Donnerstag, 17. Dezember 2015

Justine privat - Zuhause ist es doch am schönsten ...

Ich hasse Clubs!
Es ist noch nicht mal nach 24 und eigentlich möchte ich nur noch austrinken und nach Hause gehen. Die Musik ist schlicht furchtbar - es läuft Materia „Endgegner“ und die Chemiestudenten gehen ab, wie ihre Eltern beim Dorffest. 
Langsam aber sicher befürchte ich, dass ich einfach zu alt für diesen Mist werde …
Eine Flasche Wein und „The Walking Dead“ vor dem Sex wären mir lieber als diese Comédie Show von Halbstarken. Mit einer Mischung aus Belustigung und Verachtung betrachte ich wie der Popo eines Mädchen das kaum älter als 18 sein kann, von einem pickligen Studenten in die Luft gehoben wird. Die runtergesetzte H&M Strickstrumpfhose kann leider kaum etwas verdecken. Die Mutti in mir möchte zu ihr gehen und ihr sagen, dass man sich besser nicht so stark betrinkt und sich bei diesen Außentemperaturen doch besser etwas mehr anziehen sollte … Natürlich mache ich das nicht, sondern nippe weiter an meinem Whiskey Cola und betrachte die feiernde Meute. Meine beste Freundin sieht ähnlich genervt aus wie ich. Sogar noch mehr, denn sie scheint sich nicht darüber zu amüsieren wie herrlich dumm man sich mit knappen 18 Jahren in einem Studenten Club benimmt. 


Ich gebe es ja zu - ich bin etwas neidisch. Die Zeiten in denen ich mich derart unbeschwert benommen haben waren kurz und knapp. Niemand scheint nachzudenken, niemand scheint die furchtbar schlechten Texte zwischen den wummernden Bässen zu hören und niemand denkt an den Kater am nächsten Tag … Das Studentenleben ist schon etwas schönes, wahrscheinlich bin ich darum auch mit Mitte Zwanzig immer noch ganz scharf darauf, denn in einer Ausbildung ist es nicht möglich an einem Mittwoch Abend schon um 23:15 Uhr derart besoffen zu sein. Zumindest war es bei mir nicht der Fall.
Leider ändert auch der 3 Drink und ein Tequila nichts daran, dass ich mich schrecklich langweile. Das Interessanteste an diesem Abend war der Popo des Mädchens, und den hatten ja inzwischen alle gesehen. Vielleicht sollte ich einfach nach Hause gehen und den Abend auf schrecklich erwachsene Art mit gutem Sex zu ende bringen, als weiter herum zu stehen und mich innerlich über die Jugend aufzuregen. 
Meine beste Freundin scheint meine Gedanken zu lesen und lässt sich ihre Jacke geben. Verdammt! Es ist soweit! 
Wir sind alt! Wir verstehen die nächste Generation nicht mehr - oder sie uns?
Ich sehe zwar einen Haufen von Statement Beuteln und Nerdbrillen, aber nichts greifbares, nichts echtes und nichts interessantes … 
Wir schieben uns aus dem Club und beachten die abfälligen Blicke der Türsteher nicht, während wir den Abend auswerten. 

„Zuhause hatten wir mehr Spaß“, sagt meine beste Freundin. Und sie hat verdammt nochmal Recht! Zuhause ist es doch am schönsten!

Kommentare:

  1. Ich kann dich in dem Fall vollauf verstehen. Nur rede dir nicht ein, dass du zu alt bist. Du bist eine Gedankenebene weiter. Eine andere Bewußtseinsebene, das unterscheidet dich von der Masse in dem Club. Dir ist Deine Zeit wichtig. Aber versuche trotzdem, nicht zu schnell erwachsen zu werden, auch wenn du dafür schon zu viel erlebt hast. Bewahr dein ein wenig Kind, ein wenig Leichtfüßigkeit und Unbeschwertheit ...

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  2. Grins super geschrieben und diese Gefühle kenne ich. Lg Sandra von onlinetagebuchvonsandra.blogspot.com

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  3. Oh ich kenne das Gefühl... seit ich in meinem ehemals Lieblingsclub immer nur noch auf 21 max 23 geschätzt werde und doch eigentlich schon 26 bin fühle ich mich irgendwie alt und merke mehr und mehr das es irgendwie nicht mehr meine Welt dort ist :)
    Liebe Grüße, Mona

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  4. Hahahaha, ich musste so schmunzeln! Totaaaaal gut geschrieben :) Macht echt Spaß deinen Text zu lesen. Und es kommt mir so so so bekannt vor :) Ich denke, dass sich sehr viele Frauen mit deinem Text identifizieren können. Manchmal denke ich, dass es richtig so ist, wie es ist. Im nächsten Moment denke ich daran, wie schnell die Zeit doch vorbeigeht. Dass wir alt werden und unsere Engsten gleich mit :(
    Und ja, zu Hause ist es ganz klar am SCHÖNSTEN :)

