Montag, 15. Dezember 2014

Gastpost - Henning vom "kleinen roten Politblog"


http://letsbefaulous.blogspot.de/

Vegan leben hilft Armut und Hunger zu bekämpfen

Eine These, auf die die meisten Menschen wohl er nicht kommen würden, geschweige denn ihr zu stimmen. 
Doch so verrückt es klingt stimmt es auch! 

Wenn du mal in dich gehst und mal reflektierst warum du oder andere sich entschieden haben vegan zu leben,
dann wirst du unweigerlich auf a) mir tuen die Tiere leid und unser Fleischkonsum ist unethisch oder b) und
das ist der Grund für ca. 80% der in Deutschland vegan Lebenden, es ist dir einfach zu ungesund tierische 
Produkte zu essen. Was hat also Veganismus nun genau mit Armut und Hunger zu tun, es scheint doch eher wie
eine Frage des persönlichen Lebensstils?

An diese Stelle füg ich einfach mal ein einfaches Rechenbeispiel: Wenn Deutschland seinen Fleischkonsum
selbst decken will, dann brauch es allein für die Futtermittel eine Agrafläche von 17 Millionen Hektar.
Zusammen mit Weidefläche, die natürlich für die Massentierhaltung entfält und der Fläche für die Ställe
und Mastbetriebe wäre Deutschlands landwirtschaftlichen Nutzflächen voll ausgelastet, heißt also wir könnten
kein Getreide, kein Gemüse und kein Obst mehr selbst herstellen und das nur um unseren eigenen Fleischkonsum
zu befriedigen! Anders ausgedrückt beträgt die weltweit genutzte landwirtschaftliche Fläche die für die 
Produktion von tierischen Produkten "verbraucht" wird in etwa 70%. Das grenzt fast schon an Wahnsinn, den wir
die Hauptkonsumenten verursachen, denn die westlichen Industrienationen allen vorran die USA und die EU 
verbrauchen anteilig am meisten. Das ist der Stand heute, doch viele Schwellenländer nehmen sich ein (schlechtes)
Bespiel an uns und erhöhen maßlos ihren Konsum an tierischen Produkten, besonders fallen dabei die BRICS auf,
also Brasilien, Russland, Indien, CHina und Südafrika. Erreichen diese Länder unseren Fleischkonsumstandard
wird unser Planet überlastet sein mit den an ihn gestellten Anforderungen! Es kann gar nicht genug Fleisch 
produziert werden.

Anhand dieser Prognosen sollte unsere Politik vielleicht aufhören Massentierhaltungen und Tierprodukte zu
subventionieren und sich nach alternativen Möglichkeiten umschauen die Welt zu ernähren. Aber wie heißt nunmal
der Wahlspruch eines jeden Kapitalisten: Nach uns die Sintflut! Also röhrt die Fleischindustrie munter weiter
und hat sogar angekündigt ihre Produktion bis zum Jahr 2050 auf 480 Millionen Tonnen zu steigern. Dafür werden
dann immer mehr landwirtschaftliche Flächen so zu sagen vernichtet und die leidtragenden werden die Armen 
dieser Welt sein. Denn wenn das Angebot sinkt und die Nachfrage steigt, steigt der Preis und bei Lebensmitteln
hat er das schon immer exorbitant getan. Die Industrienationen haben ja noch die Mittel um ihrer Bevölkerung
das Essen zu finanzieren, doch vor allen dingen die Dritte Welt wird darunter leiden. Ein Hungersterben auf
das wir alle hinarbeiten.

Wie können wir das verhindern?

Ganz klar müssen wir unseren Fleischkonsum kurzfristig gesehen runterfahren, aber um die wachsende Weltbevölkerung
zu versorgen führt kein Weg an einem 100% veganen Lebensstil vorbei. Schon heute wird geguckt wie die Menschheit
mit Algen und Pilzen ernährt werden kann. Aber auch aus humanitärer Sicht ist es schlauh komplett auf Fleisch,
Eier, Milch etc. zu verzichten. Warum? Ganz einfach wird in Deutschland die Nachfrage nach pflanzlichen Produkten
erhöht, müssen wir um den erhöhten Bedarf zu decken aus dem Ausland importieren und da ist die Dritte Welt, 
deren Wirtschaft hauptsächlich auf den primären Sektor basiert, der erste Ansprechpartner. Das heißt wir 
Exportieren dann keine Nahrungsmittel zum Dumpingpreis, sondern müssen diese Importieren und werden somit
abhängig von den Nationen Afrikas, Südamerikas oder Asiens. Das bedeutet die örtlichen Kleinbauern machen 
endlich Profite und werden nicht mehr gezwungen in irgendwelchen Fabriken für ein paar Cents pro Tag wie die
Sklaven zu schuften. Die Landwirtschaft erstarkt in diesen Ländern und damit auch eine Unterschicht die plötzlich
Mittel hat sich gegen politische und soziale Tyrannei zu wehren. In diesen Ländern wird ähnlich wie in 
Europa zur Zeit der Industriealisierung dann ein Klassenkampf zwischen einem erwachenden Proletariat und einer
eingesessenen Bourgeosie entstehen, der entweder in Revolutionen oder sozialen und politischen Umwälzungen 
führen die auf lange Sicht das Leben der Menschen dort verbessern wird. 

Auch wenn vor allen dingen der letzte Absatz etwas weit hergeholt scheint, so ist es doch wahr. Viele Dinge 
sind so tief in andere Dinge hineingewoben, dass es fast unmöglich ist irgendwo etwas zu ändern ohne das irgendwo
auf der Welt in einem komplett anderen Bereich Auswirkungen zu spüren sind! Viele kennen das vielleicht unter
dem Schmetterlingseffekt, das immer wenn ein Schmetterling mit den Flügeln schlägt das irgendwo irgendwann zu
einem Sturm führt. Das heißt alles wir hier tuen oder nicht tuen Auswirkungen auf den Rest der Welt hat, unser
Essen wird da nicht ausgeschlossen. 

Hofft das ihr über euere Essgewohnheiten nachdenkt,
Henning vom "kleinen roten Politblog"

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