Donnerstag, 4. Juni 2015

Pro Ana und Pro Mia auf Instagram

Wer nicht weiß, was Pro Ana und Pro Mia bedeutet: *Klickt hier*

Ich berichte nicht das erste Mal über Pro Ana und Pro Mia – und es wird auch sicherlich nicht das letzte Mal sein.  Das Thema ist noch immer brandaktuell und wird mal mehr und mal weniger in den Medien thematisiert.

Als „neue“ Instagram Nutzerin war ich mehr oder weniger schockiert wie sich das Thema auch dort durch die Mädels und Jungs zieht. Namen nenne ich natürlich nicht, doch ich ertappte mich z.B. wie ich einem hübschen jungen Mädchen folgte, dass einen ähnlichen Musikgeschmack hat … Nach dem dritten oder vierten Post zum Thema Hungerwahn, habe ich sie aus meiner Liste entfernt.

Nicht um das Thema zu ignorieren, sondern eher um sie nicht in dem Irrglauben zu unterstützen es wäre richtig was sie macht. Die Mädels und Jungs bei Instagram (und auf vielen anderen Seiten) führen einen richtigen Kampf gegen einander.



Wer bekommt mehr Likes und Herzchen für seine Rippen?
Wer hält es länger aus, ohne Essen?

Der Kampf gegen sich selbst, die Vernunft und den gesunden Verstand wird in aller Öffentlichkeit geführt. Einige Sachen werden recht schnell gesperrt, andere nicht. Wo genau dort die Grenzen verlaufen ist für mich mehr als fraglich …

Meldet man einen Pro Ana oder Pro Mia Blog entstehen 3 neue. Und es ist sicher auch nicht hilfreich, wenn die Mädels und Jungs sich gar nicht mehr austauschen können. Immerhin leiden sie alle. Aber was kann man dann tun?
Ich bin inzwischen etwas ratlos.

Immer wieder biete ich meine Hilfe an - verweise auf Hilfedienste im Netzt und so weiter ... Doch so richtig scheint das die wenigsten zu kümmern. 

"Die Models sehen auch alle so aus."

Unrecht haben sie damit nicht - auch die meisten Models sehen dürre und unglücklich aus ... Und ich erwische mich auch oft selbst dabei, wie ich den Bauch einziehe und man meine Rippen sehen kann. Wo also ist die Grenze?

Magersucht und Bulimie können einen töten, das ist nicht neues und auch den meisten Mädchen und Jungs bekannt. Doch sie schaffen es trotzdem nicht aus dem Teufelskreis heraus - erst recht nicht, wenn sie sich gegenseitig wieder hineinziehen ..


Kommentare:

  1. Hallöchen,
    erschreckend das es selbst auf solchen Plattformen seine Runde macht. Ich habe im Familienkreis selbst jemanden der damit zu kämpfen hat, aber nicht einsehen mag, wie sehr man sich selbst damit schadet.
    Meine Wenigkeit hingegen hat dem längst abgeschworen und wirft nur noch übermüdet einen Blick auf die ach so tollen Modelfotos...die mit Hungerwahn glänzen und ..ach was solls...
    Ich denke das wird sich nie ändern, solange die Medien nicht endlich aufwachen....

    interessanter Beitrag. Lg Janine

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  2. Sehr schön, dass du dieses Thema ansprichst! Habe damals in der Schule selbst schon einen Vortrag darüber gehalten, weil viel mehr Menschen davon wissen sollten...
    Liebe Grüße

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  3. Du hast wirklich tolle und passende Worte gefunden!

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  4. Es ist schwierig zu unterscheiden, wo die Grenze liegt zwischen dem Nacheifern nach den Modevorbildern und der Anfälligkeit durch psychische Probleme, ausgelöst durch das Umfeld, oft genug die Familie.
    Wenn sich das innere Bild und das äußere Bild des Körpers für die Betroffenen erst einmal voneinander entfernt hat, helfen auch keine Ratschläge mehr. Denn dann muss in der Regel auch professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden, um die Ursachen aufzuarbeiten. Ein langer und mühsamer Weg, der vielleicht auch nie enden wird...

