Dienstag, 16. Februar 2016

Justine privat - „Schreibst du eigentlich noch?“

Foto Bearbeitung: http://mary-buecherblog.blogspot.de/
Kleid: Kleiderkreisel - H&M 

Das ist eine der Frage, vor der ich immer etwas Angst habe. Gerade wenn ich mich mit Menschen treffe, die mein erstes Buch gekauft haben … 

„Ja, ich schreibe noch.“ 
„Und wann kommt dein nächstes Buch?“ 

Okay, eigentlich ist es DIESE Frage, die mir Bauchschmerzen bereitet. Es ist nicht so, dass ich nicht mindestens 4 fertige Manuskripte auf meiner Festplatte hätte… 


Stiefel: Deichman 
Jedoch wage ich den Schritt, damit in die Öffentlichkeit zu gehen eher selten. 

„Das weiß ich noch nicht“, antworte ich also wahrheitsgemäß und vermeide den Blickkontakt, damit meine Unsicherheit nicht weiter auffällt. 

„Hast du schon einen Verlag gefunden?“ 
„Nein.“ 
„Warum denn nicht?“ 

Ich kann nur mit den Schultern zucken, denn diese Frage stelle ich mir natürlich auch immer wieder. Es ist nicht so, dass ich niemals meine Manuskripte an diverse Verlage geschickt hätte. Das Ende vom Lied jedoch war selten positiv. 
Entweder kam gar keine Antwort, eine Absage oder ich wurde auf eine Warteliste gesetzt. Das große Glück, gleich einen Verlag zu finden, der auch noch seriös und im besten Fall bekannt ist, haben doch die wenigsten.  

Da Fortuna und ich ohnehin nicht zusammen passen, werde ich wohl so schnell keinen finden. Zumindest sagt mir das mein Bauchgefühl. 

„Aber warum denn nicht? Du schreibst doch SO gut?“ 
„Offenbar nicht gut genug …“ 
„Du musst dran bleiben, dein Buch war so genial!“ 

Auch wenn ich diese Lobeshymnen gerne höre und sie mich motivieren, dass Schreiben nicht ganz an den Nagel zu hängen, tut es doch immer etwas weh. Denn wenn es wirklich so wäre, hätte ich doch längst meinen Bestseller geschrieben oder? 



In Wahrheit empfinde ich meine „Werke“ jedoch eher als Durchschnittlich Gut, besser als so manchen Schund, den ich gelesen habe, aber eben nicht besser als die großen Autoren, um die sich die Verlage inzwischen prügeln. Und das ist wirklich etwas Furchtbares: Durchschnittlichkeit. 

Jacke: Kleiderkreisel 
Wenn es etwas gibt, vor dem ich Angst habe, dann das. In einer grauen Masse einfach untergehen, ohne das jemand wirklich Notiz davon nimmt. Wenn ich schreibe, dann mache ich es mit vollem Herzen und gebe schlicht alles dafür, dass die Geschichte immer wieder überrascht. Es würde mich zerbrechen, wenn ich mit ansehen müsste, wie meine Figuren irgendwann bei Thalia auf dem Grabbaltisch landen. 

Nein, das war etwas melodramatisch ausgedrückt. Es würde mich NICHT stören, aber ich habe dennoch Angst davor, dass die viele Arbeit sich nicht „lohnt“. 

Einen Verlag zu finden, ist noch schwerer als ein Buch überhaupt zu schreiben. Da fahre ich doch eigentlich ganz gut damit, einfach alles selbst zu machen. 237 selbst heraus zu bringen verlegen, war eine der besten Entscheidungen die ich je getroffen habe - auch wenn ich dabei viele, viele Fehler gemacht habe. Ich habe eine Menge über die Branche gelernt und weiß inzwischen viel besser, wie einige Dinge gehandhabt werden müssen. 

Ich bleibe weiter an meinem Traum kleben, denn dafür sind Träume doch da, oder? 
Aufgeben kommt nicht in Frage und vielleicht ist ja irgendwann der Tag da, an dem ein großer Verlag mir eine Zusage schickt … 

*Dieser Post wurde unterstützt durch Produktplatzierungen. 

