Montag, 12. Mai 2014

Monogamie und Bisexualität


Meine liebe Blogger Kollegin Eva hat mir eines ihrer
schönen Bilder geliehen: Zum Post geht´s hier lang!

Seit meinem ersten Post über Bisexualität füllt sich mein Postfach wieder mit neuen Fragen zu diesem Thema. Besonders das Thema Monogamie in einer Beziehung wurde angesprochen und schien für die meisten Menschen der Knackpunkt der ganzen Diskussion zu sein.
„Können Bi Sexuelle eine monogame Beziehung führen?“
Meine Gegenfrage dazu lautet eher, welche Menschen auf lange Sicht überhaupt dazu in der Lage sind eine ewige monogame Bindung zu einzugehen – egal, mit welchem Geschlecht. Ein Liebesverhältnis zu führen ist in jeder Form eine Herausforderung und irrelevant, ob es sich dabei um eine Homo- oder Hetero- oder gar offene Beziehung handelt. Bisexuellen wird gerne vorgeworfen, dass es ihnen schwerfällt, in einer monogamen Bindung treu zu bleiben, da sie mehr Versuchungen erliegen. Allerdings trifft dies, wie immer, nicht auf alle zu. Es gibt durchaus Bisexuelle die mit einem Mann und einer Frau gleichzeitig eine Beziehung führen, oder mit einem der beiden eine Affäre haben. Ob sich die Verhältnisse dabei vermischen ist noch einmal eine andere Frage.


Dennoch ist die Standardvariante der monogamen Beziehung auch in der Bisexualität sehr verbreitet. Mit dem Partner kann dies durchaus einige Probleme nach sich ziehen. Frauen fühlen sich oft als könnten sie ihrem Partner nicht das Wasser reichen, bei den Männern leidet oft das Ego und umgekehrt. Was in den Köpfen der meisten Menschen als leidenschaftlicher Soft porno abläuft, sieht in der Realität wesentlich komplizierter und emotionaler aus.
Einige Leser des letzten Artikels wollen wissen, wie ich zu diesem Thema stehe. Aktuell sieht das Thema Liebe bei mir sehr kompliziert aus, bisher habe ich es meist so gehandhabt, dass ich einfach ehrlich war. Wenn ich mich in einer Beziehung zu jemand anderem hingezogen gefühlt habe, egal ob sexuell oder emotional oder beides, wurde es angesprochen und es eine Möglichkeit gefunden. Es bringt nach meiner Meinung nichts, seine Bedürfnisse zu verschweigen oder zu versuchen, sie zu verdrängen. Eine Beziehung kann nur funktionieren, wenn Vertrauen und Kommunikation gefestigt sind.
Ich habe meine Neigung in einer Beziehung nie verheimlicht und konnte somit die Möglichkeiten für mich entdecken – diese Chance haben leider wenige. Eine Bindung zweier Bisexueller, die jeweils eine Affäre mit dem gleichen Geschlecht haben, mag auf den ersten Blick etwas verquer wirken, entwickelt sich aber für immer mehr Menschen zu einer Alternative, ihr Leben so zu leben, wie es sie glücklich macht. Die Stimmen der öffentlichen Moral lassen sich davon gerne schocken, doch ich bin sicher, dass dies nur eine Phase der Öffentlichkeit ist – ein neues Thema muss ausgeschlachtet werden bevor es akzeptiert wird.

Ich für meinen Teil kann sagen, dass Menschen es immer schwer haben, in einer Beziehung vollständig monogam zu leben. Wer die Chance hat, einer langersehnten Phantasie nachzugehen, ergreift diese in der Regel auch. Die Liebe ist eben niemals einfach, egal ob zwischen Mann und Frau, Mann-Mann oder zwischen Frauen. Was einen glücklich macht, ist oftmals nicht das, was uns ein Idealbild vermittelt, doch dafür sollte sich heutzutage niemand mehr schämen müssen. 

Kommentare:

  1. Ich muss schon sagen, deine Beiträge über Homo- bzw. Bisexualität sind wirklich super und ich kann mich in vielen Punkten auch absolut wiederfinden. Es ist mir also eine wirklich große Ehre, dass ein Foto von mir jetzt mit so einem (mal wieder) sehr gelungenen Artikel geschmückt wird!
    Liebe Grüße, Franzi (die, mit "Homo" auf der Stirn)

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    1. Lieben Dank das ich das Bild von Dir nutzen durfte! Die Ehre ist auf beiden Seiten ;)

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  2. Menschen aufgrund ihrer Bisexualität eine höhere Fremdgehquote zu unterstellen ist schon mehr als nur unverschämt, schließlich ist das keine Frage der Anzahl potentieller Fremdgehpartner sondern des eigenen Charakters. Traurig.

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    1. Ja nur wird mit Bisexualität meist etwas verbunden das in keiner Form der Realität entspricht.

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  9. Gut geschrieben! :)
    Wobei ich schon sagen muss, als jemand der privat noch nicht wirklich mit Bisxualität in Berührung gekommen ist (sprich bisher hat sich nie einer meiner engeren Freunde oder Verwandten etc zur Bisxualität bekannt), hat mich allein schon der Titel des Beitrags etwas irritiert. Ich wäre kaum auf die Idee gekommen, dass das wirklich ein Thema ist :D
    Irre was sich manche Leute zusammenspinnen....

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  10. Finde mich in deinem Artikel völlig wieder, wirklich super geschrieben!
    Alles Liebe,
    Sophie

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    1. Oh danke meine Liebe :)
      Das freut mich sehr.

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  11. Es gibt Studien aus denen sich schließen lässt, dass die meisten Frauen bis zu einem gewissen Grad bisexuell sind. Weibliche sexualität ist eben einfach anders zu definieren als männliche. Gleichzeitig tendieren Frauen biologisch gesehen im Mittel aber auch seltener zu Untreue, das ganze Thema ist also eigentlich keins. Ich habe von dem Vorurteil auch generell noch nie was gehört.

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    1. Mir wurde das schon oft an den Kopf geworfen und ich kenne leider auch so einige in ähnlichen Situationen, von den Kommentaren unter einigen Posts ganz zu schweigen. Natürlich denkt längst nicht jeder so - ob man einen großen Unterschied zwischen Männlicher und Weiblicher Sexualität machen muss, würde ich so auch nicht sagen.

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