Samstag, 29. Juni 2013

Über den Wolken


„Wo hast du nur deinen Kopf?“

Dieser Satz begleitet mich schon mein ganzes Leben. Bereits in der Grundschule fragten sich die Lehrer, wo ich nur in Gedanken war, dass der Unterricht sich so gar nicht bis in mein Bewusstsein drängen konnte und auch heute noch, es ist mehr als ein Jahrzehnt her – langsam werde ich wohl alt – werde ich immer wieder gefragt, warum mein Kopf in den Wolken hängt.
Dieser Zustand zieht sich konsequent durch mein Leben.
Auf der Arbeit ist es mir zum Beispiel schon einmal passiert, dass ich einen Kunden einfach „überhört“ habe, weil ich in Gedanken bei ganz anderen Dingen war. Mein Teamleiter verzweifelt manchmal an meiner Schusseligkeit, denn ich bin einfach ein ziemlicher Trottel. Im Unterricht sieht die Sache nicht anders aus, auch die Lehrer drohen aufzugeben, ebenso wie meine beste Freundin.





„Bringst du mir nachher meine Sachen mit?“
„Klar, SICHER!“

10 Minuten Kopfkino und 5 Minuten Fußweg später:
„Hast du meine Sachen mit?“
Peinliches Schweigen …
„Nein?“

Dialoge wie dieser treffen mich oft, ich vergesse Hausaufgaben –selbst wenn ich sie gemacht habe- , habe die falschen Dinge eingepackt, ein Passwort aus reiner Dummheit drei Mal falsch eingegeben oder einfach vergessen, dass ein Treffen anstand. Und warum?
Mein Gehirn ist überlaufen von Geschichten, die sich in mein Bewusstsein drängen. Es ist, als würde ich die ganze Zeit Filme sehen, nur dass ich sie nicht sehe. Ich kann mich da gar nicht draus entziehen, es überlagert einfach eine Schicht in meinem Gehirn und verweigert somit, dass ich etwas anderes wahrnehme. Übrigens habe ich das inzwischen sogar perfektioniert! Mein Körper führt mechanisch alle notwenigen Bewegungen aus, während mein Kopf weiter hinausschweift.

"Gibst du mir mal die Cola?"
Sachtes Kopfnicken und zustimmendes Gemurmel. Es wird gewartet, auch etwas länger. Doch irgendwann wiederholt sich die Frage:
"Gibst du mir BITTE mal die Cola?"
Ich schrecke zusammen und sehe die Person, die mich angesprochen hat, zum Teil verwirrt und panisch an.
"Was hast du gesagt?!"

Es tut mir wirklich leid, aber wie gesagt: Es ist wie ein Zwang. 
Hört sich irgendwie etwas komisch an?
Ich glaube auch …
In der nächsten Zeit werde ich mir vornehmen, nicht mehr so oft in meinem Kopf zu stecken!


Kommentare:

  1. das kleid sieht toll aus <3
    Vielleicht hast du ja Lust an meiner Blog-Vorstellung teilzunehmen!
    www.lebeberlin.net

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  2. Oh das kenn ich nur zu gut ;-) Oft kriegt man als Frau dann noch ungläubig den Satz "Ich dachte immer ihr Frauen seid alle 'multitaskingfähig'" an den Kopf geschmissen... :D

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