Dienstag, 27. Oktober 2015

Vegan: Den Hund vegan Ernähren? Why not …

Heute spreche ich ein Thema an von dem ich jetzt schon weiß dass die Hälfte der Leute im Netz mich dafür steinigen könnten. Auf der einen Seite die Fleischesser die mir entweder Tierquälerei vorwerfen oder Inkonsequenz und auf der anderen Seite die Veganer. 
Dieser Post verspricht also spannend zu werden …

1. Die Veranlagung des Hundes – Ein Fleischfresser?

Vor grobgeschätzt 10 000 Jahren wurde der Wolf domestiziert und als Hund zum treuesten Freund des Menschen. Wie genau sich die Domestizierung vollzogen hat, ist bis heute nicht komplett geklärt. Eine Hypothese geht davon aus, dass sich der Wolf quasi selbst dafür entschieden hat, denn in der Nähe zum Menschen hatten jene Wölfe Vorteile, die vom Menschen hinterlassene Abfälle aus Getreideprodukten am besten verwerten konnten. Da klingt es also logisch das einige Wölfe dort blieben. Forscher setzten bei diesem Ansatz an und fanden heraus dass der Wolf – parallel zum Menschen – seinen Geschmack für die pflanzliche Kost entdeckt hat. 
Auch heute noch kann man deutlich erkennen dass das Verdauungssystem der Hunde stärker auf den Abbau pflanzlicher Stärke optimiert ist, als das des Wolfes.
Man könnte also zusammenfassen: Der Hund hat durchaus eine gute Grundlage um sich vegetarisch zu ernähren. 
Hunde sind Allesfresser – genau wie wir.

2. Pflanzliche Nahrung schädigt den Hund?


Eine falsche Ernährung schädigt immer. Das ist ein schlichter Fakt und kann sowohl durch rein pflanzliche Ernährung, als auch durch Fleischhaltige geschehen. Soviel also dazu. 

Unter Tierärzten ist dieses Thema meist recht umstritten. Größter Streitpunkt ist jedoch nicht das Fleisch (das einige Hunde ohnehin schlecht verdauen können), sondern eher der Calcium Anteil. Die meisten Hunde können Calcium schlecht aufnehmen. Eine ovo-lacto-vegetarische Ernährung sehen auch die meisten Ärzte daher eher als unproblematisch an. Entscheidend sind die richtige Zusammensetzung und die Gabe von zusätzlichen Spurenelementen, Enzymen und Vitaminen. 

Bei alten Hunden, Gelenk und Magen-Darm-Problemen empfehlen die meisten Ärzte inzwischen ähnlich wie beim Menschen eine Fleischfreie Ernährung. 

3. Was ist schon artgerecht?

Oftmals wird dieser Punkt als DAS Argument ohnegleichen angesehen. Seinen Hund pflanzlich zu ernähren ist nicht artgerecht.  Doch da der Hund wie in Punkt 1 beschrieben sich zusammen mit dem Menschen entwickelt hat, sollte dieser Punkt sich eigentlich geklärt haben.

Und ob Schwein aus der Dose, Leinen und Halsbänder artgerechter ist wage ich mal zu bezweifeln. 

4. Ernährst du deinen Hund vegan?

Vegan ernähre ICH meine Hündin nicht – zumindest nicht komplett. Da sie an einer Darm Erkrankung leidet wird sie die meiste Zeit vegetarisch ernährt. Das heißt ich koche in der Regel für sie mit und achte dabei darauf was sie braucht und mag. 

Allerdings muss ich an dieser Stelle zugeben, dass sie ab und an auch Fleisch bekommt. Wenn ich Hundefutter geschenkt bekomme, werfe  ich es eben nicht weg – nur weil Fleisch darin ist. Da meine Wuffine es allerdings nicht verträgt bekommt sie es nur selten. 

Auch bei Leckerlies die nicht von mir selbst kommen, würde es mir nicht im Traum einfallen zu sagen :
NEIN MEIN HUND IS(S)T VEGETARISCH. 


Da ich sie leider nicht fragen kann, was sie lieber essen möchte bekommt sie eben immer das was gerade greifbar ist und ihr gut tut. Das klappt auch ganz gut. 

