Samstag, 11. Mai 2013

Mark Franley - Das Interview





„Ihr schadet nicht nur einem Einzelnen, sondern der gesamten Indie-Szene und damit auch euch selbst! Und wer gut schreibt, hat das nicht nötig!"


Mark Franley über sich selbst:
Ich lebe und schreibe in Mittelfranken. Als Jahrgang 1972 habe ich schon ein wenig von dieser Welt gesehen, was sich sicher auch in meinen Geschichten niederschlägt. Mein erstes Buch schrieb ich noch ohne das Ziel, es einmal zu veröffentlichen, doch dann wurde mehr daraus. Aufgrund der positiven Resonanz wurde aus einem Versuch echte Leidenschaft und folgende Bücher resultieren bis jetzt daraus....

Heuchler - Ist das erste Buch einer Thriller-Reihe um den Kommissar Mike Köstner

Benutzt - Ist das zweite Buch um Mike Köstner

Grimstein - eine Horrorgeschichte (ca. 100 Seiten)

Des Teufels Kirschblüte – eine Horrorkurzgeschichte (ca. 50 Seiten)


Deine Geschichten befassen sich eher mit der dunklen Seite des Lebens, wann hast du diese Faszination das erste Mal gespürt?


Da Psychothriller mit der Angst von Menschen spielen, lautet die Antwort: natürlich in der Kindheit. Wer kennt sie nicht, diese subtilen Ängste? Das Gefühl in der Dunkelheit, wenn man jeden Augenblick eine kalte Hand auf der Schulter erwartet und irgendwann nur noch rennen möchte.
Das eigentlich Faszinierende sind
für mich jedoch nicht so sehr die dunklen Seiten des Lebens, sondern dass geschriebene Wörter solche Gefühle wie Angst, Hass, Liebe hervorrufen können.

Wie kommst du auf die Ideen deiner Geschichten?
Das ist einfach, denn die Welt ist voll von Geschichten. Schlicht ausgedrückt, suche ich mir ein Thema das mich interessiert, oder zu dem ich einen Bezug habe, und baue darum eine Story auf.
 
Verarbeitest du auch persönliche Erlebnisse in deinen Werken?
Ich denke, jeder Autor tut dies. Natürlich geht es in der Hauptgeschichte nicht um ein persönliches Erlebnis, ich bin ja kein Psychopath (hoffe ich zumindest J ), aber bei den kleinen Episoden und den Figuren, die in der Geschichte vorkommen, spielt persönlich Erlebtes sicher eine Rolle.
Auch Dinge, die einem in der Realität zu denken geben, lassen sich beim Schreiben gut aufarbeiten und vielleicht kommt bei dem ein oder anderen Leser auch eine Botschaft an.

Vom Manuskript bis zum Buch, welcher Schritt ist für dich der schwerste?

Der schwerste und auch entscheidende Punkt kommt nach den ersten paar Seiten. Viele scheinbar gute Ideen verlaufen sich dann im Sande, da das Thema einfach nicht genug hergibt, um über eine Strecke von 300 Seiten die Spannung zu halten. Von diesen angefangen Geschichten habe ich einige in der Schublade.
 
Wie reagieren Menschen die du kennst, wenn sie eines deiner Bücher lesen?

Meine nahen Angehörigen sind oft über das schockiert, was sich so in meinem Kopf abspielt. Und die meisten können immer noch nicht glauben, dass ich wirklich Bücher veröffentliche.

Als "Indie" Autor hat man es nicht leicht, wie schaffst du es alles unter einen Hut zu bekommen?

Eins ist sicher, schreiben und alles was damit zusammenhängt ist harte, zeitintensive Arbeit! Ohne echte Leidenschaft wird man das auf Dauer kaum durchstehen, oder eben erfolglos bleiben. Und, was enorm wichtig ist, die Familie muss hinter einem stehen und diese Leidenschaft unterstützen. Man sitzt unzählige Stunden hinter dem Laptop und jede Ansprache quittiert man mit einem wenig erfreuten Lächeln, da man gerade zum zehnten Mal aus einem Satz gerissen wurde.
Hinzu kommt natürlich, dass man in aller Regel auch noch einer „normalen" Arbeit nachgehen muss und folglich das Zeitfenster zum Schreiben weiter schmilzt.
 
Gibt es etwas das du anderen Autoren mit auf den Weg geben willst?

Eine Sache brennt mir tatsächlich auf der Seele. Natürlich bin ich dem Buchgeschehen sehr nahe, und was immer schlimmer wird, ist das Hauen und Stechen zwischen den „Indie" Autoren. Statt sich zu unterstützen, wird oft mit unschönen Mitteln versucht, dem anderen noch einen Verkaufsrang abzujagen. Diesen Leuten möchte ich sagen… „Ihr schadet nicht nur einem Einzelnen, sondern der gesamten Indie-Szene und damit auch euch selbst! Und wer gut schreibt, hat das nicht nötig!"

1 Kommentar:

  1. Ein schönes Interview!

    Mark hat übrigens recht, wenn er sagt, dass jemand, der gut schreibt, es nicht nötig hat, Die Arbeit von anderen runterzumachen. Leider ibt es ja genug Leute, Die das nicht einsehen und versuchen, ihre 'Konkurrenten' niederzumobben. Das sind Die Deppen, Die nicht eingesehen haben, dass nur dann etwas großes entstehen kann, wenn viele miteinander kooperieren.

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