Freitag, 16. Mai 2014

Transsexualität

Die Medien haben wieder eines der berüchtigten „Tabuthemen“ aufgegriffen und leisten einen bescheidenen Beitrag zur Akzeptanz von Menschen, die das Geschlecht wechseln oder wechseln möchten. Mit Serien wie "Transgender - Mein Weg in ein neues Leben" auf RTL 2 wird wohlwollender Voyeurismus geboten, um die Neugierde der Masse zu befriedigen. Was wirklich hinter dem Schritt steht, eine Geschlechtsumwandlung durchzuführen, können die wenigsten wirklich nachvollziehen.
Jene schlagen sich nicht nur mit einer Reihe von Operationen, Hormonen und Intoleranz herum, sondern müssen in oft schon sehr jungen Jahren sehr viel Verantwortung für sich selbst und ihr Leben übernehmen.
Das Phänomen von Menschen, welche die Geschlechtsrolle wechseln, ist seit der Antike bekannt und auch in unserer Gesellschaft inzwischen zumindest halbwegs akzeptiert. Transsexualismus und Transvestitismus sollten jedoch nicht miteinander verglichen werden, denn Transsexualität ist der Wunsch, sich voll und ganz in das andere Geschlecht zu verwandeln. Medizinisch betrachtet kann man den Menschen, die diesen Wunsch hegen zumindest entgegenkommen. Der Schritt sich als transsexuell zu outen sorgt nicht nur in den engsten Kreisen für negative oder positive Reaktionen, sondern zieht auch einen ganzen Rattenschwanz der Entwicklung nach sich. Mit der psychologischen Betreuung sind viele Betroffene unzufrieden, denn den Schritt zu wagen ist die eine Problematik – Eine ganz andere bezieht sich auf den Werdegang dahinter, zunächst sind die Psychologen gefragt, die einschätzen müssen, ob der Schritt der Geschlechtsumwandlung ohne Bedenken gegangen werden kann. Rückgängig zu machen ist die Verwandlung nicht ohne Folgen.

Abhängig von Alter, angestrebter Art der Veränderung oder bestehenden Erkrankungen müssen Ärzte und Psychologen mit Fingerspitzengefühl auf ihren Patienten einwirken und den möglichst richtigen Weg für diesen erarbeiten. Eine vollständige Umwandlung findet nicht über Nacht statt, sondern ist ein oft jahrelanger Prozess. Psychotherapeutische Begleitung über die gesamte Zeit ist notwendig, leider finden sich Deutschland noch immer nicht genügend oder gut ausgebildete Anlaufstellen für Transsexuelle. Jedoch kann man beobachten, dass immer mehr Menschen sich mit diesem Thema auseinandersetzen und versuchen, die Toleranz und die Hilfe für Transsexuelle zu verstärken.
Die Kritiker schweigen jedoch ebenfalls nicht und bringen Betroffene dazu, den Weg ihrer Selbstverwirklichung mit viel Leid zu gehen. Die zum Teil menschenverachtenden Handlungen einiger zeigen deutlich auf, dass unsere Gesellschaft noch einige Schwächen aufweist, über die wir alle nachdenken sollten.


Weitere Posts zum Thema werden folgen. Sollte es Fragen oder Anregungen geben, hinterlasst mir gerne ein Kommentar. 

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