Kommentare:

  1. Finde das Kleid sehr hübsch! :-)
    Genau richtig, dass du nicht aufgibst.
    Auch wenn es nicht immer gleich auf Anhieb klappt, sollte man an seinem Traum festhalten. Sage ich mir auch immer und immer wieder! ♥

    Liebste Grüße,
    Julia
    http://sinceamoment.blogspot.de/

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  2. Das ist auf jeden Fall sehr mutig, und ich kann mir auf jeden Fall vorstellen, wie schwer es sein muss einen Verlag zu finden.

    LG Kia
    http://traviness.com/

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  3. Todschick! Keep on livin' your dreams!

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  4. Das wird schon noch. Und noch wichtiger ist, dass du den Kopf nicht hängen lässt. :-)

    Liebst,
    Mary

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  5. Du hast recht, einfach weitermachen, irgendwann macht es sich "Bezahlt".
    Und Ich kenne es total Durchschnitt zu sein, diese Wahrheit hat mich leider an der Uni auch heimgesucht vor kurzem. Vorher war ich immer besonders gut in dem was ich jetzt studiere, aber das nur weil ich niemanden kannte der auch gut darin war. Damit muss man sich wohl leider abfinden und daran wachsen. Und irgendwann ist man dann wirklich überdurchschnittlich gut!
    Viel Glück dabei :)

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  6. das sieht so toll aus... und gräm dich nicht, Liebes, so geht es uns doch allen mal. Das ist nur menschlich, aber das geht sicherlich auch wieder rum, dann kommt ein Durchbruch, der kommt nach jedem Stillstand. Das ist wie ein Gewicht, das an einem Seil seinen Höhepunkt erreicht, kurz stehenzubleiben scheint, dann kommt Bewegung - so ist es auch im Leben, was als Stillstand erscheint, ist nur der kurze Augenblick vor dem Momentum, das einen runter, aber auch immer wieder hochbringen wird...

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    1. Danke für dein Lob und deine lieben Worte - es tut wirklich gut so etwas zu hören.

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  7. Entmutige Dich nicht - die meisten Schriftsteller schreiben für sich selbst, kommen aus anderen "Berufsfeldern". Mein Prof. sagte mal vor vielen Jahren, man solle das, was man am liebsten tue, nicht zum Beruf machen. Wenn's trotzdem mal klappen denn.
    Die im Wissenschaftsbereich seit langem gängige Hetze :"Publish or perish" hat sich auch in die Belletristik hineingefressen. Man merkt es an der sinkenden Qualität mancher Veröffentlichungen der Autoren, die jedes Jahr ein neues Buch ejakulieren /müssen), Ich denke z.B. an Petra Hammesfahr oder auch Hanns Josef Ortheil. Also - Festplatte weiter füllen mit dem, was Dich bewegt und was Dir Freude bereitet. Und vielleicht merkst Du irgendwann, daß etwas ganz Besonderes dabei herausgekommen ist - auch aufgrund der Übung und Erfahrung aus und an Dir selbst, was die Welt erfahren sollte.
    Ich werde mir demnächst einfach mal Dein erstes Buch bestellen...
    Freundliche Grüße,

    Hein

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  8. Erst einmal: Du siehst toll aus!

    Für mich liegt es außerhalb meines Horizontes, was es bedeutet ein Buch zu schreiben, einen Verlag zu finden, es heraus zu bringen,... Da steckt so unfassbar viel Arbeit darin. Ich wüsste auch gar nicht, wann ich was und mit wem machen müsste. Dein Buch selbst heraus zu bringen war echt mutig!

    Lass dich nicht unter Druck setzten. Es ist DEIN Buch bzw. Manuskript und DEINE Entscheidung.

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    1. Danke meine Liebe - ich freue mich das dieser Post so gut ankommt ...

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  9. Ich finde es absolut beeindruckend, dass du dein erstes Buch nicht nur geschrieben sondern selbst herausgebracht hast. Das alleine ist schon ein Achtungs-Erfolg. Lass dich nicht unter Druck setzen mit den nächsten Schritten und vorallem nicht entmutigen. Du wirst deinen Weg gewiss gehen.
    Liebe Grüße, Mona von Belle Mélange

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  10. Bin wieder auf deinem blog gelandet. Freue mich auf deinen nächsten post. Kann man dir bei bloglovin folgen?

