Dienstag, 9. September 2014

Serienkiller: Jack Unterweger


Auch die Steiermark hat ihre dunklen Seiten, das hat der Serientäter Jack Unterweger eindrucksvoll bewiesen.  Er wurde als unehelicher Sohn einer österreichischen Prostituierten und eines US-Soldaten im Jahre 1951 geboren. Sein junges Leben verbrachte er zwischen alternden Huren und deren Zuhältern, so dass es nicht verwunderlich ist, dass ihm seine Schulbildung bereits mit 9 Jahren so unwichtig vorkam, dass er die Schule schlicht kaum noch aufsuchte.
Bis er 18 wurde sammelte er bereits 16 verschiedene Anklagen und wurde mehrfach für diese eingesperrt. Als er 1976 wieder freigelassen wurde, dauerte es nicht lange, bis man wegen seines ersten Mordes anklagte.  Er hatte eine Prostituierte zunächst mit einer Eisenstange niedergeschlagen und dann mit ihrem BH erwürgt. Zu den Vorwürfen sagte er:

„Ich habe mir meine Mutter vorgestellt, und ich habe sie getötet.“

Nach seinem Geständnis wurde er zu einer lebenslänglichen Haft verurteilt. Er wurde auch verdächtigt im April 1973 eine 23-jährige Frau in Salzburg ermordet zu haben, die Ermittlungen in diesem Fall wurden jedoch eingestellt.
Seinen Aufenthalt im Gefängnis nutzte Unterweger ähnlich wie die Serienkiller in den USA – er wurde ein „ernsthafter“ Autor und verschaffte sich großes Ansehen. Dank einer Vielzahl von Fürsprechern wurde er am 23. Mai 1990 durch eine Petition wieder als geheilt entlassen und sagte der Presse:

„Dieses Leben ist nun vorbei. Beginnen wir mit einem neuen.“


Unterweger galt ab diesem Zeitpunkt als Vorzeigemodell der Rehabilitation und genoss nicht nur Ansehen auf Grund seiner Kunst und den schrecklichen Umständen seiner Kindheit. Seine sympathische Art machte ihn schnell bei den Medien beliebt. Seine Tarnung ging auf.
Kurze Zeit später - sechs Monate - im Oktober 1990 wurde bereits die Leiche einer Prostituierten in einem Waldstück gefunden, auch sie wurde mit ihrem BH erdrosselt. Sie sollte nicht das letzte Opfer gewesen sein. Trotz des eindeutigen Verdachtes und der Tatsache, dass Unterweger in der Nähe der Tatorte Lesungen zu seinen Büchern gehalten hatte, konnten die Ermittler ihm nichts nachweisen.
Innerhalb von 12 Monaten waren 6 Frauen tot.

Im Sommer 1991 führt sein beruflicher Erfolg als Autor in sogar über den großen Teich nach L.A. Zusammen mit seiner Geliebten reiste er in den USA ein. Er setzte dort seine „Fachkenntnisse“ über Verbrechen und Mord nicht nur für Journalistische Zwecke ein, sondern führte auch das Morden gnadenlos weiter.

Shannon Exley, 20.06.1991
Irene Rodriguez, 30.06.1991
Peggy Booth, 10.07.1991

Alle drei Frauen wurden auf die gleiche Art getötet und alle drei gingen der Beschäftigung als Prostituierte nach. Während Unterweger seine Reisen fortsetze und halb Europa bereiste, wurden in Österreich immer mehr Leichen gefunden, die sein Markenzeichen trugen. Die Ermittler in den USA und Österreich tauschten auf Grund des dringenden Tatverdachtes inzwischen Informationen aus um den Killer zu fassen, während seine Mordlust immer wieder an anderen Orten gestillt wurde. Trotzdem konnte ihm nichts nachgewiesen werden, bis er einen Entscheidenden Fehler beging. Jack flüchtete über die Schweiz nach Paris und von dort weiter nach Miami. Auf dieser Grundlage wurde ein Durchsuchungsbefehl für die österreichischen Ermittler ausgestellt und man untersuchte seinen PKW und seine Wohnung. Endlich fand man eindeutige Beweise. In seinem Auto fand man ein Haar von einer toten Frau.
Eine internationale Fahndung wurde eingeleitet und Unterweger konnte von FBI Agenten in Miami am 27. Februar 1992 verhaftet werden.
Nach einem kurzen Streit der Behörden, in welchen Land man ihm den Prozess machen sollte, wurde er an Österreich ausgeliefert, wo er am 28. Juni 1994 zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Allerdings hatte Jack nicht vor, sein Leben in Haft zu verbringen und richtete sich am 29. Juni selbst, indem er sich durch das Band seiner Jogginghose erhängte.
In seiner Zelle wurden Audio Kassetten gefunden, deren Inhalt aber nie an die Öffentlichkeit gelangte.





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