Mittwoch, 12. Februar 2014

Zwischen Idealbild und mageren Aussichten

Der Magerwahn und ich

Den Stammlesern wird sicherlich aufgefallen sein, dass ich relativ viel über Essstörungen berichte. Natürlich mache ich dies nicht ohne Grund, denn es ist eines der Themen die mich sehr mitnehmen, unter anderem auch, weil es mich bis zu einem gewissen Grad auch betrifft. Nein, keine Bange, mir geht es gesundheitlich gut und ich leide zum Glück nicht unter einer Essstörung. 

Trotzdem ist mein Verhältnis zu mir und meinem Körper gestört. Aus diesem Grund kann ich die Mädchen und Jungen, die einer Essstörung verfallen, sehr gut verstehen und bis zu einem gewissen Grad nachempfinden, was sie fühlen. Natürlich alles nur aus dem Winkel eines Beobachters. Was in einem Menschen vorgeht, der zum Bespiel unter Anorexie leidet, werde ich nie voll und ganz nachfühlen können.

Was jedoch sehr viele Menschen kennen, ob nun öffentlich oder ganz privat, ist das verstörte Selbstbild, das man in seinem Spiegel jeden morgen sieht. 

Viele Mädchen können mir sicher nachempfinden, wenn ich sage:
Es gibt Momente, in denen ich den Spiegel zerschlagen möchte. Tatsächlich habe ich das auch schon das ein oder andere Mal getan, ob nun beabsichtigt oder nicht lassen wir mal dahin gestellt.
Sich in seinem Körper wohl zu fühlen ist gar nicht so einfach, wenn man sich täglich mit scheinbar perfekten Menschen vergleichen muss. Genau hier liegt auch ein großer Knackpunkt, denn niemand muss sich vergleichen. Leider passiert genau das automatisch. Wir sehen jemanden in unserem Alter und fangen an zu vergleichen. Die Unterschiede, die uns dabei auffallen, verbuchen wir dann oftmals als Makel, obwohl eine andere Person das sicherlich ganz anders sehen würde.  Gerade in Sachen Gewicht scheint meine Generation extrem anfällig zu sein.
Unter Mädchen sind es immer wieder die gleichen Themen die aufgegriffen werden und eines davon ist unweigerlich das Abnehmen.
Mädchen: „Ich hab über die Feiertage wieder so viel zugenommen …“
Mädchen 2.0. :„DU? Niemals! Neben dir sehe ich doch aus wie ein Walross!“
Mädchen 3.0: „Ich hab gerade diese neue Suppen-Diät probiert! 5 Kilo runter und 6 wiede
r drauf!“
Ich mag einiges an meinem Körper nicht und auch ich empfinde mich nicht als dünn genug. Nun kommt der Punkt an dem ich gerne behaupten würde, dass ich noch nie eine Diät gemacht habe oder dass ich mir noch nie etwas verkniffen habe, um meine Figur zu erhalten. Das wäre eine dreiste Lüge, denn tatsächlich überfällt mich alle paar Wochen eine Mini-Depri-Welle, bei der ich mir vorkomme, als wäre ich gute 30 Kilo schwerer.  Mein nicht-hormonell geflutetes Hirn weiß natürlich, dass ich an Übergewicht leide, das hilft nur leider den nervigen Stimmen nicht, die nach Perfektion streben wollen, wo gar keine ist. Ich neige allerdings auch dazu, aus Frust zu hungern, wenn es viel Stress um mich herum gibt. Mir ist dann ab und an gar nicht klar, dass ich seit zwei Tagen nicht gegessen habe. Daran arbeite ich im Moment, denn so schwankt mein Gewicht natürlich ordentlich hin und her. Immer schön zwischen Normal und Untergewicht. Das ist nicht die Lösung des Problems, darum passt man nun auf mich auf und „zwingt“ mich an solchen Tagen etwas zu essen. Bisher klappt das ganz gut …

… allerdings ist der Kampf darum noch lange nicht vorbei …



Kommentare:

  1. Das Problem Körperakeptanz ist wohl weit verbreitet. Und vielleicht ist niemand ganz frei davon.
    Aber lass Dir von einem alten Drachen sagen: Du bist verdammt hübsch! Auch wenn das oft in
    Fällen von Wahrnehmungsstörungen kein bisschen hilft.

    Ich wünsche Dir einen tollen Tag!

    AntwortenLöschen
  2. Inspiring story there. What occurred after? Take care!

    Also visit my homepage ... free e cig

    AntwortenLöschen
  3. Also Du bist definitiv nicht zu dick :)
    Auch wenn es vielleicht nicht hilft wenn ich dies hier schreibe, aber es ist ein Fakt!
    Lieben Gruß und einen ungestressten Tag
    Björn :)

    AntwortenLöschen