Mittwoch, 17. Juni 2015

(Veganer) Konsum, Konsum …

Dieses Bild wurde mir von diesem
Blog zur Verfügung gestellt:

http://schnappschu.blogspot.de/
Alle Produkte, die wir in Läden kaufen, egal wie "vegan" und wie "fairtrade" die sind, sind Produkte der Ausbeutung. Diese Tatsache ist es, die mich in den letzten Tagen immer wieder zum Grübeln bringt. Kaufe ich etwas, fördere ich dessen weitere Produktion.

Containern ist da eine tolle Alternative. Hole ich etwas aus der Tonne, fördere ich gar nichts - sondern verwerte nur.

Man sollte das ganze System der kapitalistischen Verwertungslogik in Betracht ziehen. (Wirtschaftliche)Profitmaximierung kann nur durch Ausbeutung andere zu Stande kommen. Egal ob bei Pflanzen oder Klamotten. Durch Konsum unterstütze ich diese Logik und Wirtschaft. 

Doch kann ich komplett auf Konsum verzichten?

Nein.







Nicht ohne Abstriche zu machen, die ich nicht machen kann oder will. Aber ich kann ihn eingrenzen. Mehr containern, mehr Dinge aus zweiter Hand kaufen. Und wenn ich  doch konsumiere, kann ich darauf achten was es ist. Das geht ganz gut. Doch auch dort warten Sachen, über die ich mir den Kopf zerbreche. Denn was ist z.B. mit tierischen Produkten beim Containern?

De facto ist es tier-, mensch- und umweltfreundlicher, Fleisch aus der Tonne zu verwerten, als sich ein veganes Schnitzel zu kaufen. Was nicht bedeutet, dass ich dieses Fleisch essen könnte – aber vom Prinzip her würde ich damit weniger unterstützen, als wenn ich mir einen Nachbau-Schnitzel aus Tofu kaufe. 

Konsequenter Antispeziesismus funktioniert eben nur antikapitalistisch. Das heißt, der ethische Umgang mit Tieren und dagegen zu sein, dass Tiere ungeachtet ihrer Würde als Lebewesen wie Produkte vermarktet werden, kann nur funktionieren, wenn man nicht den Vorgaben der Gewinnmaximierung folgt.

Gesundheitsveganer sind ohnehin auf einem Holzweg. 100% vegane Ernährung ist für viele ohne Vitamin-Supplemente nicht gesund. Nahrungsergänzungsmittel sind für viele nötig. Obwohl diese wahrscheinlich den meisten lieber sind als Herzinfarkte, Darmkrankheiten und Fettleibigkeit.

Ich kaufe/konsumiere 100% vegan, bin aber nicht der Meinung, damit in großen Schritten was zu ändern oder ein toller Veganer zu sein.

Jeder Konsum fördert Ausbeutung, Leid und Tod.

Vegan bedeutet, dass ich zumindest das Ausmaß an Leid und Tod verringere. 

Stimmt schon, vegan wird Mainstream… ist das gut?

Vielleicht, weil mehr vegan produziert wird - was ein kleiner Gewinn ist. Immerhin steuert es zumindest dem Tierleid und -tod ein kleines bisschen entgegen. 

Die Kehrseite ist, dass vegan halt eben immer mehr einen Anti-Ausbeutungs-Anspruch verliert und viele in einen blinden "Hauptsache vegan"-Konsum verfallen.

Die vegane Bewegung sollte grundsätzlich Herrschaft und daraus resultierende Ausbeutung von anderen Lebewesen und der Umwelt in Frage stellen.

Passiert dies nicht, wird das Wort „vegan“ bedeutungslos.




Kommentare:

  1. Soweit Waren in Massen erzeugt werden, sei es mit BioBio-Siegel, FairTrade, vegan oder Pustekuchen, stellt sich immer die Frage, wie man es unter diesen Umständen schaffen will, diese Eigenschaften noch zu erfüllen und zusätzlich solch geringe Preise zu realisieren. Wahrscheinlich hat jedes seine Haken.
    Weiß ja nur bei FairTrade-Kaffee, dass es sich dort um qualitativ schlechteren Kaffee handelt, als bei den normalen Sorten, weil FairTrade den Bauern einen festen Preis/kg gibt, insofern, sie eine Lizenz vorher gekauft haben. (Höherwertiger Kaffee wird ja normal verkauft, weil er mehr Geld bringt.)