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  5. Endlich mal ein Blog, den ich durch KK entdeckt habe, der mir richtig gut gefällt!
    Den von dir beschriebenen Effekt kenne ich gut. Plötzlich steht man mitten im Trubel und fragt sich: "Seit wann genau bin ich 80 und nicht mehr 18...?".
    Liebe Grüße, man liest sich,
    Mara (auch Hundemama und Kreativling) und Abra (hat mehr Partylaune in sich, als Frauchen jemals ihr Eigen nennen konnte)

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  6. Hehe, ich verlasse ehrlich gesagt kaum noch die Haustür um Abends einen "trinken" zu gehen. Ich fühle mich dafür echt schon zu alt und das mit 25. Irgendwie mag ich die Musik nicht die in Clubs gespielt wird, die Art der Menschen mittlerweile..und ja, ich liege doch viel lieber zuhause im Bett oder auf der Couch und gammel vor mich hin :D

    lg janine

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  7. Ich musste total schmunzeln beim lesen :) Kann dich sehr gut nachvollziehen! :)
    Liebst, Vanessa

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  8. Die Ausgehzeit kommt wieder, ich habe mit 45 wieder angefangen, die Nächte durchzutanzen...
    LG
    Elke

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  9. Huhu..

    Sehr geil geschrieben ;)
    Ich habe noch NIE in diesem Sinne Nächte durchgemacht. Wenn dann mal mit nem Kumpel nen Zocker abend/nacht. Aber Party Mässig, dafür war ich noch nie der Mensch. Und ich bin Früh Mama geworden, da blieb das bei mir sowieso aus ;)

    Aber glaub nicht mal nur im ein stück daran dich alt zu fühlen ;)
    Das bist du nicht ^^

    lg

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  10. Also mittlerweile ist es auch so, dass ich einen netten gemütlichen Abend mit Freunden zu Hause oder in einem Restaurant zu schätzen weiß. Ich ziehe sowas jedem Clubabend und Partynacht vor, denn es gibt mir so viel mehr. Nette Gespräche, Leute die ich mag und, wenn es peinlich wird ist das nicht schlimm sondern lustig. Ich verstehe die jüngere Generation heute teilweise auch nicht mehr und finde ihr verhalten teilweise nur noch peinlich und man schämt sich wirklich fremd.
    Ich finde es nicht schlimm, dass ich alt werde :) Wenn ich mich heute betrinke brauche ich mindestens 2 Tage zum auskurieren, früher gings am nächsten Tag direkt weiter.
    Aber heute weiß ich die schönen und entspannten Momente so viel mehr zu schätzen.

    Liebe Grüße Laura
    http://streuselsturm.blogspot.com/

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  11. Das hat nichts mit dem Alter zu tun. Oder mit dem Studentenstatus.
    Evanesca, 25 Jahre alt, seit 6 Jahren Studentin und in dieser Zeit auf keiner Studentenparty gewesen und keinen Tropfen Alkohol getrunken xD.
    Es ist eher... entweder man steht auf so eine Art Freizeitbeschäftigung - dann steht man auch mit 27 noch darauf oder mit 30+. Oder man steht NICHT auf diese Art der Freizeitbeschäftigung. Dann testet man mal mit 18 oder so an, ob es was für einen ist, findet es vielleicht eine Weile ganz amüsant und dann nicht mehr :)

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  12. So geht es mir auch, allerdings nicht nur in den Clubs. Ich bin 27 Jahre alt und arbeite an der Universität. Meine Studentenzeiten sind seit 3 Jahren vorbei und ich frage mich, wann ich so alt geworden bin, dass ich die Studentin fast sogar als Kinder empfinde...
    Liebe Grüße
    http://www.champagne-attitude.com

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  13. Ich kenne das nur zu gut. Mit Alkohol kann ich auch wenig anfangen. Ein Cocktail ist ok, dann hört es aber auch auf am nächsten Tag würde ich es sowieso bereuhen.

    Tanzen kann ich auch zu Hause :-) dann habe ich es auch nicht so weit ins Bett!

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  14. Ich beneide immer Leite darum, sich so "gehen zu lassen". Muss schön sein. Zumindest temporär. Am Morgen danach muss man aber drüber schmunzeln können. :)

    Liebe Grüße,

    Emma

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  15. Ohhhh, da stöhnt man vor dem PC schon auf :D
    Ich bin zwar auch erst 19 irgendwie, irgendwo, aber für mich ist das auch nichts... Ich finde es immer schön zu sehen, dass es nicht nur mir so geht.
    Außerdem hast du richtig schön bildhaft geschrieben, wirklich toll!

    Liebe Grüße von der Dascha, die das Wochenende wohl vor dem Schreibtisch verbringen wird!

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