Donnerstag, 3. März 2016

Immer diese Ernährungsnazis!



Ich bekomme die Krise! Immer diese Menschen, die sich eine bestimmte Essgewohnheit angeeignet haben und das in jeder möglichen Situation propagieren müssen …

Wenn man sie darauf anspricht oder etwas kritisch hinterfragt, werden schnell die Ohren zugehalten. Sie verteidigen ihren Ernährungsstil mit aller Kraft und bis auf´s Blut! Immerhin MÜSSEN sie ja Recht haben … Die Medien helfen da auch nicht wirklich, denn auch hier wird diese Ernährungsform fleißig weiterverbreitet - Leute im Ernst, es NERVT!

Wie, du dachtest, ich rede über Veganer? 
Das tut mir jetzt leid, dann hast du offenbar noch nicht den Titel des Blogs gelesen …
Du möchtest jetzt lieber wegklicken und dich nicht mit diesen militanten Ernährungsnazis befassen? Da sind wir ja schon Zwei …

Wie, du bist noch da? Klasse! Dann kotze ich mich mal weiter aus!

Ich liebe es ja, wenn mir vorgehalten wird, ich mache meine Ernährungsform dauerhaft zum Thema. In der Regel ist es leider so, dass ich ab und an etwas essen muss. Ziemlich blöde, ich weiß. Gerade, wenn noch ein Fleischesser dabei ist … 
Und es tut mir auch wirklich leid, ganz ehrlich. Leider kann ich meinen Magen nicht dauerhaft knurren lassen, nur damit ich dieses Thema vermeide. 

Du hast aber keine Lust auf eine Diskussion und möchtest einfach in Ruhe weiter abhängen? Yeah, denn dann haben wir schon wieder eine Gemeinsamkeit! Ich bin auch gar nicht so und gehe sogar mit zu dir zum King der Burger, aber bitte quatsch mich dann nicht voll, warum ich mir nur Pommes bestelle …


Nein, du musst dir auch keine Sorgen um meinen Proteinhaushalt machen und auch das B12 ist kein Problem. Du kannst mich also beruhigt essen lassen, was ich für richtig halte. 
Nein, ich möchte nicht von deinem Burger abbeißen und es ist mir völlig scheißegal, was ich da „verpasse“. Zieh dir deine tägliche Ladung Medis ruhig in dieser Form rein. Ist ganz allein deine Sache. 

„Weißt du das Hitler auch Vegetarier war?“

Ich sage dir jetzt nicht, dass dieser völlige Bullshit aus einem schlechten YouTube Video stammt. Deine Witze „Du isst meinem Essen, dass Essen weg“ - Blabla … habe ich auch schon mindestens 300 mal gehört. Da spare ich es mir, dir zu erklären, wie unsinnig das ist und wieviele Pflanzen in deinem Fleisch eigentlich stecken. Natürlich lasse ich dich weiterkauen und darüber herziehen, dass Pflanzen ja auch Gefühle haben und es dich nervt, wenn ich wieder von dem Café mit leckerem Soja-Latte schwärme.

Das geht einem schon auf den Wecker, wenn einem immer aufgedrückt wird was andere für richtig halten. Tiere magst du ja auch, aber die Nahrungskette ist eben so. Du als Idiot stehst eben ganz oben. Da kannst du nichts für, ist halt so. 

Frauen hatten kein Wahlrecht, war halt so. 
Sklavenhaltung war auch ok, konnte man nix gegen tun. 

Musste man mit leben.
Wie, nicht?

Jetzt werde ich bissig? Nein, da hast du was falsch verstanden. 
Ich missioniere, jetzt?


Stimmt ,ist ja schon sehr sektenartig, immer diese Menschen, die für eine bestimmte Sache kämpfen. Ganz furchtbar. Dann schließe ich mich doch am besten einfach ein und bete um 10 tote Hühner weniger, aber ganz leise … Nicht, dass mich jemand hört und meint, ich würde ihm meiner Hühner-sollten-leben-dürfen Religion auf´s Auge drücken …

Kommentare:

  1. ich finde missionieren in jeder sache schlimm. jeder darf einer sache verschrieben sein, sollte seine meinung aber nicht anderen aufdrücken. veganer über omnis. omnis über veganer. religiöse über atheisten. atheisten über religiöse. christen über muslime. muslime über christen. und so weiter. ich war selbst eine zeit lang vegan, aber leider kam mein körper damit nicht klar. ich habe aber nie versucht, meine haltung anderen aufzuzwängen. ich finde es gut, wenn man sich für etwas entscheidet, und diese sache verfechtet. aber missionierung ist doof. bzw. in dem falle ernährungsnazi sein, wie du es nennst. in jedem falle.

    lg
    dahi

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  2. da stimme ich dir auch zu, man sollte niemanden etwas aufzwingen!
    dein Schreibstil finde ich übrigens super!

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  3. Ich finde auch man sollte niemanden etwas aufzuwingen und belächel sowas ziemlich häufig :D Aber ich finde du hast das super geschrieben und deine Sichtweise toll wiedergespiegelt.

    Liebe Grüße,
    Janine

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  4. Sehr witzig geschrieben! Inzwischen spreche ich nur noch über meine Essgewohnheiten, wenn mal Lust habe von jemandem "korrigiert" zu werden.