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  11. Gib niemals auf zu träumen! Mir werden auch ständig Steine in den Weg gelegt, jedoch motivieren sie mich immer besser und besser zu werden. Vielleicht schreibst du noch nicht so gut wie die besten es tun, jedoch hat jeder mal klein angefangen und eines Tages werden sich sicherlich die Verläge um deine Bücher zanken.

    Liebste Grüße
    Gilda

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  12. Dein Outfit steht dir wirklich sehr gut. Ich finde es gut, dass du für deine Träume kämpfst und man sollte auch niemals aufgeben. Es gibt immer wieder Hürden die man überwinden muss.
    Wünsche dir auf jeden Fall alles Gute.
    Liebe Grüße, Michelle von beautifulfairy

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  13. Also, zunächst mal, sehen deine Fotos echt super aus. Dein Stil gefällt mir sehr gut. Und zu der Sache mit dem Buch, kann ich nur sagen, dass du deinen Traum nicht aus Angst vor den (fehlenden) Reaktionen aufgeben darfst. In erster Linie sollte man seine Kunst immer so machen, dass sie einem selbst gefällt. Und wenn sie anderen gefällt, ist das toll. Aber lasse dir von deinen Versagensängsten nicht den Spaß verderben. Wenn du etwas mit Leidenschaft und Liebe tust, dann wirst garantiert Erfolgreich sein. Alles Liebe

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  14. Hallo Justine,

    es sind nicht die großen Denker, Dichter und Schriftsteller, die jeden Tag über den Ladentresen gehen! Lesen und somit auch das Schreiben ist vielseitig mit noch mehr Facette, in dem jeder Leser seinen Geschmack findet. Die Geschmäcker sind eben verschieden - und DAS ist auch gut So, sonst wäre die Bücherwelt doch trostlos und langweilig!

    Ich habe schon so einige Selfpublisher gelesen und ich habe noch nie negative Erfahrungen damit gemacht.
    Auf G+ gibt es auch Communities mit Selfpublisher, die können Dir bestimmt weiterhelfen, damit Du nicht wieder ganz alleine davor stehst.
    Nicht jeder bringt ein Buch raus und gewinnt gleich den Pulitzer Preis - die Wenigsten gewinnen ihn überhaupt ;) - und trotzdem werden all die anderen Bücher auch gelesen und sprechen sich rum.

    Also lass dich von niemanden drängen, schreib was DU möchtest und DIR wichtig ist und wenn der Zeitpunkt für DICH gekommen ist, dann kommt auch Dein nächstes Buch auf den Markt - und zwar so wie DU es willst.

    Ich wünsch Dir viel Erfolg und vor allem Spaß beim Schreiben und Träumen. :)

    Liebe Grüße von der Nordsee,
    Su

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  15. Ich finde auch du solltest durchhalten und nicht aufgeben aber vielleicht hin und wieder mehr wagen. Wenn du es nicht versuchst und nicht aktiv etwas für deine Träume tust, woher willst du dann wissen ob du in der Masse verschwindest?
    Oft sind wir zu bequem und gehen lieber vom schlimmsten aus ohne den Versuch unternommen zu haben. Wer weiß vielleicht hast du ja einfach Glück? Vielleicht gibt es einen Verlag der sich denkt, wir geben mal einer jungen Autorin die Chance....?
    Du wirst es nie erfahren, wenn du es nicht versuchst.

    Liebe Grüße Laura
    http://streuselsturm.blogspot.de

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  16. Menschen, die dir diese "ach-so-simplen" fragen stellen, wissen gar nicht, wie unglaublich schwierig sowas ist. Es ist kein Geheimnis, dass du Wahnsinnig gut im schreiben bist aber ein Verlag ( der auch noch gut ist) zu finden, ist eine große Herausforderung. Ich finde dich jedoch beneidenswert und wenn du mehr zu bieten hast, dann verstecke es nicht. Du bist sehr begabt :)

    Lots of Love, Dilan from  DILANERGUL

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  17. Hey Liebes,hab grade deinen Blog entdeckt, gefällt mir sehr :)
    Vielleicht intressiert dich ja auch mein Blog.
    Schau doch einfach mal vorbei, hoffe es gefällt dir. ich freue mich über jeden Follower ♥

    http://www.eminevogue.blogspot.de/

    Viele liebe Grüße aus Köln
    Emine ♥

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  18. Gib die Hoffnung nicht auf, denn von der lebt der Mensch. Du solltest an deinem Traum festhalten udn an dich glauben und irgendwann wird er sicher in Erfüllung gehen!
    Ich drücke dir die Daumen!