Ich persönlich finde es vollkommen in Ordnung seinen Hund vegetarisch oder vegan zu ernähren – solange es dem Hund gut damit geht. Genauso ok finde ich es wenn der Hund nicht vegetarisch ernährt wird, wenn der Besitzer auch dort auf die Qualität des Fleisches und deren Herkunft achtet. Wer nur aus Dosen füttert wird seinem Hund auf Dauer nichts Gutes tun. 

Kommentare:

  1. Ich sehe das ähnlich, wie du, liebe Ju. Als Tiermama/-Papa möchte man doch mit bestem Gewissen den Bedürfnissen seines Liebsten nachgehen. Hagrid bekommt auch nur Futter, für das der Tierarzt sein Okay gegeben hat, eben weil er noch so zart und anfällig ist. Ich schiebe mir ja auch nicht jeden Fraß ohne jegliche Bedenken hinter die Kiemen und wenn es eben sein muss, dass man dafür mehr Geld oder Aufwand investiert, dann mache ich das gerne.

    Allerliebste Grüße und knuddel deine Fellnase von mir.:*

    Lau

    emmaskopf.wordpress.com

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  2. Das könnte man unter Umständen, eventuell, vielleicht, gegebenenfalls auch als nicht artgerechte Tierhaltung oder gar Tierquälerei definieren. Ein Hundeleben ist das Leben eben - auch für Hunde...
    Trotzdem freundliche Grüße!

    Hein

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  3. Ich denke es ist ganz wichtig darauf zu achten, dass es dem Hund nicht schlecht geht. Wenn er vegetarische Ernährung verträgt wieso nicht. Ich denke dazu kann man auch mal den Tierarzt fragen. Ich persönlich denke nicht, dass ein Hund Fleisch essen muss. Unser Hund bekommt zwar fleischhaltiges Trockenfutter aber nur wenig und dafür dann mit Reis oder Hüttenkäse vermischt. Das schmeckt ihm und bisher hat es nicht geschadet. Kritisch sehe ich es bei zu vielen Sojaprodukte aber da mag ich mich auch täuschen ;)

    Liebe Grüße Laura
    http://streuselsturm.blogspot.com

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    1. Da hast du auch Recht! Ähnlich wie beim Menschen sollte man schauen das man nicht zuviel Soja nimmt!

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  4. Hm ich könnte mir nicht vorstellen meinen Hund vegan zu füttern... Das kommt mir irgendwie komisch vor. Aber man würde es dem Hund bestimmt anmerken wenn es ihm mit der veganen Ernährung nicht gut ginge (sei es das Fell/Verhalten oder ähnliches). Hauptsache dem Tier geht's gut. Meine liebt übrigens Äpfel mehr als Leberwurst :D
    Liebe Grüße, Mona von Belle Melange

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    1. Die mag meine auch total gerne :D
      Oder Erdnussbutter ...

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  5. Hm ich weiß nicht.. Ich habe einen kleinen Chihuahua und der isst für sein Leben gern "nicht-veganes", vor allem liebt er Käse. Camembert! Ich denke es liegt in jedermanns ermessen, selbst über die Ernährung seines Tieres zu entscheiden, wobei man wohl immer gucken sollte welche Veranlagung seitens des Hundes gegeben ist. Ich könnte es mir zumindest nicht vorstellen. Liebe Grüße, Lenn von www.fridoandlenn.com

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  6. sehr informativer Post. Habe noch nie einen Artikel zu diesem Thema gelesen. Finde es aber interessant.
    lg

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  7. Hey :) Hunde sind in der Tat Omnivoren, ähnlich wie wir Menschen. Früher auf dem Bauernhof haben sie ja auch Kartoffelreste usw. gefressen. Ich habe Katzen - die sind eindeutig carnivor veranlagt ;).

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    1. Ja, Katzen sind da tatsächlich noch einmal ein Thema für sich ...
      Wegen einer Allergie muss ich mir darüber keine Gedanken machen ;) Obwohl ich auch Katzen liebe ;)

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  8. Wow ein cooles Thema. Auf die Idee wäre ich nie gekommen. Ein sehr interessanter Artikel.

