Montag, 23. Juni 2014

Die Sache mit dem Respekt

Auf Grund meines Blogger Daseins komme ich natürlich auch mit anderen Bloggern in Kontakt und nicht gerade selten verstricken wir uns in hitzige Diskussionen. Vor gar nicht allzu langer Zeit ging es um das Thema Respekt.

Laut Duden ist Respekt:

1.   auf Anerkennung, Bewunderung beruhende Achtung
2.   vor jemandem aufgrund seiner höheren, übergeordneten Stellung empfundene Scheu, die sich in dem Bemühen äußert, kein Missfallen zu erregen
3.  (Schrift- und Verlagswesen, Kunstwissenschaft) frei gelassener Rand einer Buch-, Briefseite, eines Kupferstichs o. Ä.

Für mich unterscheiden sich beim Thema Respekt drei Dinge:

1.  Respekt vor dem Leben

Ich empfinde durchaus Respekt für einige grundsätzliche Dinge unseres Daseins. Damit meine ich zum Beispiel Respekt vor meinem Lebensraum und der Achtung des Lebens im Allgemeinen. Die Achtung eines Menschen- oder Tierlebens und die der allgemeinen „Rechte“ die das Leben mit sich bringt, stehen für mich bei diesem Thema außer Frage. Die Menschenrechte und insbesondere das Recht der freien Meinung sind Dinge vor denen alle Menschen uneingeschränkt Respekt zeigen sollten.


2.  Respekt vor einer Person

Hier ist der eigentliche Knackpunkt, Respekt vor einer Person habe ich selten – denn auch wenn das nun engstirnig wirkt, haben die meisten Menschen sich meinen Respekt nicht „verdient“. Nur weil ich würdige, dass ein Mensch sein Leben lebt, bedeutet das noch lange nicht, dass ich Achtung vor seiner Person habe. Andersherum ist es genauso: Ich erwarte nicht das jemand der mich nicht kennt Ansehen vor meinem Individuum hat, denn auch dieses möchte ich nicht geschenkt haben, sondern es mir lieber verdienen. Wirklichen Respekt bekommt man nach meiner Meinung nicht durch eine einzelne Handlung oder einen Charakterzug, sondern durch eine ganze Vielzahl von Feinheiten die sich dann zu einer immer größer werdenden Achtung zusammensetzten. Ich kann einer Handlung meinen Respekt entgegenbringen – z.B. der Arbeit eines Menschen, doch damit habe ich noch kein Ansehen auf seine Person. In den meisten Fällen kann ich zu der Persönlichkeit hinter des Menschen auch recht wenig sagen, da ich sie einfach nicht kenne – Wenn dies so ist, kann ich auch schwer Respekt empfinden.

3.  Respekt vor Institutionen

Hier bin ich mir selbst recht unschlüssig wie ich das Thema aufbröseln soll. Als erstes Fällt mir die Kirche ein vor der ich nicht einmal im Ansatz Respekt empfinde, gleich dahinter fallen mir viele soziale Organisationen ein, deren Arbeit ich gut und richtig finde – und ja die ich auch respektiere. Allerdings bestehen Institutionen auch nur aus Menschen die beschlossen haben sich gemeinsam für etwas einzusetzen. Es fällt oftmals schwer die Guten von den Schlechten dabei zu unterscheiden, also halte ich es wie immer und versuche nichts zu bewerten, dass ich nicht kenne. Jedoch was ich nicht kenne kann ich nach meiner Philosophie auch nicht respektieren.

Respekt und Respektlos?

Da ich vor dem Leben an sich die größte Achtung habe, behandle ich aus Prinzip niemanden anders – zumindest im ersten Moment. Immerhin muss ich keinen Respekt vor der Persönlichkeit eines Menschen haben, um seine Existenz zu achten. Werde ich jedoch vollkommen respektlos behandelt, ist es mir diese Person auch nicht wert mich näher mit ihr zu befassen und ich ignoriere sie. Aus den Augen aus dem Sinn könnte man sagen. Es ist also nicht so, dass ich mich niemanden Gegenüber respektvoll verhalte, sondern viel mehr geht es mir darum das ich vor wenigen Persönlichkeiten wirklichem Respekt empfinden kann.

Was bedeutet für Euch Respekt?





Kommentare:

  1. Toller Post! Chapeau!
    Ich denke was das miteinander betrifft sollte man immer einen höflichen (für mich gleichbedeutend mit respektvollen) Umgang haben.Sonst geht die Gesellschaft vor die Hunde.Aber wie du sagst muss man sich Respekt erst einmal verdienen.Ich arbeite als Krankenschwester und mein ursprünglicher Gedanke:"Respekt vor dem Alter muss man haben!", ging teilweise wirklich flöten,weil sich so manch einer (bei klarem Verstand wohl bemerkt!) mehr als respektlos mir gegenüber verhalten hat,grundlos.Traurig,aber wahr.Da überlegt man sich drei mal vor wem man wahren Respekt haben sollte!