    Liebste Grüße,
    Vanessa von http://www.herzensglueck.com/

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  19. Mach' dir nicht so 'nen Kopf. Ich hab auch jede Menge fertiger Geschichten bei mir rumliegen und bin irgendwie zu phlegmatisch um an 'nen Verlag zu treten. Solange du vom Schreiben nicht leben musst, würde ich die ganze Sache für mich selbst machen, mein liebstes Hobby ausleben und meiner Kreativität freien Lauf lassen. Ganz platt: nicht alles, was man schreibt, muss gelesen, gehört oder gesagt werden. Es tut auch mal gut, das einfach nur für sich selbst auszukosten.
    Und bzgl. der Durchschnittlichkeit: naja, auch die Klassiker der Literatur wurden selten zu Lebzeiten hochgeschätzt. Von daher: Kopf hoch und den eigenen Stil finden und durchziehen, Scheiß drauf was andere sagen ;)

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  20. Erst mal würde ich dir gerne sagen das ich dein Kleid einfach super finde. Ich bin einfach ein absoluter Fan von Kleidern 😁 und wegen dem schreiben, wenn dir das schreiben doch so viel spas macht dann ist das doch auch schon was schönes. Natürlich ist es super wenn du dann auch noch einen Verlag findest. Dabei wünsche ich dir auch viel Glück. Aber es ist doch auch schon mal viel wert was zu haben, wo man richtig Spaß bei hat!

    Liebe Grüße
    Franzi

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  21. Hallo Justine,

    Ich lasse die Lobhudeleien gleich mal weg.

    Du stellst dein Licht unter den Scheffel, wenn du sagst, dass du nur durchschnittslich bist. Wenn du dir die große Masse der selbst- oder kleinverlegten Bücher anschaust, sind deine eindeutig besser.

    Das Einzige, was dich vom Veröffentlichen abhält, ist deine Angst, vielleicht nicht gut genug zu sein.

    LG

    Georg.

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  22. Heisses Outfit, is mir so krass ins Auge gestochen ;) LG, Mia

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  23. Traurig, wenn manche Leute immer nachbohren und einem das Gefühl geben sie würden nicht an einen glauben. Wichtig ist, dass man niemals aufgibt. Nichts wird man später einmal so sehr bereuen, wie aufgegebene Träume:)

    Liebe Grüße
    Laura

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  24. Hallo Justine, vielen Dank für den kleinen Einblick in die einer Jungautorin. Da ich selbst einen Verlag gründen möchte hast Du mir willkommene Denkanstöße gegeben.

    Ich drück' Dir die Daumen, den richtigen Verlag noch zu finden, Oliver

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  25. Einen Verlag zu suchen und sinnvoll zu kontaktieren ist auf jeden Fall ein ziemlicher Arbeitsaufwand, und die Zeit des anschließenden Wartens und Bangens kommt noch hinzu. Ich hadere auch noch mit mir, ob ich mein Buch nach der Selbstveröffentlichung nochmal zusätzlich zu einem Verlag schicken sollte oder zumindest dem nächsten Buch eine Chance gebe.

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  26. Ich hoffe du gibst nicht auf, es gibt viele die dein 237 super fanden, genau wie ich. Ich kann verstehen das es dauert einen verlag zu finden der einen nehmt und auch unterstützt , aber das wichtigste ist das du nicht aufgibst und weiter kämpfst. Viel glück :)

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    1. Danke für deine Lieben Worte! Das geht natürlich runter wie Öl ;)

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  27. Hallo Justine!

    Ich kenne diese Gedanken sooo gut … Ich habe einige Jahre und etwas Einsicht in die Buchbranche gebraucht, bis ich mich selbst von diesem Druck befreien konnte, von wegen "Ich muss doch verlegt werden!" und "Warum ist es nur so schwer?"