    Liebe Grüße / Unopened-Letter.com

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  5. Ein schöner Text und sehr gut geschrieben.
    Ich finde jeder kann ja das essen was er mag. man sollte dann nur nicht die anderen verurteilen.
    Deine Sichtweise finde ich sehr interessant.
    Liebe Grüße Michelle von beautifulfairy

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  6. Sehr schöner Weg, das Thema anzusprechen :)

    Liebe Grüße ♥

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  7. Toller Text zu dem Thema! Da merkt man mal wieder, das Gefühl missioniert zu werden und sich rechtfertigen zu müssen ist eben keine Einbahnstraße :)
    Liebe Grüße, Mona

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  8. Sehr schöner Artikel. Auf der einen Seite finde ich immer, dass man sich ein bisschen für alles erklären muss was man macht und an was man so glaubt, ob das nun ein Ernährungsstil, eine Religion, ein Hobby oder eine Sexualität ist. Ich würde die einfach Fragen und blöd sein lassen. Wärst du kein Veganer, würde man dich vielleicht wegen des Fleischessens dumm anmachen. Und immerhin bürgern sich ja auch "alternative" Essformen mehr und mehr ein, sodass in ein paar Jahren vielleicht wirklich jeder mal auf seinen eigenen Teller gucken kann ;)
    Viele Grüße, sunnyonbehalf.wordpress.com

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  9. Ich bin zwar erst seit Anfang diesen Jahres fleischfrei und auch "nur" Vegetarier, aber ich durfte mir auch schon einiges anhören. Grade was den Sport angeht sind viele noch der Meinung man bräuchte Fleisch um leistungsfähig zu sein / bleiben. Ist natürlich totaler Bullshit.
    Egal, ich laufe im Sommer meine 171 km am Stück und das sehr wahrscheinlich fleischfrei :)

    Gruß
    Sascha

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    1. Super! Lass dich nicht entmutigen - viele verstehen es einfach noch nicht ;)

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  10. "Du als Idiot stehst eben ganz oben."

    XD Sehr schön gesagt.

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  11. Haha - du hast wie immer recht.
    Ich verstehe nicht wie man Leichen essen und das auch noch gut finden kann. Unsere gesellschaft ist einfach krank ...

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  12. Ich bin zwar Vegetarier noch Veganerin, aber ich respektiere jeden so wie er ist. Ich esse einfach zu gerne mal Fleisch, dass ich darauf verzichten könnte, aber ich verurteile niemanden, der es dann nicht isst. Geschmäcker sind nun mal so unterschiedlich wie jeder einzelne von uns.

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  13. ich bin ehrlich: ich esse auch Fleisch und Fisch. Was mich aber extrem ärgert, sind diese Bekehrungsversuche. In meinem Fall sinds die "Veganisten" (alles radikale endet auf -ist), die einem erklären wollen, wie böse man ist. Ja, ich esse manchmal Fleisch. Aber ich weiß, dass man von dem Wasser, das sich in einem Kilo RIndfleich befindet (virtuelles Wasser) 1-2 Jahre Duschen könnte. Huhn aus lokalem Handel finde ich vertretbar. Und Wild erst recht. Ich weiß, dass es nicht gut ist, massenhaft Fleisch zu essen.
    Eine Diskussion anstoßen, "Warum lebst du so?" fragen, ist völlig ok, aber was ich auf den Tod nicht leiden kann (bei Religionen, Speiseplänen usw) ist die radikale Feststellung, der eigene Weg sei der einzig wahre.

    Um die hier oft zitierte Religion aufzugreifen: ich bin Christ und stehe dazu. Aber eine gute Freundin beispielsweise ist Muslimin (und hat in der Oberstufe den sehr christlich geprägten Religionsunterricht besucht -> "Warum lebst du so?"). Diesen Ansatz finde ich richtig und bemerkenswert. Damit zurück zur Ernährung: bei unserer Umweltbildungsarbeit mit Jugendgruppen ernähren wir uns vegetarisch / vegan. Obwohl ich selbst gerne mal Fleisch esse (wenn auch meist aus der MHD-Abgelaufen Kiste des lokalen Supermarktes) kann ich diese Arbeit vertreten, weil sie klar macht: Dieser Lebensstil tut nicht weh. Und: Das Essen ist lecker! SO kann ma nMenschen überzeugen, finde ich. Nicht mit "Du bist böse", sondern mit: "schau mal, das ist lecker und macht Spaß!"

    LG
    Jakob

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    1. Genau - die Optionen zu zeigen ist richtig. Man muss sich nur darauf einlassen. Gerade beim Huhn würde ich dir jetzt ziemlich widersprechen, aber irgendwo muss man für sich selbst die Grenzen auch setzten. Ich gehe ja auch containern und esse dann eben auch die Milchprodukte bevor sie komplett weggeworfen werden. Das finden einige Menschen im veganen Kreis auch doof und ich darf mir Diskussionen anhören. Aber es ist eben doch meine Entscheidung.

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  14. Du hast recht, das gegenseitige missionieren wollen ist das Problem, nicht ob du kein Fleisch isst und ich eben schon. Übrigens sind einige Fleischerei Rezepte ziemlich lecker. Allerdings gibt es die Missionare in beiden Lagern. Du sagst du kommst mit in den Burgerladen, isst aber dann nur pommes, ist für mich völlig ok,hier in Kassel, im Zentrum von Nordwesten, gibt es gerade das Problem das die Veranstalter eines größeren Festes mit lokaler Ausrichtung sich in den Kopf gesetzt haben ab sofort das fest vegetarisch zu machen und damit zwangsweise ALLE lokalen Spezialitäten von einem lokalen Fest auszuschließen.

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    1. Sowas finde ich nicht schlecht - einfach weil die meisten Fleischesser ihren Konsum übertreiben und so mal gezwungen sind, etwas anderes zu probieren. Natürlich wird das auch auf herbe Kritik stoßen, weil es einfach mal ein anderer Ansatz ist, aber wirklich schlimm wäre das für die Konsumenten nicht. Die Verkäufer sind dann natürlich in einer misslichen Lage.

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