    Liebste Grüße
    www.ella-liebt.de

    AntwortenLöschen
  2. Meine Meinung kennst du ja.
    Ich denke Grundsätzlich sollte man vor jedem erst einmal Respekt haben, durch bestimmte Handlungen kann man aber höchsten falls Respekt vor jemand verlieren.
    Ich finde es ziemlich Engstirnig zu sagen das sich jeder erst einmal Respekt verdienen muss.
    Das setzt du dich ja erstmal ne Stufe höher als andere.
    Auch meintest du das du ja immer freundlich bist, doch kann man ehrlich freundlich sein ohne Respekt zu haben?
    Ich denke nicht, das würde ich eher als heuchlerisch und falsch verstehen, man kann aber Respekt vor jemand haben und unfreundlich sein.
    Man muss ja nicht immer freundlich sein, das ist meiner Meinung nach vollkommen in Ordnung solange man den Respekt nicht verliert.
    Liebe respektvolle Grüße
    Christian

    AntwortenLöschen
  3. Höfflich sein ist vollkommen okay - das schließt sich bei mir aus dem "Respekt vor der dem Leben". Das Problem mit dem Alter kenne ich sehr gut und stimme dir da voll und ganz zu ...
    Danke für deine Meinung! :)

    AntwortenLöschen
  4. Ich habe grundsätzlich vor jedem Menschen Respekt. Selbst wenn jemand in meinen Augen etwas Dummes sagt/ macht, tut er dies, weil er es im Moment nicht besser weiß/kann. Sich über andere zu stellen und zu erwarten, dass man sich deinen Respekt erst verdienen muss, ist ne ziemlich furchtbare Einstellung. Gerade weil ich nicht in die Menschen blicken kann, hab ich grundsätzlich vor ihnen Respekt. Und wenn ich merke das der Respekt bei jemanden sinkt halte ich mich der Person fern. Alles andere finde ich verlogen oder feige (wenn man auf der Person rumhackt).
    Und das "Respekt vor dem Leben" Gefasel ist kein Argument... ich geh stark davon aus das Du niemanden das Leben missgönnst oder ernsthaft ans Leben willst. Wäre ja auch bedenklich...

    Gruß Mila

    AntwortenLöschen
  5. Hallo Mila, ich gehe nicht davon das jemand den Respekt verdienen will - Immerhin verlange ich auch nicht das jeder von der ersten Sekunde an Respekt vor mir hat. Wie ich schon erklärte hat das für mich nichts damit zu tun den Menschen schlechter zu behandeln, wenn ich jemand wäre der auf anderen rumhackt würde ich den Respekt vor mir selbst verlieren.
    Ich behandle jeden Menschen erstmal freundlich, denn einschätzen kann ich Fremde schlecht. Verlogenheit ist in meinen Augen das falsche Wort dafür - Obwohl du nicht unrecht damit hast.

    PS: Das Leben "missgönnen" ist hart formuliert, allerdings sehe ich es oftmals so das viele Menschen es eher verdient hätten weiter auf dieser Erde zu wandeln als andere. Das mag weder politisch korrekt noch ethisch einwandfrei sein, ist jedoch ein Gefühl das sich oft breit macht, wenn ich sehe welche Menschen in dieser Welt weiterkommen.

    AntwortenLöschen
  6. Respekt schein mir als Begriff häufig zu weit gefasst um aus ihm eine spezifische Definition herauszuleiten. Genaugenommen kommen hier 2(mglw mehr) verschiedene Phänomene zusammen:
    Wertschätzung und Autorität
    letzteres noch verteilt auf fachliche und strukturelle Autorität

    1. fachliche autorität ist schlich und einfach die Anerkennung das die andere person Fähigkeiten oder Kentnisse besitzt die in der einschätzung einer spezifischen Lage oder der Lösung eines spezifischen problems den eigenen überlegen ist.

    2.strukturelle Autorität ist nicht anderes als ein Machtungleichgewicht bei der die jeweis andere Person aufgrund ihrer Position in der Lage ist Dinge zu erreichen oder verhindern die einem selbst nicht möglich sind und daher zum Handeln im Sinne der eigenen Ziele bewegt werden muss (wobei dieser Zustand nicht wechselseitig zutrifft)

    3.Wertschätzung: diese ist in ihrer Ursache wohl die komplexeste(da auf den meisten Faktoren beruhenste) lässt sich aber in ihrer wirkung auf eine einfache subjektive Präferenzhirarchie zurückführen

    Konzepte wie "Respekt vor dem Leben" oder "Respekt vor den Rechten anderer" sind hierbei lediglich soziale Normen die sich aus der Funktionsnotwenigkeit der Gesellschaft herleiten (der strukturellen Autorität der Gesellschaft als ganzes), eine Notwendigeit der individuellen Wertschätzung geht damit (mMn) nicht einher


    PS: persönlich ist eines meiner größten "pet peeves" wenn andere Menschen diese Kategorien vermischen (zB meinen sie hätten ein Anrecht auf Wertschätzung aufgrund ihrer strukturellen Autorität) oder meinen sie könnten generell Respekt verlangen obwohl sie in keine der oben genannten Kategorien fallen (die meinen der Respekt anderer leite sich schlicht aus dem Bedürfniss ihres Selbstbildes her(von dier benannter Respekt vor Religionen wäre dort das beste Beispiel))

    AntwortenLöschen