    Nun, da ich nebenbei als Lektorin arbeite, habe ich eine ganz andere Sicht auf diese Dinge. Ich dachte auch wie du lange Zeit: Wer in den Verlag will, muss das Beste vom Besten liefern; weil Verlage das so ja auch ausschreiben. Wer's nicht sofort schafft, ist nicht gut genug. Entsprechend dachte ich krampfhaft, ich muss viel besser werden.

    Besser werden möchte ich nach wie vor, bin da aber viel entspannter geworden. Die drei Manuskripte, die ich in der Schublade habe, MÜSSEN noch nicht raus. Früher dachte ich, mein Erstling müsste als erster veröffentlicht werden; tatsächlich hat jedes Manuskript aber seine eigene Zeit, und eine Idee, die heute nicht reif ist, passt vielleicht in zwei Jahren zur Marktlage.

    Ganz unter uns: Das, was wir Autoren und Leser als "Bestes" emfpinden, nehmen die Verlage tatsächlich nicht immer. Ich habe nun schon einige Bücher lektoriert oder aber in der Auslage gesehen, die ich aus Lektorensicht nur als durchschnittlich, vorhersehbar und ohne Charme bezeichnen kann. Bücher, die mit allen Klischees ein bestimmtes Genre wiedergeben - und sich dadurch automatisch gut verkaufen. Die Verlage hängen es natürlich nicht an die große Glocke, aber tatsächlich nehmen sie nur ganz selten Bücher, von denen sie sagen: "Das ist jetzt was ganz Erfrischendes!" Das sind zwar die Bücher, mit denen man sich schmückt und die auch mit viel Liebe bedacht werden, aber sie stellen immer ein fianzielles Risiko dar. Ein Buch, das "schon oft dagewesen" ist, dagegen nicht - es bringt das Geld ein, mit dem solche Risiko-Titel finanziert werden können.

    Ich möchte damit jetzt nicht Autoren schlechtmachen, die genre-orientiert schreiben. Auch da muss ein gewisser Standard gegeben sein, damit man es in den Verlag schafft. Aber ich meine, diesen Standard kann man mit einigen Jahren Erfahrung problemlos erreichen. Wie so oft ist das aber keine Regel, es gibt Autoren, die Genres großartig auf den Kopf stellen und so wiederum etwas Eigenes schaffen.

    Trotzdem: Die deutsche Literaturszene ist sehr gespalten von ihrer Vorstellung von Hoch- und Trivialliteratur. Befindest du dich auf dem Spektrum dazwischen - schreibst nicht nur Klischees, bist aber nicht sprachlich umständlich, willst Anspruch, doch keine Überkomplexität - und nicht auf einem der eindeutigen Pole, ist es immer schwer. Und selbst auf den Polen ist die ist die Konkurrenz groß.

    Ein Verleger hat mir auf der Buch Berlin im Vertrauen gesagt, das ihn pro Jahr an die 50 Manuskripte erreichen, die großartig sind. Am liebsten würde er alle unter seine Fittiche nehmen. Aber die Finanzen lassen eben nur zu, dass er fünf bis zehn pro Jahr verlegt. Er sagte, es tue ihm regelrecht weh, den anderen Autoren abzusagen - zumal er weiß, dass sie wahrscheinlich das Gefühl haben, sie seien nicht gut genug. Obwohl das gar nicht der Fall ist.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Du siehst, das Ganze ist recht relativ. Ich denke auch, dass du mit dem SP einen guten Schritt gegangen bist - für mich war es auch eines der besten Dinge, die ich getan habe. Man ist einfach schon "draußen", kann sich bereits kreativ verwirklichen und etwas aufbauen, wo andere Autoren jahrelang weder Agenten noch Verlag "überzeugen" können (in Anführungszeichen, weil sie vielleicht doch überzeugen, aber ihr Manuskript eben zur falschen Zeit am falschen Ort ist).

    Also: Volle Kraft voraus! Es lebe das Indie-Dasein. Und wer weiß, was sich noch in ein paar Jahren ergibt - nur niemals aufgeben :-)

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    1. Danke meine Liebe! Solche Worte sind immer schön! Ich denke auch nicht, dass es ein Fehler war. Doch der Wunsch nach einem Verlag ist noch immer da, vielleicht klappt es ja mit dem nächsten Manuskript. Wer weiß ;)

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