Montag, 15. Juli 2013

Sebastian Willing - Bea geht: Ein Abschied auf Raten - DAS INTERVIEW

Heute darf ich Euch ein Interview zeigen auf das ich mich sehr gefreut habe, denn "Bea geht: Ein Abschied auf Raten" hat es mir wirklich angetan. Ich musste während des Lesens mehrfach weinen und konnte dennoch nicht anders, als immer weiter zu lesen. 
Doch mehr möchte ich gar nicht sagen, viel mehr möchte ich den Autor selbst zu Wort kommen lassen. 

Dein Buch behandelt einige sehr intime und dramatische Momente in deinem/eurem Leben, wie bist du darauf gekommen Eure Geschichte nicht nur auf deinem Blog, sondern auch als Buch herauszurbingen?

Schuld daran bist Du zusammen mit einigen anderen, von denen ich die meisten auch als Betaleser zwangsverpflichtet habe. Ihr habt mich auf die Idee gebracht und immer wieder ermutigt, weiterzumachen.

Was fiel dir während der Arbeit an "Bea geht: Ein Abschied auf Raten"am schwersten?

Ganz klar, der Tag 0. Den Blog-Post damals zu schreiben, hat mir an dem Tag sehr geholfen, aber er hat auch viele Emotionen eingefangen, die jetzt jedes Mal beim Lesen wieder hochkommen. Das Kapitel gehört aus literarischer Sicht bestimmt zu den besten, aber dennoch lese ich es selbst nur sehr ungern, weil auch heute noch einiges hochkocht.








Hattest du Hilfe von Beta-Lesern?

Nein, ich schreibe eine perfekte Deutsch, und, Grammatik, auch Fehler, frei ist. Spaß bei Seite, ich hatte viel Hilfe von Beta-Lesern. Ich bin selbst in dieser Funktion für ein, zwei Autoren tätig und genau die
Fehler, die ich dort anmerke, mache ich beim Schreiben selbst und übersehe sie dann.

Erschreckend war auch, dass jeder weitere Beta-Leser neue Fehler gefunden hat. Die Kunst beim Schreiben eines Buches scheint weniger im tatsächlichen Erstellen eines Textes zu liegen, sondern darin, den richtigen Zeitpunkt für die Veröffentlichung zu bestimmen und dabei zu akzeptieren, dass es noch Fehler gibt, die erst von den Lesern gefunden werden. Gerade jetzt fällt mir noch eine Stelle ein, die ich eigentlich noch ändern wollte...

Wie wichtig war es für dich, die Meinung von anderen vor der Veröffentlichung zu kennen?

Sehr wichtig, denn ich mag das Buch mit jedem weiteren Lesen weniger. Im Gespräch mit anderen Autoren musste ich auch lernen, dass anscheinend Niemand seinen eigenen Text richtig einschätzen kann: Qualität und Fehlerfreiheit werden entweder stark über- oder unterschätzt.
Nachdem "Bea geht - Ein Abschied auf Raten" fertig geschrieben war und zum ersten Beta-Leser ging, war meine Unsicherheit groß. Hätte Sylvia damals negatives Feedback zum Inhalt (nicht zu den vielen, vielen Kommafehlern) gegeben, hätte ich den Text gleich wieder gelöscht.

Du hast den steinigen Weg der Indie-Autoren gewählt, warum?

Oh nein, gewählt habe ich ihn nicht. Tatsächlich liegt das Buch nach wie vor bei einem Literaturagenten, der gute Chancen sah, es bei einem Verlag unterzubringen - vermutlich sagt er das aber bei jedem Manuskript, da er vom Verlag für die erfolgreiche Vermittlung bezahlt wird.

Ich habe eine Online-Tour durch rund 60 oder 70 Verlage gemacht und dabei etwa 25 rausgefiltert, die thematisch in Frage kommen könnten. Von einigen habe ich tatsächlich schon in den ersten Tagen eine handvoll Absagen bekommen, davon hatte zumindest einer meine Email immerhin komplett gelesen.

Sehr viele Verlage kündigen Antwortzeiten von drei bis sechs Monaten an, wenn man Manuskripte einsendet. Bei allem Verständnis, dass viele Verlage jeden Tag eine Menge absolut untauglichen Materials zugeschickt bekommen, halte ich das trotzdem für eine Frechheit. Wie lange dauert
es, anhand einer ein bis zwei A4-Seiten langen Leseprobe zu entscheiden, ob das Thema zum Verlag passt und der Text eine gewisse Qualität aufweist, um mit Hilfe eines Lektors einen druckfähigen Zustand zu erreichen. Auf der anderen Seite gibt es allerdings auch Autoren, für die nur Masse statt Klasse zählt und die durch schlechte Qualität dem Ruf der Book-on-Demand - Verlage und ihrer Autoren immer mehr schaden.

Wo ich selbst stehe, weiß ich nicht. Auch wenn ich mit jedem neuen Lesen des Buches weniger von meinen Fähigkeiten und der Qualität der Story überzeugt bin, finde ich trotzdem immer wieder Autoren, die wesentlich schlechter sind. Ob Indie oder mit Verlag, ist dabei anscheinend kein Qualitätskriterium. Auf der anderen Seite gibt es natürlich sehr viele Autoren, die viel, viel besser sind, auch das ist mir klar.

Im Laufe der letzten Monate habe ich eine Marketing-Liste für "Bea geht" angelegt: Jede Idee und jede Internetseite, die eventuell hilfreich sein könnte, wurde dort notiert. Einiges wurde wieder verworfen (wie eine Seite, die 100 Printexemplare kostenlos haben möchte - natürlich plus Gebühren), aber die nächsten Monate werden zeigen, was das Brainstorming wert war.

Gibt es etwas, dass du den Lesern gerne sagen möchtest?

Sie sollten reichlich Taschentücher bereithalten, denn viel zu Lachen gibt es nicht. Die Geschichte ist schlecht: Kein Sex, kein Mord und kein Happy End, sondern nur eine Schilderung der tatsächliche Ereignisse. Ich wünsche mir Feedback, aber brauche keinen Beistand (mehr). Die schwere Zeit liegt hinter uns und - soviel nehme ich schon vom Ende vorweg - es war die richtige Entscheidung.

Abgeschlossen ist die Geschichte natürlich nicht und das wird sie auch zu Bea's Lebzeiten niemals sein. Das Nachwort ist mehr als ein Jahr nach "Tag 0" entstanden und gibt einen kleinen Einblick, wie es
weitergegangen ist. Ich werde weiterhin Updates zu Bea auf meinem Blog posten, genau wie ich es auch vorher getan habe, allerdings ist das Buch an vielen Stellen ausführlicher, als die Blog-Posts es waren und sind.

Vielen Dank für diesen Einblick in deine Arbeit und danke für die schöne und traurige Zeit die ich beim lesen deines Buches haben durfte! Eine ausführliche Rezi folgt in den nächsten Tagen!



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