    Gruß vons Schafi :)

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  2. Huhu, Realität an Ju, bitte melden...
    Containern ist nicht ungefährlich (weil gerne mal das eine oder andere Gift im Container landet, z.T. sogar systematisch) und spätestens wenn es um Bio-Verwertung geht, ist es auch Diebstahl.
    "(Wirtschaftliche)Profitmaximierung kann nur durch Ausbeutung andere zu Stande kommen" - vom Tippfehler mal abgesehen ist diese Aussage auch inhaltlich absoluter Unsinn. Natürlich gibt es Betriebe, die immer am Mindeststandard für die Beschäftigten arbeiten, aber auch genug, die attraktive Arbeitsplätze schaffen.
    Mit diesem Blogpost fordest Du effektiv die massenweise Vernichtung von Arbeitsplätzen - dann wird es aber auch kein Containern mehr geben, weil niemand mehr diese Lebensmittel bezahlt. Ja, die müssen auch bezahlt werden.
    Das "vegan" nichts mit "gesund" oder "nachhaltig" zu tun hat, brauche ich Dir gar nicht sagen. Spätestens wenn tonnenweise Soja aus Asien mit Hilfe von Schweröl hierher geschippert werden muss, hat die Umwelt verloren. Da ist das deutsche Rindersteak um Längen umweltbewusster, speziell wenn es aus der Region kommt.

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  3. Endlich mal wieder ein schönes Statement gegen den Massenhaften Konsum.
    Die Profitgier der Wirtschaft wird immer größer und damit auch die Ausbeutung. Lass dich von diesem Hater Kommentar nicht aus der Bahn bringen, du schneidest genau das an, was viele Menschen denken:
    Die Grundfrage, wie man es denn richtig machen kann.
    Und du sagst auch, dass es niemand richtig machen kann.
    Auf Konsum zu verzichten schafft kaum jemand, aber immerhin kann man sich aussuchen was man konsumiert und das ist ein toller Fortschritt. Man muss nicht zu H&M rennen um sich etwas zu kaufen das Kinder genäht haben und man muss auch kein Fleisch konsumieren. Kleine Schritte zum Erfolg ...

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  4. Containern!? Ich glaube ich arbeite zu viel und bekomme zu wenig um mich herum mit.....
    Schweres Thema, Hut ab, dass du darüber schreibst und deine Meinung vertrittst.

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  5. Schön auf ein zerstrittenes Thema eingegangen. Solange es aber genug Menschen gibt, die sich nicht ausreichend damit befassen und sich selbst die falschen Fragen stellen, wirst du auch schlechtes Feedback bekommen. Jeder Fragt sich irgendwo was man besser machen kann und ja, auch Kleinvieh macht Mist. Jeder sollte sich soweit da drauf einlassen wie er es für sich am sinnvollsten hält aber anderen mit Ihrer Weise nicht im weg stehen oder beeinflussen!

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  6. Hallo Justine,
    ich bemühe mich, wenig Fleisch zu verzehren und dieses beim Schlachter meines Vertrauens zu kaufen, denn Fleisch zu Billigpreisen kann einfach für kein Tier gut sein. Ansonsten benutze ich keine Plastiktüten und habe so einen großen Vorrat an Jutebeuteln, um die Umwelt zu schonen. Ich versuche seit dem Film Planet Plastik das Material zu vermeiden... kaufe zum Beispiel zu starkt verpackte Produkte nicht mehr. Ich denke wenn jeder Mensch sich ein wenig bemüht ist es zwar immer noch nicht genug, aber um einiges besser ;-)
    LG http://www.instylequeen.de/

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  7. Ach deine Geschichten könnt ich mir echt Stunden durchlesen. Ich finde es gut, dass du kritische Punkte ansprichst.

