Montag, 30. Juni 2014

Misanthropie


Das Wort „Menschenhass“ wirkt auf den ersten Blick ziemlich extrem. Sieht man sich die Definition von Misanthropie an steht dort: „ beschreibt die Sichtweise einer Person, die den Menschen hasst bzw. ihre Nähe ablehnt.“


Ein Misanthrop zu bedeutet jedoch nicht sich aggressiv oder gewalttätig zu verhalten. Viel mehr ist es eine Sache der Einstellung, als eine Handlungsweise. Von sich selbst behaupten wohl die wenigsten Menschen ein Misanthrop zu sein, ich bin in der Tat oftmals einer.


Allerdings hat dieser Zug meiner Person rechtwenig mit meinem Moralischen Verständnis zu tun. Ich mag die Massen nicht, besonders wenn ich gezwungen bin mich in ihr zu bewegen.







Vor allem in öffentlichen Verkehrsmitteln oder in der Schlange des Supermarktes taucht dieser Hass unvermittelt und glasklar in mein Denken und sorgt dafür, dass ich meine eigene Rasse nicht leiden kann. Das Gefühl Bedrängt und belästigt zu werden steigt in solchen Momenten meine Kehle hinauf wie giftige Galle, die sich durch Metall der Kasse vor mir fressen will. Die Nähe Fremder zu ertragen, ihre Geräusche und Gerüche, war für mich noch nie besonders leicht. Vielleicht liegt das auch daran das ich selten das Gefühl habe das mich etwas mit diesen Leuten verbindet. Immerhin kann ich mir diese Menschen nicht aussuchen. Ebenso wenig wie Arbeitskollegen oder Studienpartner.

Man muss sich manchmal mit dem was einem vorgesetzt wird arrangieren, jemanden wie mir fällt das schwer und leicht zu gleich. Ich suche mir in einer Gruppe meist eine Handvoll Menschen die meinen Drang zum Selbstmord nicht bis aufs Blut schüren und versuche dem Rest mit freundlicher Ignoranz aus dem Weg zu gehen. Allerdings muss ich gestehen, dass in mir noch das genaue Gegenteil schlummert – Doch das erkläre ich Euch in einem anderen Post.




Kommentare:

  1. Ich kann dir so gut nachfühlen. Ich kann Menschenmassen auch nicht ausstehen und fühle mich schnell unwohl und wenn mich dann noch jemand Fremdes berührt ist es ganz aus. Dann würde ich am liebsten unter die Dusche rennen. Außerdem mag ich überhaupt nicht von Fremden angesprochen zu werden.

    Trotzdem bin ich gern unter Menschen, allerdings nur in ganz kleiner Runde (also so 3 Leute oder 4) und dann Menschen, die ich mag. Wobei das mit dem mögen auch so eine Sache ist. Ich brauch ewig, bis ich jemanden in mein Herz schließen kann.

    Liebe Grüße

    Kitty :)

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  2. Ich kann das sehr gut nachvollziehen.

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  3. Ich kann das sehr gut nachvollziehen.

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  4. Ich glaube die Tendenz geht bei vielen Menschen in die Richtung, allerdings völlig unnötig.
    Es ist wie mit der Emo-Szene welche es ja auch nicht leicht hat.
    Auch denke ich das das was typisch deutsches ist. Wir hier sehen viel zu vieles zu negativ.
    Warum? Du hasst Menschen, nur nicht deine Freunde. Warum machst du es den Menschen schwerer wie es ist?
    Neue Leute kennen lernen fällt nicht schwer und es gibt ne Menge gute Menschen.
    Für mich ist das eine pubertäre Sichtweise, ähnlich die, die du hast beim Thema Respekt.
    Vielen würde ein wenig positives Denken durchaus gut tun. Leider geht gerade hier bei uns der Trend zum negativ denken. Letztens hab ich dazu nen guten Kommentar gelesen: positives Denken ist kein Verbrechen, aber wird bei uns immer gleichgesetzt mit Ignoranz und Dummheit.

    Das passt auf solche Themen. Leute das Leben ist schön, auch wenn vieles nicht so läuft wie es ist. Es gibt keinen Grund jemand zu hassen, vor allem nicht schon von vorne herein.

    Woher kommt dann die heutige Misanthropie? Ich denke nicht das man das überhaupt so nennen kann.
    Ich denke viele haben nur einfach ein Problem mit der eigenen Person, ein Problem ihren Platz zu finden, bzw ihre Identität und suchen die Ursachen bei anderen.
    So entsteht

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  5. Ich bin auf alle Fälle Misanthrop. Und ich bin dragophil. Im Ernst: Das ist wohl eine Seite unseres Seins, die wir gerne leugnen würden, die aber einfach zu uns gehört. Wir sind so! Und solange es nicht in rohe Gewaltausbrüche führt (was
    eigentlich nur geschieht, wenn man es ständig unterdrückt), ist das auch völlig in Ordnung. In Gedanken habe ich schon viele nervende Zeitgenossen langsam und grausam gequält und getötet. Und ich habe es jedes Mal genossen. So, die Herren (und Damen) Hobby-Psychologen, jetzt können Sie über die Gefahren, die von mir ausgehen, sinnieren. Aber wir Drachen sind (innerlich) eine gewalttätige Rasse.

    LG Drago

    P.S.: Ein geiles Foto! Dein Auto? Wenn nicht, solltest Du das Kennzeichen unkenntlich machen. Sonst evtl auch. ;-))

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  6. Ich bin immer wieder schockiert, wie sehr ich mich in deinen Posts selbst wiederfinde. Ich schätze wohl ich bin in den selben Situationen genauso wie du.. Allerdings gibt es auch Menschen ohne die ich nicht leben könnte, allerdings sind das nur eine handvoll Leute.

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