Mittwoch, 13. Januar 2016

Justine privat - Arschkriechen ist so 2010 …

Es gibt so Tage, da bin ich dezent aggressiv. Das kann verschiedene Ursachen haben. Vielleicht habe ich mal wieder die gesamte Nacht gegrübelt - oder hatte keinen Kaffee mehr im Haus. Das schlimmste was ich mir an solchen Tagen antun kann, ist mich in eine Situation zu begeben in der ich jemanden in den Allerwertesten kriechen muss …

Okay, streng genommen MUSS ich schon einmal gar nichts. Allerdings basiert unsere Gesellschaft darauf sich gegen zeitig Zucker um den Mund zu schmieren um ein gewissen Bild der Idylle aufrecht zu erhalten. Egal, ob es dabei um den Chef gibt der einem wieder eine beschissene Aufgabe gibt - oder der Lehrer den man „anbetteln“ muss um seine Note noch zu verbessern. Ohne Arschkriechen läuft da nix. 

Diese Gespräche laufen dann wie folgt:

„Gehst du bitte durch die eisige Kälte und bringst die 20000 Kilo Glasmüll weg, obwohl du erst in 20 Minuten anfängst zu arbeiten?“

Man denkt: Nein du Arsch mach deinen scheiß alleine. 

Man sagt: „Klar, kein Problem!“


Oder:

„Sie stehen zwischen zwei Noten. Was denken Sie zu tun um Ihren Schnitt noch aufzuwerten?“

Man denkt: Nichts. Sie hassen mich ohnehin und geben mir niemals die 13 Punkte die ich für die extra Arbeit verdienen würde. 

Man sagt: „Ich könnte einen Vortrag zum aktuellen Thema ausarbeiten und Aufgaben mit der Klasse zusammen lösen. So können Sie mir eine weitere Note geben und haben weniger Aufwand für die nächste Stunde …“

In der Regel mache ich genau das nicht. An einem aggressiven Tag werde ich dabei jedoch schnell ungemütlich ...

"Sie müssen noch eine Hausaufgabe abgeben!"

"Warum sind Sie zu faul einen Test vorzubereiten oder wollen Sie mir nur extra eins reinwürgen?"

Zugegeben habe ich einen guten Tag stören mich gewisse Dinge weniger. Ich bin freundlicher und kann durch aus damit umgehen, dass ich nett zu jemanden sein muss wenn ich etwas von ihm will. Aber manchmal geht das eben nicht.

Leuten jedoch vollständig ins Rektum zu riechen war noch nie meine Sache. Das hatte durch aus Einfluss auf Dinge wie Job, Gehalt oder Noten. Ist man nicht bereit jedem das zu sagen was er hören will, muss man damit rechnen das man schnell außen vor steht. 

Für mich weniger ein Problem. Mein Lebensziel besteht nicht darin beliebt zu sein, damit hätte ich es auch arg schwer. Stattdessen vermeide ich es lieber überhaupt noch jemanden in den Popo zu krabbeln. 


Das ist ohnehin so 2010 …

Kommentare:

  1. ich denke nicht, dass alle leute so sind. so wie du schreibst, gehörst du ja nicht dazu. und ich war auch nie der typ dafür. menschen, die alles mit sich machen lassen, sind auch immer die menschen, die sich unter einen tyrann stellen oder niemals wahren erfolg haben können.

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    1. nun, 90 Prozent aller Lehrer sind so- vermutlich auch 90 Prozent aller Chefs.^^

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  2. Also ich kann schon ganz gut nachvollziehen was du meinst und Arschrkriecherei ist auch so gar nicht mein Ding, trotzdem glaube ich, dass es einfach auch dazu gehört bescheuerte Aufgaben zu erledigen und eben nicht immer genau das zu sagen, was man denkt. Das hat dann weniger etwas mit Schleimen als mehr etwas mit Höflichkeit zu tun, es kommt oftmals ja auch auf die Formulierung an...
    Liebe Grüße
    http://www.champagne-attitude.com

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  3. Das ist ein Thema, das man sehr ausladend diskutieren könnte. Grundsätzlich ist eine Höflichkeitsfloskel wie z. B. "(Ich wünsche einen) Guten Tag" unwahr, und folglich eine Lüge, fulgär: Arschkriechen. Wünsche ich der betreffenden Person wirklich einen "guten Tag", vom Anfang bis zum Ende? Ich wünsche, weil ich es nicht weiß. Tamaro sagt immer "Einen guten Start", das ist völlig richtig, denn er kann diese Zeit abschätzen, und damit eigentlich auch wünschen. ^^
    Ich komme darauf, weil mir beim Lesen deiner Zeilen just der Film "Der Dummschwätzer" einfiel. Einen Tag lang nicht lügen... oder einfach mal sagen, was man denkt. Eigentlich ist das kein Problem, man muss es nur erklären können. Dazu gehören langamtige Sätze, länger als mein kurzer Kommi. :-)

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  4. Arschkriechen ist so eine Sache. Aber eigentlich sollten die Leute miteinander respektvoll umgehen. Da kann die andere Person auch nichts dafür, wenn ich einen schlechten Tag hatte. Anders herum ist das natürlich genauso. Ich möchte nicht die Launen von jemand anderem ausbaden.

