Mittwoch, 22. Oktober 2014

Gutes tun leicht gemacht: Tiere aus dem Heim

Meine Hündin stammt aus dem Tierheim.
Wenn man den Entschluss fasst das eigene Leben durch das eines Tieres zu bereichern sollte man sich nicht nur darüber im Klaren sein, dass eine solche Entscheidung Auswirkungen auf die eigene Zeit, den Geldbeutel und die eigene Freiheit hat, sondern auch was dies für ein Tier bedeutet.
Hat man sich dennoch dazu entschieden kommt gleich die nächste Frage: Wo bekommt man ein Tier her?
Im Internet gibt es tausende von „Züchtern“ die verschiedene Tiere und Gattungen anbieten, doch wer sich ein echtes „Rassetier“ holen will, sollte zumindest vorher prüfen ob der Züchter wirklich vertrauenswürdig ist. Der Erwerb eines Züchterscheins ist noch immer recht simpel und bedeutet nicht, dass es den Tieren dort wirklich gut geht oder ob sie entsprechende versorgt wurden. Auch der Erwerb in einem Tierladen bringt viele unschöne Seiten mit sich, denn auch dort hat man wenig Einsicht auf die Herkunft der Tiere und wie sie dort „Produziert“ wurden.
Eine kleine Geschichte aus meinem Alltag:

Eine gute Freundin besorgte sich eine Katze bei einer privaten Züchterin. Das Ende vom Lied war, dass meine Freundin bereits mehr Fachwissen zu dieser Gattung der Katzen hatte als die Züchterin selbst. Nicht nur das diese das Tier zu früh von der Mutter entfernte, es hatte auch noch ein anderes Geschlecht. Am Ende war meine Freundin einfach froh, zumindest ein Kätzchen aus dieser „Haltung“ geholt zu haben. Die anderen musste sie leider ihrem Schicksal überlassen.

Wer sich also um das Wohl der Tiere sorgt und sicher sein möchte, dass sein Tier auch zu ihm passt sollte das nächste Tierheim ansteuern und sich dort einmal umsehen. Auch wenn Tierheime einen schlechten Ruf haben, sind die Verhältnisse dort doch meist wesentlich angenehmer für die Tiere. In Tierheimen oder einer Pflegestellen warten jedes Jahr werden ca. 300.000 Tiere auf ein neues Zuhause. Die wenigsten Tiere werden aufgrund von Aggressionen abgegeben, im Gegenteil! In den meisten Fällen ist der Besitzer schlicht nicht mehr bereit seine Zeit für das Tier herzugeben.
Man trifft im Tierheim auf verschiedene „Rassen“, auf junge und alte Tiere – so findet sicherlich jeder Mensch sein geeignetes tierisches Gegenstück. Einer der besonders positiven Punkte ist unter anderem das man das Tier erst einmal „kennenlernen“ kann. Mit einem Hund beispielsweise kann man durch aus einigen Malen Gassi gehen und schauen ob die Chemie auch wirklich stimmt – bei einem Züchter hat man dieses Privileg nicht. Außerdem hat man in einem Tierheim auch immer eine Beratung an der Seite, die wichtige Fragen klärt:
Wie lange ist das Tier am Tag allein?
Wieviel Auslauf hat es und wie wird es gehalten?
Welches Futter ist das richtige und was verträgt das Tier ev. nicht?
All diese Dinge werden im Tierheim vor der Übergabe eines Tieres geklärt. Auch der Preis ist wesentlich geringer, als der eines „Zuchttieres“ dieses trifft zwar auch auf kleine privat Züchter zu, doch hier handelt man klar gegen den Tierschutz und unterschützt einen schwarz Markt der kaum zu überblicken ist.

Wer sich also ein Tier anschaffen möchte und dabei etwas Gutes tun will, sollte auf ein Tier aus dem Tierheim oder einer Pflegestelle zurückgreifen.

Übrigens ist es ein Vorurteil das nur ausgewachsene Tiere abgegeben werden, auch Tierbabys laden oft im Heim weil niemand bereit ist ihnen ein Zuhause zu geben. 

Kommentare:

  1. Hey :)

    Ich habe mir deinen Blog mal durchgeschaut und finde ihn wirklich toll.
    Und ich muss dir recht geben, man sollte sich zu erst einmal im Tierheim oder beim Tierschutz umschauen ob es da nicht vielleicht eine Fellnase für einen gibt bevor man zu einem Züchter geht. Ich habe meine Hündin aus dem Tierschutz und man sieht einfach jeden Tag wie dankbar sie einem ist das man ihr ein gutes Leben schenkt :)

    Liebe Grüße,
    Lisa

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  2. Hey,

    ich hab mir nach deinem verärgertem Smilie zu meinem Facebookpost diesen Beitrag und deine Haltung mal duchgelesen. Ich find die Einstellung grundsätzlich toll, aber man sollte auch nicht pauschalisieren und gleich zornige Gesichtchen irgendwo hinterlassen ohne die Geschichte hinter einer Entscheidung zu kennen ;) Mein Mann und ich haben bereits 2 Jahre einen Hund gesucht. In den Tierheimen bei uns war grundsätzlich die Aussage entweder nicht an Ersthalter, nicht an Leute ohne weiteren Hund oder nur an Leute, die vor der Übernahme bereit sind einen Monat lang 2x am Tag Gassi zu gehen mit dem Tier. Auch letztere Haltung ist für mich in Ordnung um die Ernsthaftigkeit zu prüfen, aber bei einem 75km entfernten Tierheim, ist eben nicht in diesem Zeitumfang machbar. Irgendwann haben wir angefangen parallel nach Züchtern zu suchen und haben die Züchterin gefunden von der wir jetzt einen Hund bekommen. Wir haben viele Telefonate geführt, ihre Hunde kennengelernt als der Wurf noch in der Planungsphase war und sind öfter von Franken nach NRW gefahren, um Kontakt zu haben und auch mit den Hunden etwas zu tun. Wo die Welpen da sind gibt es auch mehrere Besuche bevor wir den Welpen mitnehmen und wir verbringen dafür auch gerne 2x400km auf der Autobahn an nur einem Tag.

    Warum erzähle ich dir das? Ich muss mich nicht rechtfertigen, aber es gibt eben mehr als schwarz und weiß. Man kann sich über Züchter, Hunde und alles eben gut informieren im Voraus und muss das auch. Ebenso gibt es Tierheime, die einfach blöd sind, was manches angeht ;)

    Ich würde mir niemals ein Tier leichtfertig anschaffen, denn 15 Jahre sind eine verflucht lange Zeit und daher sollte man auch genug Zeit mit der Auswahl verbringen.

    Liebe Grüße
    Sabrina

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    1. Für mich ist das eindeutig - das Problem mit Tierheimen ist bekannt. Diese gibt es jedoch Europa weit.
      Mit jedem Hund der von einem Züchter gekauft wird - egal ob ein "guter" oder nicht werden mehrere Hunde ein Land weiter getötet. Da hinterlasse ich schon mal zornige Gesichter ;)
      Dazu hat FB die Option ja schließlich auch eingebaut.
      Ich finde es einfach nicht okay.
      Dennoch ist es schön das du es zumindest für deine Verhältnisse versucht hast. Moralisch ist es für mich dennoch nicht okay, aber Menschen sind eben verschieden.

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