Montag, 2. September 2013

Warum wir Blumen knicken

In den letzten Wochen bin ich mal wieder sehr Kampflustig unterwegs und rege mich - zumindest innerlich - immer wieder über Dinge auf, die ich einfach nicht verstehe. Blumen zu pflücken ist bereits eine Sache die ich nicht gut finde. Blumen sind etwas Schönes, kleine Wunder der Natur und ich WILL gar nicht verstehen was man davon hat sie aus der Erde zu ziehen und verwelken zu lassen. Wenn ich also jemanden sehe, der eine Blume aus noch nichtigeren Grund aus ihrem ohnehin schon kurzen Leben reißt, werde ich grantig.



Dies ist jedoch keinesfalls eine Seltenheit!
Auf dem Weg zur Arbeit sehe ich regelmäßig Kinder, die einfach die Blüten der umliegenden Sträucher und Rosenbüsche abzupfen - manchmal einfach so im Vorbeigehen. Sitze ich im Garten und genehmige mir mit den Jungs und Mädels ein entspannendes Feierabendbier, sehe ich wie jemand eine Blume einfach in die Feuerschale wirft, warum?!
Diese Frage beschäftigt mich nun schon eine ganze Weile.
Ist es vielleicht ein Drang im Menschen schöne Dinge zerstören zu wollen?
Diesen Wunsch kenne ich von mir selbst auch. Es gibt Momente da ertrage ich einige Dinge einfach nicht, ich hatte jedoch zumindest noch nicht das Bedürfnis eine Blume ins Feuer zu werfen, dachte ich... doch dann...
Eines morgens, noch recht früh:
Die Vögel zwitschern, die Sonne scheint und die Luft ist kühl auf eine angenehme Art. In der einen Hand halte ich meinen ökologisch-wertvollen-benutzt-nie-wieder-Plastik-Dauer-Kaffee-Becher und in der anderen die Guten-Morgen-Zigarette. Ich bin auf dem Weg zur Arbeit, alles ist wie immer, aus den Lautsprecher meines inzwischen uralten MP3-Players - Inge ist kürzlich tatsächlichgestorben, doch dazu später -  dröhnen Broilers. Während ich an einigen anderen Menschen vorbeilaufe werde ich rot, weil mir klar ist das ich mal wieder mitgesungen habe ... und dann passiert es: Ich reiße - ohne Grund, ohne nachzudenken, eine Blume aus dem Leben.
Zu erst bekomme ich es gar nicht mit, bis ich die Zigarette wegwerfe und die Blume mich ansieht. Sie scheint förmlich zu schreien: Warum? Warum machst du das?
Und ich stehe da, ziehe den Kopfhöhrer aus dem Ohr und frage mich das Gleiche. Woher kommt dieser Drang, etwas kaputt zumachen? Sicherlich, wenn man wütend ist wäre diese Reaktion leicht nachzuvollziehen, doch das war ich nicht. Ganz im Gegenteil, es war bis dahin alles gut gewesen. Ein schöner Morgen, ein guter Anfang für einen Tag ...
... und dennoch war der Drang da, ganz ohne das ich es bemerkt habe.

Kommentare:

  1. Ich habe als kleines Kind immer Gänseblümchen gepflückt, um daraus Sträuschen zu machen - und war sehr sauer, wenn meine Eltern nicht sofort ein kleines Glas mit Wasser füllten und meinen Blümchen einen Ehrenplatz in der Wohnung gaben.
    Für mich war das einfach, etwas von der Schönheit draußen nach drinnen zu holen.
    Seit ich erwachsen bin, pflücke ich keine Blumen mehr - ich fotografiere sie nur noch. So kann ich mir die Schönheit mitnehmen und trotzdem bleibt die Blume erhalten.

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  2. hm ich frage mich ähnliches auch, nur nicht über Blumen. Blumen wachsen und verwelken, zieh ich eine raus, verwelkt sie nur schneller. (Anm.d.Redaktion : ich habe keine Blumen daheim, verstehe auch nicht wie man einen Strauß Blumen in eine Vase tut, der in ein paar Tagen eh verwelkt)
    Die Natur erneuert sich immer wieder. Was mich aber immer wieder allgemein fasziniert, warum werden Menschen angezogen vom Bösen, vom Dunklen?
    Warum machst du Beiträge über Tod, Zombies, Blut, Mord, und und und?`
    Frag dich das einmal.
    Warum sind Totenköpfe so beliebte Tattoomotive? Wenn doch Blumen und anderes viel schöner aussehen.
    Nein, am besten Brutal und Krass.
    Das sind Fragen die ich mir oft stelle.
    Eine Blume ist vergänglich, kommt aber wieder. Warum sind aber viele Gedanken so dunkel und bleiben es immer?

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