    Es kursierte damals in solchen Gruppen so ein 'Brief von Ana'.
    Ich hatte zu der Zeit Kontakt mit einigen Mädchen, die auch davon betroffen waren, und ich schrieb selbst einen Brief an Ana, der sich an den Briefaufbau anlehnt, aber mit einer entgegengesetzten Botschaft.

    https://tabulatur.wordpress.com/2007/12/31/an-ana/

    In erster Linie hatte ich es damals geschrieben, um mit meiner eigenen Hilflosigkeit fertigzuwerden, weil ich erkannt hatte, dass eine wirkliche Hilfestellung so schwierig ist.
    Was ich aber tun konnte, das war da zu sein,- als Ansprechpartner, egal wie die jeweilige Situation auch war. Und das war auch eine Hilfe, denn ich habe die Personen und ihre Nöte ernst genommen..Wenn diese Hilfe von außen auch nur klein sein konnte.

    Liebe Grüße, Tamaro

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  5. Hallo!

    Schön, dass auch die negativen Seiten dieses Themas angesprochen werden. Immer wieder tauchen solche Blogs auf und es nimmt einfach kein Ende - zumindest scheint es so.

    Es ist insofern schwierig darüber zu urteilen, weil wenn man sich nicht selbst in so einer Situation befunden hat, denke ich, kann man nur schwer nachvollziehen, was einen in diesen "Magerwahn" treibt.
    Es müssen gar nicht immer die Models sein, die quasi "schuld" daran sind, viel mehr sind es oft vereinzelte Kommentare über die Figur und das was von den Medien generell als Schönheitsideal propagiert wird. Das fängt schon bei den Kinderserien.

    Ich finde diese Gesamtsituation einfach schwierig, sie ist so verfahren. Im Endeffekt müsste man das Schönheitsideal ändern, was aber nicht so einfach geht und trotzdem jeder einzelnen Person eine individuelle Lösung anbieten. Immerhin steckt bei jedem etwas anderes dahinter.
    Es ist bestimmt nicht einfach aus einer Essstörung rauszukommen. Ich kann total nachvollziehen, dass dich solche Bilder schockieren. Ich dachte mir das erst letztens, als ich durch Zufall auf so ein Instagram-Account gekommen bin.

    Das Wichtigste ist wirklich die Aufklärung. Man muss die Menschen aufklären über die Risiken und versuchen jedem Menschen auf dieser Welt klarzumachen, dass er gut ist so wie er ist. Auf der anderen Seite finde ich es aber auch schwierig einem schwer übergewichtigem Menschen zu sagen, dass das gut ist - ist immerhin schlecht für die Gesundheit. Mit kommt oft vor, es gibt selten dieses "Gleichgewicht". Immer öfter rutschen die Dinge in das eine Extrem oder in das andere.

    Man müsste wirklich im Großen Stil auf das Problem aufmerksam machen. Es ist einfach so schrecklich, dass das total untergeht. Immerhin ist die Zahl der Betroffenen beträchtlich.

    Jedenfalls, was ich eigentlich sagen wollte: Toller Post und ich finde es gut, dass du darauf aufmerksam machen willst!

    Liebe Grüße
    Eden

    www.sexbooksandheavymetal.com

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  6. Ein wichtiges Thema ! Und schön zu lesen wie hier teilweise damit umgegangen wird, denn ich denke wir alle haben solche Bilder schon entdeckt und uns hilflos gefühlt. Hilfe anbieten ist großartig !!! Also weiter so <3

    Abgesehen davon, dass ich auch bereits einigen Hilfe angeboten habe....hab ich das Thema Modeln und Magerwahn auch in meinem ersten Buch behandelt. Es erscheint noch dieses Jahr (hoffentlich) und klärt dann hoffentlich auch wieder ein paar Menschen auf, denn es ist ein sSchlag gegen unsinnige Schönheitsideale und unreflektiertes Folgen derer.

    Ich denk es wird sich allzuschnell nichts ändern an der Situation, aber das erste was man machen kann ist sicherlich solchen Mädchen (/Jungs) zu unfollowen, um sie nicht weiter zu unterstützen in ihrer verzerrten Selbstwahrnehmung und wenn man Zeit und Kraft hat - Hilfe anbieten.

    Alles liebe <3
    Melinda

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