Freitag, 24. Oktober 2014

Serienkiller: Warum wir Würger, Schlitzer und Kannibalen verehren



Menschen beschäftigen sich gerne mit Dingen, die ihnen das Blut in den Adern gefrieren lassen. Für einige ist das Monster unter dem Bett nicht nur eine getarnte Urangst, sondern auch eine spannende Gute-Nacht-Geschichte.
Mit den Geschichten von Serienkillern ist es ganz ähnlich. Natürlich hat noch jeder Angst vorm „schwarzen Mann“ – jedoch scheint es inzwischen auch einen Großteil der Unterhaltung einzunehmen. In Film und Fernsehen werden die brutalsten Täter immer wieder vorgestellt und von allen Seiten beleuchtet. Die Faszination der Medien ist dabei nur die Spiegelung der Zuschauer, denn diese wollen alles wissen, was es über die Killer zu wissen gibt.
Viele fühlen sich dabei wie in einem großen Krimi, in dem sie die großen Puzzle-Stücke zusammensetzten dürfen.  Die meisten werden durch die bloße Neugierde angetrieben. Die Frage nach dem Motiv ist dabei immer die größte und wird ergänzt durch die Frage, wie ein Mensch derartiges wie Mord überhaupt begehen kann.  Zu der Entwicklung von antisozialen Persönlichkeiten gibt es zahlreiche Untersuchungen und doch scheint niemand das Mysterium „böse“ vollständig verstanden zu haben. Es gibt zu viele Facetten und zu viele Ungereimtheiten – und zu viele unterschiedliche Fälle.
Dominanz, Macht und Aggressivität üben schon seit der Urzeit eine gewisse Anziehungskraft aus. Nicht umsonst wurde derjenige Anführer, der das Mammut am schnellsten abschlachtete. Umgedreht jedoch ist es ebenso. Der vermeintliche Mörder wird  durch eine Endorphin-Ausschüttung im Gehirn belohnt, ähnlich wie bei einem Rauschzustand.


Dieser Umstand führt dazu, dass der Mörder immer weiter töten will – und die Zuschauer immer mehr Blut sehen wollen. In die Schlagzeilen schaffen es längst nicht mehr alle Serienkiller, die auf dieser Welt ihr Unwesen treiben, nur die wirklich schockierenden finden in den Medien noch ihren Platz.

Eine Frauenleiche ist nur noch interessant wenn sie schwer verstümmelt und sexuell missbraucht wurde. Ein Mord innerhalb einer Liebesbeziehung schafft es nur noch in die Abendnachrichten, wenn der vermeintliche Täter ein bekannter Sportler ist. Ein Kannibale bringt mehr Einschaltquoten, als eine Demonstration. Die Tendenz zum Schrecken wächst mit jedem neuen Schrecken, der konsumiert wird. 

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