    Ich persönlich weiß nicht, ob Bio wirklich Bio ist. Genauso sehe ich es bei veganen Produkten. Es heißt nicht, dass ich das nicht befürworte, jedoch stelle ich mir dabei die Frage, ob das Produkt wirklich besser ist. Es gibt ja in Deutschland immer diverse Normen, ab wann ein Produkt sich Vegan nennen darf und da stellt sich mir immer die Frage, ob das alles wirklich so ist, oder ob mit dem Label "Bio" und "Vegan" mittlerweile auch nicht nur Geld gemacht wird.

    Ich würde es mir wünschen, aber ich glaube einfach nicht daran, weil die Wirtschaft immer einen Weg finden wird, um damit Geld zu machen, statt mal wirklich ein gutes Produkt zu liefern.

    Ich wünsche dir einen schönen Tag

    Liebe Grüße
    Jeanette

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  8. Nunja, das Veganer-Leben lass ich jetzt mal außen vor, da würden wir wohl nicht auf einen gemeinsamen Nenner kommen.
    Aber was den Konsum anbelangt: Ja, man kann durchaus Konsum vermeiden, indem man bspw. im eigenen Garten (sofern man einen hat) sein eigenes Obst und Gemüse anbaut. Was vorher aber auch Konsum bedarft, da man ja erst Samen kaufen muss. Kleidung könnte man sich selber nähen, wenn man es denn kann. Aber auch hier tritt wieder Konsum auf, denn man muss ja Stoffe usw kaufen, um überhaupt was nähen zu können.
    Also vom Prinzip her könnte man auf Konsum verzichten, wenn man sich denn alles selbst herstellen könnte.

    Schwieriges Thema, worüber man lange diskutieren könnte.

    Liebe Grüße,
    Mary

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  9. Ein wirklich schwieriges Thema. Meine Freundin isst vegetarisch und ich habe das auch mal eine Weile durchgezogen. Um dann zu bemerken, dass ich einfach nicht drauf verzichten kann.
    Den Kleidungskonsum habe ich mit Second Hand shopping gut im Griff und im Garten bauen wir unser eigenes Obst an. Aber eine gesunde Kuh und ein gesundes Huhn, können wir leider nicht halten. Ob man es will oder nicht, man kommt nicht am Konsum vorbei. Da müsste sich einiges ändern.
    Liebst, Katja
    http://amoureuxee.blogspot.de/

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  10. Vegan sein hat für mich aber auch andere Aspekte, nicht nur Essen. Wo kauft man die Kleidung und Kosmetik, lebt man umweltfreundlich und ganz wichtig: Hält man sich auch keine Haustiere?
    Das ist einfach so ein riesen Thema.

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  11. Respekt, du traust dich da echt an ein "nerver-ending-story-post" ran. Da treffen Welten aufeinander! Aber nur so kommt Bewegung in die Sache und wenn nur einige ins Grübeln kommen und auch handeln, das ist schon ein Erfolg!

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  12. Interessantes Thema, mit welchem ich mich aus dieser Sicht zugegebenermaßen noch nicht auseinander gesetzt habe. Ich denke "vegan sein" ist ein schwieriges Thema und in jeder Hinsicht konsequent zu sein ich fast unmöglich. Ich ziehe den Hut vor jedem der versucht das durchzuziehen!

    Liebe Grüße,
    Kiamisu

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  13. Ich schließe mich Kim an. Ich muss ebenfalls gestehen, mich mit dem Thema und eigentlich sehr wichtigem Thema wenig bis gar nicht auseinander gesetzt zu haben. Regt auf jeden Fall zum Grübeln an und sein eigenes Konsumverhalten mal zu überdenken! Ich werde es auf jeden Fall teilen, toller Beitrag!
    Liebe Grüße,
    Jule von http://feuer-fangen.com

