positiv und nachhaltig beeinflussen wird.

Worauf dürfen sich deine Leser als nächstes freuen?

Unter anderem auf einen zweiten Teil der Meisterwerke, der in meinem Kopf schon völlig fertig geschrieben ist, aber seinem Weg auf das Papier noch nicht gefunden hat. Keine Angst „Werke eines großen Meisters“ ist ein in sich völlig schlüssiges und fertiges Buch. Trotzdem habe ich noch eine weitere Geschichte über Schapo Klack und der Traumwelt in Petto, die einfach danach schreit auf Papier gebannt zu werden.

Außerdem habe ich noch ein paar noch nicht völlig abgeschlossene Manuskripte hier rumfliegen. Unter anderem einen Fantasyroman, der sich mit Religionen und dem Kern der Warhehit beschäftigt. Dann eine sehr freche und humorvoll geratene Kurzgeschichtensammlung, die einfach Spaß macht und ein paar sehr frische Ideen enthält, ihr werdet schon sehen. So wie es aussieht bleibe ich meine Stil wohl treu. Humorvoll, spannend, sehr fantasyvoll verträumt und immer mal wieder zum Nachdenken anregend.

Was möchtest du in deinen Lesern hervorrufen?

Uff, das ist gar nicht mal so einfach. Ich kann dir spontan sagen, daß ich mit meinen Geschichten etwas Schönes schaffen will, etwas, daß sich zu lesen lohnt. Geschichten mit Herz und Verstand.

„Werke eines großen Meisters“ sollte – um es mal als Beispiel anzuführen – vor allen drei Charakterzüge haben:

1. Es sollte Verträumt sein, eine märchenhafte Welt, von der man sich gerne verzaubern und entführen läßt.


2. Sollte es zum Nachdenken und Philosophieren anregen.


3. Und schließlich sollte es sich nicht allzu ernst nehmen und voller Humor stecken.

Das tolle ist, daß mein Plan völlig aufgegangen ist. Wenn du dir die Rezensionen anschaust, so wird immer wieder meine Sprache und mein Humor gelobt. Dann findet es der eine Rezensent toll, daß er in dieser Geschichte richtig schön träumen kann. Der andere schreibt wieder, wie toll er es fand über das ein oder andere nachzudenken.

Uff! *schweiß abwisch* Es ist wirklich so gelungen wie ich es wollte. ;) Und ganz ehrlich: Darauf bin ich schon ein wenig stolz.

Vielen lieben Dank Justine, für das Interview. Hatte viel Spaß dabei deine Fragen zu beantworten.

So und nun drücke ich dir die Daumen mit deinen Büchern! Wobei: Wenn ich mir das so anschaue, dann schaffst du das ganz sicher. Und nun hau in die Tasten, deine Leser wollen schließlich neue Geschichten von dir lesen.


Danke dir Bernd für das schöne Interview!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen