Freitag, 6. Mai 2016

Justine privat: Niemals aufgeben? - Doch, das darf man.

Kleid: Kleiderkreisel
BH: H&M
Haarfarbe: Silbershampoo 
Wir alle kennen dieses Gefühl, wie ein Hamster im Rad gefangen, einfach nicht von der Stelle zu kommen, obwohl wir so schnell laufen wie wir können. Dabei murmeln wir immer wieder die gleichen Worte vor uns her: „Nicht aufgeben, einfach immer weiter machen …“
Aber warum eigentlich?

Ich bin selbst das wohl schlechteste Beispiel bei diesem Thema - denn ich gebe erst auf, wenn alles um mich herum in Schutt und Asche liegt (und das ist noch eine Untertreibung). Das kann man bereits an meinen vergangenen Beziehungen sehen. Habe ich mich erstmal festgebissen wie , lasse ich erst wieder los, wenn die Wunden so groß sind, dass man sie nicht leugnen kann. 
Doch genau das ist ein Problem. 

Manchmal muß man aufgeben.



Auf den ersten Blick mag das absurd wirken, gerade aus meinem Mund. Ich, die immer sagt, man solle seine Träumeleben und sich niemals von etwas abhalten lassen. Nur schließt das eine das andere nicht aus. 


Scheitern gehört dazu. 
Es ist notwendig, um über sich selbst hinauszuwachsen. Doch auch beim Scheitern gibt es zwei Formen, der Moment, wenn es schlicht und einfach gelaufen ist und der, in dem man selbst entscheiden kann. Ich stand schon oft in solchen Momenten mit mir selbst vor dem Spiegel und wusste, dass der Kampf eigentlich zu Ende war. Doch ich konnte es nicht. 

Ich konnte nicht aufgeben. 

Mein Kopf redete mir pausenlos ein, dass ich es nicht dürfte. Aufgeben ist nur etwas für Schwache, für Menschen, die nicht wissen, was sie wollen oder denen ihre Träume nicht genug bedeuten. Doch all das - ist Quatsch.

Das weiß ich jetzt. 
Manchmal ist es wichtig, aufzugeben, dem Schlachtfeld einfach den Rücken zu kehren  und die weiße Fahne zu schwenken. Andauerndes kämpfen macht einen kaputt und nicht immer ist der Kampf auch den Verlust wert. 
Das Leben ist kurz, schmerzhaft und nicht kontrollierbar. Träume können in Erfüllung gehen oder zerplatzen wie eine Seifenblase und anschließend furchtbar in den Augen brennen.

Beides ist okay.

Wir leben in einer Welt die uns nur allzuoft das Gefühl gibt wir hätten versagt. Der Gesellschaftliche Druck ist immer und jeder Zeit spürbar. Jeder von uns kennt die Sorgen und Ängste die sich in unserem Inneren ausbreiten, doch nicht alle davon haben eine wirkliche Existenzberechtigung. Niemand wird daran sterben, etwas aufzugeben.

Gewinnen wir, wird uns bewusst was wir können. 
Verlieren wir sehen wir unsere Grenzen. 
Es vervollständigt uns, unser Leben und die eigene Persönlichkeit. 

Wir dürfen aufgeben, wenn wir wissen, dass wir den Kampf schon verloren haben.
Wir müssen uns nicht dafür rechtfertigen, dass wir nicht kämpfen wollen. 

Es ist unsere Entscheidung!

Habt Ihr schon einmal bewusst etwas aufgegeben?
Wie seht Ihr zu diesem Thema?

Kommentare:

  1. Man muss auch loslassen können, scheitern ist so ein negatives Wort. Ich finde es gut wenn man nicht sofort aufgibt, sobald es schwierig wird. Aber man muss Dinge, die einfach am Ende sind, auch loslassen können :)
    Liebe Grüße, Mona

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    1. Genau das ist ja das schwere daran - zu erkennen das manche Dinge nur noch auf ein Ende zusteuern.

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  2. Ich finde es auch hart aufzugeben. Aber wenn ich die ganze Zeit nur auf der Stelle trete und es einfach so nicht weitergehen kann, ist es wirklich sinnvoll aufzugeben und auch loslassen zu können. Ich habe mich so oft an Menschen festgehalten, die mir was bedeutet haben. Das war falsch, denn manchmal muss man auch loslassen (auch wenn es weh tut) und jemanden (es klingt so hart) "aufgeben". Ich finde es ist nicht schlimm und zeigt auch nicht Schwäche. Viel mehr zeigt es, dass man in der Lage ist über sich hinauszuwachsen und zu entscheiden, dass es in manchen Situationen einfach nicht mehr so weitergeht. Ich will natürlich in den meisten Fällen auch lieber weitermachen anstatt aufzugeben. Aber oft ergibt sich daraus auch einfach etwas Besseres oder man kann eine Sache abhaken, die einen belastet hat. Sehr schöner Post von dir! :)
    Liebe Grüße
    Larissa

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    1. Es freut mich das du das Ganze so siehst wie ich <3

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  3. Liebe Justine,
    ein - wie ich finde - sehr schöner Text. Sehr Persönlich und doch passt es auf viele Menschen.