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  14. Interresanter Beitrag.
    Ich sehe die Konsumgesellschaft sehr kritisch. Aber auch Vorteile hat sie.
    Eine gesunde Marktwirtschaft ist der Nährboden der Demokratie. Und nur
    in einer Demokratie kann man frei leben. Alle anderen sozialistischen Systeme haben
    nur mit Unterdrückung funktioniert weil die Menschen irgendwann raus wollen.
    Was wir bei uns erleben geht aber zu weit.
    Jedes mal wenn ich im Supermarkt die Berge an Plastik sehe, die drei Wurstscheiben in Plastik eingepackt.
    Oder nen paar Gramm Fruchtzwerge in Berge an Plastik. Dann könnte ich mich übergeben.
    Das ist pervers. Umweltschutz sollte hier anfangen. Diese Verpackungen verbieten.
    Und den Transport von Lebensmittel rund um die Welt für nippes.
    Die Grundidee unserer Gesellschaftsform ist sehr gut, die Umsetzung aber läuft aus dem Ruder.
    In den 70er Jahren war meiner Meinung nach die beste Zeit.

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  15. Hm ja. Ein schwieriges vielschichtiges Thema über das man sicherlich ein Leben lang philosophieren / diskutieren könnte. Wie du weisst bin ich selber überzeugte Veganerin seit über 10 Jahren nun und befasse mich durchweg mit dem Thema Kapitalismus und Ausbeutung. Allerdings finde ich deine SIchtweise dazu viel zu pessimistisch. Nicht jedes Produkt wird mit Ausbeutung produziert. Es gibt einige kleinere (und ein paar größere) FIrmen, die Wert legen auf faire Produktion und Zulieferer. Wenn man nalso nicht "nur" vegan leben möchte, sondern moralisch noch weitere Schritte gehen möchte, dann halt informieren über Firmenphilosophien und Tatsachenberichte aus der Produktion. Das "Schwarzbuch der Markenfirmen" z.B. berichtet über die großen FIrmen dahingehend. DIe Menscheit ist oftmals gierig und daraus resultieren unmoralisches Verhalten.....aber nicht die ganze Welt ist schlecht, nicht alle Menschen und auch nicht jedes kaufbare Produkt. N bissl Positivety an Dich !!! <3 Grüße

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    1. Danke an dich und alle anderen für die lieben - und nicht so lieben - Kommentare!

      Ich persönlich finde es EXTREM schwer, mit allem was ich konsumiere auch moralisch richtig zu handeln. Ich stelle ja auch immer wieder kleine Firmen und Shops vor, die versuchen jeder Form fair zu produzieren.

      Da dieses Thema so große Anteilnahme auf beiden Seiten ausgelöst hat, werde ich dazu in der nächsten Zeit sicher noch etwas schreiben!

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  16. Hetiger Post - ehrlich gesagt musste ich einige Wörter nachschlagen...

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  17. Ein sehr wichtiges Thema, was du in diesem Post ansprichst. Noch dazu eines, worüber sich Viel zu wenige Menschen Gedanken machen. Das momentan eine Welle in Gang gesetzt ist, haben glaube ich viele bemerkt. Es gibt mehr Veganer und die Produkte im Supermarkt werden auch immer ausführlicher auf diese Konsumenten zugeschnitten. Ich bin selbst seit 8 Jahren Vegetarier und weiß das es meiner Mama am Anfang ganz schrecklicj schwer fiel auch nur irhendwas vegetarisches zu finden. Das ist heute doch schon sehr viel einfacher.
    Containern.. schweres Thema und ich muss zugeben es mich selbst wohl nicht zu trauen. Viele Freunde von mir machen es allerdings. Sind aber auch im zwispalt in wie weit sie den Menschen das essen nehmen, die es sich wirklich nicjt leisen können.
    Es gibt überall negative wie positive Seiten. Man selbst sollte denke ich einfach ein gutes Gefühl haben. Mit seiner Entscheidung und mit sich selbst. Was bei mir ein Grund ist weshalb ich nie Vegan werden könnte.

    Liebe grüße und Daumen ganz weit in die Höhe für diesen schönen und wichtigen Post.

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