Montag, 10. Februar 2014

Bunte Haut für alle - Tattoos



Eine Tätowierung  ein Motiv, das mit Tinte oder anderen Farbmitteln in die Haut eingebracht wird. Dazu wird die Farbe in der Regel von einem – hoffentlich professionellen - Tätowierer mit einer Tätowiermaschine durch eine oder mehrere Nadeln – das hängt davon ab, ob gerade die Konturen oder die Schattierungen gestochen werden -  in die zweite Hautschicht gestochen und dabei ein Bild oder Text gezeichnet. Heute stellt die Tätowierung beim Menschen eine Form der Körpermodifikation dar – allerdings ist dies kein neuer Trend.

So wurde im Norden Chiles eine 7000 Jahre alte Mumien gefunden, die Tätowierungen an Händen und Füßen aufwiesen. Die Gletscher-Mumie Ötzi trug vor über 5000 Jahren ebenfalls mehrere Zeichen, die mit Nadeln oder durch kleine Einschnitte unter die Haut gebracht worden waren. Auch im alten Asien,  Ägypten, Polynesien und Australien war die dauerhafte Bebilderung der Haut bereits lange vor dem heutigen Hype bekannt. Eine sehr lange Tradition haben Tätowierungen in Japan. Die Anfänge der bunten Haut in Japan liegen vermutlich bei den Ainu. Im Zeitraum von 1603 bis 1868 waren Tätowierungen unter anderem bei Prostituierten und Arbeitern sehr beliebt. Eine unschöne Wende nahm die Geschichte der kunstvollen Hautverzierung  ab 1720 - Tätowierung wurden als eine Art Brandmarkung für Kriminelle eingesetzt, weshalb sich „brave“ Japaner nicht mehr tätowieren ließen.  Unter der Meijiregierung wurde 1870 diese Praxis abgeschafft – leider gab es auch danach keine positive Wende in der Geschichte der Tätowierungen - sie wurden komplett verboten. Erst 1948 wurde dieses Verbot in Japan wieder aufgehoben.
In der Westlichen Welt  hatten Tättowierungen lange das Stigma des Matrosen oder Sträflings. Dies änderte sich allerdings 1990 – denn das Tattoo erlebte nun eine neue Wandlung. Was vorwiegend als Ausdruck einer Jugendkultur mit schlichten Tribels begann, sich  auch auf Piercing und Branding ausbereitete und sich noch immer weiterentwickelt, ist heute in breiten Gesellschaftsschichten vorzufinden. Die Akzeptanz wächst täglich. Neben den Stars und Sternchen die stetig ihre neuen Kunstwerke vorführen, gibt es auch in unserer kleinen aber feinen Bloggerwelt viele die ihren Lesern nicht nur Stoff zum Nachdenken geben, sondern auch ihre Tattoos der Öffentlichkeit präsentieren.
In der Berufswelt sieht diese Akzeptanz jedoch noch nicht ganz so rosig aus – zwar sind Tättowierungen nicht verboten, doch gilt für die meisten Berufe die sogenannte „T-Shirt Grenze“. Für mich und viele andere Menschen ist dies ziemlich egal. Tättowierungen sind Kunst, die auf der Haut verewigt werden. Sie können sehr unterschiedliche Funktionen und Bedeutungen haben, während in früheren Zeiten oft Symbole für Kraft und Schutz tättowiert wurden, sind es heute eher Bilder der Selbstdarstellung die ihren Platz auf unserer Haut finden. Sie stehen für Exklusivität, Selbstdarstellung, Abgrenzung und Sexappel. Die sogenannten „Knasttattoos“ gehören längst der Vergangenheit an, inzwischen ist es nicht nur wichtig, dass die Tattoos kunstvoll und gutgestochen sind, sondern sie sollen ihrem Träger auch noch nach Jahren gefallen.
Genau aus diesem Grund sollte ein Tattoo geehrt werden, nicht nur in der Überlegung des Motivs an sich, sondern auch wenn das Werk bereits auf der Haut ist. Wer sich nur aus einer Laune heraus etwas unter die Haut stechen lässt wird wenig Freude daran haben und muss später auf eine schmerzhafte Methode der Entfernung zurückgreife.
Ich persönlich halte es mit meinen Tattoos einfach: Wenn ich es bereits mehr als 3 Jahre will, lasse ich es machen. Bei großflächigen Arbeiten dauert meist das Ansparen des Geldes länger als die Überlegung. Doch wer wirkliche Kunst will greift gerne tiefer in die Tasche – schließlich wäre einem die Mona Lisa auch mehr wert als die Zeichnungen einer Kindergartengruppe.


Kommentare:

  1. Als Drache habe ich bunte Haut (naja, ok, - Schuppen!) ganz ohne Tattoos. Aber ich finde Tattoos schön, wenn sie schön (und nicht albern) sind.

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  2. Schöner, sehr informierender post von dir. bin auch tattowiert und musste mir schon so viel anhören wegen Arbeitswelt und so. und das kam immer nur von leuten aus dem bekanntenkreis- niemals vom Arbeitgeber. hoffen wir mal, dass das in Zukunft so bleibt ;)

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