Montag, 31. August 2015

Rezi: Martina Rosenberg - Mutter wann stirbst du endlich?

Name: Mutter wann stirbst Du endlich? (auch als Buch erhältlich  )


Autor: Martina Rosenberg

Verlag:  Blanvalet Verlag, auch als eBook erhältlich

Geeignet für: alle die sich in einer ähnlichen Situation befinden, Gutmenschen, Hilfesuchende

Gelesen oder gehört: gelesen

Bewertung: 3 von 5 Punkten

Inhalt:

Martina Rosenberg erzählt die authentische Geschichte einer ganz normalen Familie, für die das Leben durch die Extrembelastung der Pflege der schwer kranken Eltern zum Albtraum wurde. Es ist die Geschichte ihrer eigenen Familie. Die Mutter erkrankt an Demenz, der Vater erleidet einen Schlaganfall, und Schritt für Schritt muss die Tochter die Verantwortung und Organisation des elterlichen Lebens übernehmen. Verzweifelt versucht sie, allen Anforderungen gerecht zu werden – und scheitert, bis nach neun Jahren nur noch der Wunsch übrig bleibt: Mutter, wann stirbst du endlich?


Meine Meinung:



Wer meinem Blog schon länger folgt weiß, dass ich sehr selten 5 Punkte vergebe. Ich hatte eigentlich gehofft, dass es bei diesem Buch mal wieder soweit ist ...
Da ich selbst einen Pflegefall in der Familie hatte - und auch schon mal in der Lage steckte, dass ich diesen Wunsch hatte, habe ich von diesem Buch einfach mehr erwartet.
Die Autorin beschreibt sehr gut die Seelische Belastung. Allerdings jammert sie auch auf sehr hohen Level ...

Da wird ein Haus gebaut, die berufliche Selbstverwirklichung gestartet, ein Pferd gekauft... Das kann schon mal in Stress auswarten. Aber eigentlich sind das alles Dinge, die einen weiterbringen und das Leben schöner und angenehmer machen.
Und trotzdem jammert Frau Rosenberg über die große Belastung durch die demente Mutter und den egozentrischen Vater. Natürlich IST das eine Belastung, egal wie gut der Kontostand aussieht.
Trotzdem war ich zunehmend genervt davon, dass diese selbstgesmachten "Probleme" das eigentliche Thema des Buches etwas verdrängt haben.

Man Verständnis dafür haben, dass nicht jeder auch die körperliche Pflege der eigenen Eltern übernehmen kann oder will - egal aus welchen Gründen. Hut ab vor denen, die das können und mit so viel Geduld und Einsatz tun!

Fakt ist nicht jeder kann sich gutes Pflegepersonal leisten und nicht jeder kann mit diesem Druck umgehen.
Ich habe auch durchaus Respekt vor der Autorin sich an dieses schwere Thema ranzuwagen, doch leider muss ich nach dem lesen sagen, dass sie es wahrscheinlich nicht nur getan hat um Menschen in einer ähnlichen Siuation zu helfen ...

Lesenswert ist das Buch, jedoch mit Abstrichen.

Kommentare:

  1. Ich teile deine Meinung - von dem Titel und der Beschreibung hätte ich ebenfalls mehr erwartet als "Luxusprobleme" die die eigentlichen verdrängen.

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  2. Ich fand der Titel hört sich schon sehr grausam an.
    Klar, kann ich verstehen das es hart ist einen Pflegefall zu haben.
    Aber wenn ich die Person liebe, dann kümmere ich mich gerne um sie und möchte nicht das sie geht.
    Mein Opa wurde durch seine Krankheit auch zum Pflegefall und mein anderer Opa ist es heute. Ich will aber nicht, dass er stirbt. Ich würde alles machen, wenn man Opa noch leben könnte. Er starb viel zu früh. Deshalb ist das Thema wohl ein Wunderpunkt bei mir.
    Liebst Michelle von beautifulfairy

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  3. Übertrieben heftiger Titel wie ich finde. Sehr interessantes Thema, habe ich lange in einem Buch gesehen. Schöne Rezession!
    Liebst,
    Farina

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  4. Klingt interessant, ist aber eher nicht so mein Thema :-)

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  5. Auf jeden Fall ein interessantes Thema, vielleicht werde ich das Buch auch mal lesen.

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  6. Hm, ich finde eigentlich auch, dass man an so ein Thema sensibler herangehen müsste. Klar sind solche DInge wie Hauskauf anstrengend, aber vermutlich können sich die meisten Leute sowas gar nicht leisten und müssen trotzdem mit der Pflege zurechtkommen, evtl. in einer kleinen Wohnung statt einem Haus usw...

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  7. Sehr provokativer Titel auf jeden Fall und sehr schade, wenn dann selbstgemachte "Probleme" wie Hausbau etc den Raum einnehmen. Ich hätte da eher einen Fall erwartet, wo Hausbau, eigene berufliche Pläne und Hobbies keine Möglichkeit mehr sind... wenn das alles noch geht kann es fies gesagt so schlimm nicht sein...
    Liebe Grüße, Mona

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