Freitag, 13. Dezember 2013

Autorentipps: Dialoge – Reden in Schriftform (Teil 1.)

Einen spannenden Dialog zu schreiben, ist nicht einfach. Wie man ihn richtig einsetzt und worauf man dabei achten sollte, das will ich versuchen mit diesem Artikel klären. Eine, auch für mich, recht anspruchsvolle Sache, denn ist gar nicht so einfach die passenden Worte für andere Worte zu finden.

1. Zu viel oder zu wenig Gerede?

Pauschal lässt es sich nie sagen, ob ein Buch oder eine Gesichte viel Dialog braucht. Allerdings hängt das auch immer damit zusammen, welchen Eindruck man seinem Leser vermitteln möchte. In der indirekten Rede zu schreiben könnte z.B. für Konfliktsituationen etwas schwierig sein. Da bietet sich die Wörtliche Rede doch eher an. Gerade deshalb sollte man sich eines klarmachen: Wenn man eine Geschichte erzählt, wählt man aus in welcher Form man dies tut. Das gilt auch für die Kommunikation zwischen den Figuren. Die Leser müssen sie nicht in Echtzeit verfolgen und nicht jedes Geplauder ist für sie von Interesse. Erst wenn es für die Geschichte eine Funktion erfüllt, wird es wichtig genug. Immerhin will niemand einen Dialog lesen wie:

„Schönes Wetter heute!“
„Find ich auch!“
„Wie geht es deiner Mutter?“
„Bestens danke und deiner?“

Eben, das langweilt. Also sollte man bei Dialogen darauf achten, dass sie eine Funktion erfüllen und die Geschichte weiterbringen.

2. Alles bitte ganz realistisch – Oder doch lieber nicht?

Gespräche, wie wir sie tagtäglich hören, eignen sich leider gar nicht um von uns kopiert und niedergeschrieben zu werden. Das beginnt schon damit, dass wir ständig Pausen, häufig mit einem äh oder hm, einbauen müssten – die Seitenzahl eines Romans würde zwar in die Höhe schnellen, allerdings würden weniger Menschen das Buch dann noch lesen. Weitergehen würde es damit das wir mitten im Satz abbrechen, neu beginnen, das Vorherige wiederholen und doch wieder nicht zum Ende kommen – wir reden um den heißen Brei herum.
Die Dialoge in einer Geschichte sollen sich aber durch Originalität, Spannung, Konflikt auszeichnen! Denn das ist es, was wir auch lesen wollen.

Ein Hilfsmittel dafür kann die Indirekte Kommunikation sein.

„Hast du Hunger?“
„Du etwa nicht?“

Eine Frage mit einer Gegenfrage zu beantworten ist schon mal interessanter als ein einfaches „Ja“. Das baut eine gewisse Spannung auf.

„Willst du etwas essen?“
„Das könnte dir so passen!“

Auch hier wieder eine indirekte Antwort, diesmal etwas anders als im Beispiel zuvor. Hier wird auch sofort ein Konflikt deutlich, wenn man ihn auch noch nicht vollständig erfassen kann. Das trägt wiederum zur Spannung bei und der Leser muss nicht gähnen vor Langeweile. Ich bin sicher nicht die Einzige, die sich oft ärgern musste weil ihr im Nachhinein eine passende Antwort einfällt, die im Gespräch passend gewesen wäre. Unsere Figuren lassen wir so etwas nicht durchgehen, sie sollten immer möglichst schlagfertig reagieren können.
Dafür sind wir jedoch als Autor verantwortlich und haben den Vorteil, dass wir uns Stunden oder gar Tage Zeit nehmen können, um genau diese Antwort zu finden, die unsere Figur dann ganz spontan vom Stapel lassen kann. 

--------------------------------------------------- Ende Teil 1 ---------------------------------------------------

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