     

    In der Familie nenne ich das nicht Arschkriechen, sondern Hilfe. Ich werde diese früher oder später auch benötigen.

     

    Im Job gehört Arschkriechen quasi zur Stellenausschreibung. Das ist so und das wird sich leider auch nie ändern. Wer nicht mitspielt, der darf sich einen neuen Job suchen.

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  5. Oh ja da hast du so recht! Ich finde deine Art so klasse! Ich selbst habe mich lange nicht getraut nein zu sagen. Aber inzwischen kann ich an schlechten Tagen auch etwas böse reagieren. Aber ich bin eigentlich ein Harmoniemensch und daher versuche ich bei Unstimmigkeiten (mal mehr mal weniger gut) meine Meinung darzulegen und zu hoffen, dass der andere das versteht. Aber ich glaube auch es wird immer einfacher, wenn man keinen wirklich Vorgesetzten hat, der einen sofort was Böses kann. Ich habe zwar Chefs, aber die respektieren mich so sehr, dass ich über alles reden kann und niemanden in den Popo (wie du es so süß sagst) kriechen muss! Ich glaub genau das wird umso älter man wird auch geschätzt! Wer mag schon Ja-Sager!?

    Ich wünsche dir einen wundervollen Tag <3
    Liebst, Sarah von Belle Mélange

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  6. Ich kann dich so nachvollziehen. Besonders weil ich in der Gastro arbeite, da gibt es manchmal solche Arschlochkunden :( "Entschuldige aber meine Gabel hat da ein bisschen Schmutz ich hätte gerne eine neue" - "Meine zwei Waffeln sind nicht gleich warm ich hätte gerne eine neue Portion" "Ich wollte mein Fleisch Medium gebraten aber das ist nicht ganz durch", so unzählig viele Momente wo ich gern ausgerastet wäre. Aber man muss ja ans Trinkgeld denken.
    Liebst,
    Farina

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  7. Ich kenn das auch gut, wirklich.

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  8. Ich kann total nachvollziehen was du meinst und mich nicht nervt es gewaltig in manchen Situationen gar keine andere Wahl zu haben. Ich kann ein Prof überhaupt nicht leiden und muss mich trotzdem mit ihm gut stellen, weil er für meinen kompletten Studiengang verantwortlich ist und über wichtige Dinge entscheidet. Am Liebsten würde ich ihm mal sagen was ich von ihm halte, aber leider muss ich mich da noch bis zu meinem Abschluss gedulden. Fällt mir extrem schwer :D
    Liebe Grüße
    Larissa

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  9. Ich kenne das auch - mit den Schulnoten. Würde man nicht noch mal nachfagen, bekommt man einfach immer viel zu schlechte Noten.. verstehe das bis heute nicht!

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  10. Haha. Ich bin Lehrerin und fühle mich da irgendwie auch angesprochen :-) Auch wenn ich manchmal wohl eher die Wut der Schüler/innen abbekomme aber glaubt mir, oft haben Schüler/innen eine falsche Wahrnehmung und haben vergessen, was di ersten paar Monate des Schuljahres passiert ist :-)

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  11. Ich sage immer was ich denke, war aber in meinen Teenager Jahren durchaus eine gute Lügnerin da ich für das was ich wollte sehr viel getan hätte. Mit den Jahren hat sich das zum Glück verabschiedet und ich weiss meine Ziele andersweitig zu erfüllen ( auch wenn ich immernoch genauso Hartnäckig bin, aber ehrlich ). Solchen Menschen die die ganze Zeit anderen in den Arsch kriechen würd ich viel zu oft gerne eins verpassen haha ;)
    LG Faye

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  12. Ich kenne das und wenn ich doch jemanden Honig ums Maul schmierenn muss, dann passiert das mit einer solchen Ironie, dass es selbst der Taube hört. Ich kenne solche Arschkriecher und das ist echt nervig, die bringen dann sogar noch Kaffee für den Lehrer. Also offensichtlicher gehst nicht mehr .

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  13. Das kenne ich auch. Allerdings ist es manchmal unvermeidlich, wenn man sich es nicht unnötig schwer machen möchte. Aber wenn ich was nicht will, das lass ich es halt - dann ist es mir auch egal.
    Liebe Grüße
    Anne

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