    Wir alle wollen nicht aufgeben. Dem einen fällt es leichter, dem anderen schwerer. Ich denke man muss abwiegen, ob es sich lohnt weiterzumachen. Noch weiter zu kämpfen für etwa was man liebt, erreichen will oder oder oder...
    Wichtig ist, dass man das Stop Schild nicht übersieht, welches einem meist unbewusst klar machen möchte, dass es so nicht geht. Nicht auf diesem Weg, aber vielleicht auf einem anderen?

    Ich schätze das muss jeder für sich selbst ausmachen. Und das aufgeben, scheitern oder wie man es auch nennen mag, nicht immer eine Niederlage bedeutet. Manchmal ist es ein Neuanfang. Und diesmal in die richtige Richtung!

    Alles Liebe

    Anne

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    1. Gerade aus Fehlern lernen wir ja auch am meisten ...

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  4. Ja.
    Ich behaupte sogar: Es gibt nichts Schwierigeres, als rechtzeitig aufzugeben.
    Bei mir war es im Studium. Erst, dass ich unbedingt ausgerechnet Französisch machen wollte, dann, dass ich überhaupt Lehrerin werden wollte.
    Jedes Mal war das bewusste Aufgeben, das sich eingestehen, dass ich das nicht kann und glücklicher werde, wenn ich nicht mehr mit dem Kopf gegen die metaphorische Wand renne, das Beste, was ich zum damaligen Zeitpunkt getan habe.
    Ich werde deinen Text noch öfter lesen. Und mir bewusst machen, dass Aufgeben manchmal kein Zeichen von Schwäche, sondern von großer Stärke ist.

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    1. Ganz genau :)
      Es freut mich sehr das mein Text dir dabei vielleicht etwas helfen kann. Ich selbst muss mich auch immer wieder daran erinnern...

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  5. Da hast du recht, ich bin auch so ein Mensch der niemals aufgeben will egal was passiert und am Schluss sitz ich alleine in der Ruine. Meine Mama sagte immer, ich weiss nicht wanns gut ist und damit hat sies wohl oft auf den Punkt gebracht. Aufgeben ist keine Schwäche sondern manchmal das einzig richtige.

    LG Faye

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  6. Sehr toller Artikel. Du triffst den Nagel auf den Kopf!
    Ich bin aktuell in so einer Situation: Ich habe ein Studium (2. Wahl) angefangen und merke, dass ich es nicht packen werde. Kämpfen oder doch nochmal versuchen, das eigentliche Ziel (1. Wahl) in Angriff zu nehmen? Ich habe mich für die 1. Wahl entschieden und möchte ab August meinen richtigen Wünschen nachgehen und dort wirklich eher kämpfen als jetzt! :)

    Liebst,
    Anni

    http://anniislost.blogspot.de/

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    1. Ich wünsche dir alles Gute dabei und drücke dir alle Daumen und Pfoten!

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  7. Wow! Sehr treffende Worte. Darüber habe ich noch nicht wirklich nachgedacht aber ich bin auch ein Mensch, der sehr verbissen in etwas ist und nicht gerne aufgibt. Manchmal muss man das aber, da hast du Recht.

    Liebe Grüße, Rabea
    http://whitehorizons-blog.blogspot.de/

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    1. Eigentlich ist genau das ja auch eine positive Eigenschaft - aber manchmal muss man eben einsehen das es nichts mehr bringt.

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  8. Das Augen-Tattoo ist ja der Wahnsinn!
    Das tat doch sicher mega weh oder?
    ich würde gerne mal einen Post über all deine Tattoos sehen, da sind ja in den letzten jahren doch so einige dazu gekommen. Ein up-date wäre doch mal was, oder?

    liebst
    imke

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    1. Danke meine Liebe - Ich gebe mir Mühe das bald umzusetzen ...
      Es kamen auch gerade wieder welche dazu :D

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  9. Ich bin da genau deiner Meinung.

    Man muss halt loslassen, damit man vorwärts kommt.
    Und aufzugeben ist nicht immer eine Schwäche sondern eine Stärke, wenn man erkennt, dass es so nicht geht.

    :)

    Liebe Grüße
    Janni

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    1. Das denke ich auch immer wieder.
      Danke für dein Kommentar!

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  10. Puh es ist echt nicht einfach sich Fehler oder "Versagen" einzugestehen. Ich habe vor ein paar Jahren meine Fachhochschulereife nachgeholt. Ein paar Tage vor der mündlichen habe ich mich quasi abgemeldet, da mein Zeugnis nicht vorzeigbar zum studieren war. Das war auch schwer für mich, mir einzugestehen, dass ich zu faul war. Ich durfte das Jahr zum Glück nochmal machen und es wurde deutlich besser.
    Ich glaube, dass die meisten Leute nicht gerne zugeben wenn sie scheitern oder aufgeben müssen. Aber es ist wahnsinnig wichtig. Daraus lernt man und wird stärker.

    Liebe Grüße
    Daisy

    apieceofnerdiness.wordpress.com

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    1. Ganz genau - gerade in dieser Welt wo nur Erfolge zählen ist das doppelt schwer. Ich habe mich bei meinem Abi gerade ordentlich verkalkuliert, die falsche mündliche Prüfung gewählt und habe nun unendlich Angst, das Abi nur deswegen nicht zu bekommen. (Und wegen Mathe, da bin ich auch schon immer eine Niete gewesen ^^). Aber wir machen eben alle Fehler, sonst wird man auch nicht besser.

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