    Lieben Gruß
    Laura

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  9. Ich habe mit der pescetarischen Ernährung gute Erfahrungen gemacht, zumindest wenn der Hund ein wenig zu gut im Futter ist. ^^ Gegen eine vegetarische Ernährung spricht mal rein gar nichts. Ich mache das auch zeitweise unter der Woche so, einfach im tiefen Gewissen, dass ich mich so seit 20 Jahren ernähre, und es mir gut geht. Vegan hingegen bin ich erst seit 3 1/2 Jahren dauerhaft, und somit noch im Selbstversuch. Daher scheue ich ein wenig diesen Versuch auf meine Hunde auszuweiten, da bin ich so ehrlich.

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    1. Von reiner veganer Ernährung der Hunde wird ja zumindest noch auch abgeraten - es gibt (so weit ich weiß) auch nur 1 Futter das rein vegan ist ... Somit ist die vegetarische Ernährung des Hundes denke ich schon eine gute Alternative - gerade wenn man die durch Überzüchtung immer schlimmer werdende Krebs Rate betrachtet ...
      Dennoch denke ich das es falsch ist zu verallgemeinern - nicht jeder Hund wird Möhrchen mögen ... Und da wir die Hunde nicht fragen können, müssen wir einen Mittelweg finden.

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  10. Mit der Frage habe ich mich auch schon beschäftigen dürfen, wenn auch nicht im Bezug auf einen Hund, sondern auf meine Rattis. Die drei haben keine bekannten Krankheiten/Intoleranzen (von der für Säugetieren typischen Laktoseintoleranz mal abgesehen) und sind noch im Wachstum, deshalb habe ich mich entschieden, ihnen das tierische Eiweiß nicht vorzuenthalten. Aber wie gilt auch hier: In Maßen, nicht in Massen.

    Liebe Grüße!

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    1. Ein wichtiger Punkt den leider viele vergessen ...

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  11. erstens: aww! deine hündin ist zum verlieben.
    zweitens: mit vegetarischer ernährung von hunden habe ich mich bisher nie befasst, aber da ich selber die meiste zeit vegetarisch esse (mir gehts da wie deiner hündin - der darm hat so seine geschichte und manchmal höre ich dann doch auf meinen arzt und esse - ziemlich widerwillig - fisch oder geflügel) und ein hund definitiv irgendwann in der (hoffentlich sehr nahen) zukunft bei mir einziehen wird, ist es durchaus etwas, worüber ich mal nachdenken werde.
    ich finde es super, wie du das thema angehst und verschiedene infos zusammenbringst und eben nicht mit erhobenem zeigefinger deine meinung predigst. danke dafür! denn so wie deine hündin krankheitsbedingt andere bedürfnisse hat als andere hunde, so gibt es meiner meinung nach beim thema ernährung einfach kein "one size fits all", und es strengt unglaublich an, wenn z.b. gewisse yogalehrer permanent versuchen, ihre schüler zum veganismus zu bekehren. ich vermute, mit fruktose- (und ein paar anderen) intoleranz hätte ich als veganer sehr schnell mit ner menge mangelerscheinungen zu kämpfen.
    hui das ist irgendwie ein längerer text geworden als geplant...
    alles liebe und einen wunderbaren tag dir!

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    1. Danke dir!
      Mich hat es schon immer genervt - und das tut es noch - wenn mir jemand sagen will was ich richtig oder falsch mache. Sich über alle Möglichkeiten zu informieren und den richtigen Weg für sich selbst zu finden, ist nach meiner Meinung einfach das "richtigste".

      Gerade bei Haustieren scheiden sich die Geister - eben da wir sie nicht nach ihrer Meinung fragen können ...

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  12. Ich kenne mich mit Hunden nicht so genau aus, allerdings würde ich es zu diesem Zeitpunkt 'falsch' finden meinen nicht vorhandenen Hund fleischfrei zu ernähren, aber genau so falsch finde ich Dosenfutter. Ich würde mich wahrscheinlich zusammen reißen und beim Metzger meines 'Vertrauens' Fleisch für meinen Hund kaufen, was er dann so 1-2 mal die Woche bekommt. Ein Hund ist ein Allesfresser genau wie wir. Ich kann mit vegan gut leben nur denke ich, dass Hunde da doch 'fleischiger' veranlagt sind als wir Menschen und ich ihm daher das Fleisch nicht verwehren möchte.
    Zum Glück habe ich bei meinen Meerschweinchen diese Gewissensbisse nicht und wir essen teilweise von einem Teller.

    Liebe Grüße

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