Mittwoch, 17. September 2014

Serienkiller: Sophie Charlotte Elisabeth Ursinus


Dass Mord weder eine Frage des Geschlechtes noch des Alters ist und auch in den besten Kreisen vorkommen kann, ist inzwischen weltweit bekannt, zu Zeiten von Sophie Ursinus jedoch war es ein Skandal.
Die Tochter eines österreichischen Diplomaten wurde 1760 geboren. Im zarten Alter von 19 Jahren heiratete sie den wesentlich älteren Justizrat und Regierungsdirektor Theodor Ursinus. Die eher geschäftliche Bindung störte sich wenig an ihrer Affäre mit einem dänischen Offizier. 1796 trennte sich dieser jedoch von Sophie. Sie bemühte sich anschließend vergeblich, ihn zurückzugewinnen und damit begannen die Dinge ins Rollen zu kommen. Nach mehrmonatiger Krankheit verstarb der Offizier im Juli 1797 offiziell an einer „Lungenschwindsucht“.
Noch hatte niemand die junge Frau im Verdacht. Das änderte sich jedoch als ihr Ehemann überraschend verstarb. Am 11. September 1800 starb Theodor Ursinus – was besonders verwunderlich war, da er am Vortag noch seinen Geburtstag gefeiert hatte. Der jungen Witwe zufolge hatte er am Abend der Feier bereits über Unwohlsein geklagt. Er verstarb am Nachmittag im Beisein von mehreren bekannten Ärzten dieser Zeit, darunter der königliche Leibarzt Johann Ludwig Formey. Der erste Verdacht gegen Sophie wurde laut geäußert. Angeblich habe sie einige Wochen vor dem Tod ihres Mannes bei einem Apotheker Rattengift erstanden.
Am 20.01. 1801 verstarb dann auch noch die Tante der jungen Frau unter ähnlichen Umständen. Auch sie hinterließ ihrer Nichte ein großes Vermögen, was für ein eindeutiges Motiv spricht.

Laut Überlieferungen wusste ihr Leibdiener namens Klein über die Tötungen Bescheid. Dies wurde ihm 2 Jahre später im Februar zum Verhängnis. Er erkrankte urplötzlich und auch die Pflegeversuche seiner Herrin schienen es nur schlimmer zu machen. Als er einen Milchreis nicht essen wollte, beobachtete er wenig später, wie Sophie diesen wegwarf. Misstrauisch geworden, durchsuchte er die Wohnung und entdeckte Arsenik Pulver.
Am 3. März brachte ihm Sophie gebackene Pflaumen, die er von einer Vertrauten auf Gift untersuchen ließ. Als sich dieser Verdacht bestätigte wurde Anzeige erstattet.
Am Abend des 5. März wurde Sophie Ursinus verhaftet. Sie gestand den Mordversuch an ihrem Diener und widersprach dem Verdacht des Giftmordes an ihrem Liebhaber, Mann und ihrer Tante. Die Vermutung, dass Klein mehr wusste als er vor Gericht erahnen ließ, würde ein Motiv erklären.
Die Exhumierung der Leichen konnte den Verdacht eines Giftmordes weder bestätigen noch verneinen. Da der Verdacht so nicht ausreichte konnte sie nur dem versuchten Mordes an ihrem Diener vollständig schuldig gesprochen werden. Ihr Erbe wurde ihr jedoch gelassen. Nach dreißig Jahren Haft wurde Sophie 1833 begnadigt, durfte die Stadt jedoch nicht verlassen.
Sie starb am 4. April 1836 als Mitglied der besseren Gesellschaft in Glatz.


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