Mittwoch, 18. Mai 2016

#Regretting Motherhood- die etwas andere Rezension

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Titel:  #Regretting Motherhood - Wenn Mütter bereuen 

Autor: Orna Donath

Verlag: Knaus

Geeignet für: Tabubrecher, Mütter, bereuende Mütter, Frauen und Männer mit/ohne Familienwunsch, Ängstliche, Verwirrte, Zweifelnde

Gelesen oder gehört: gelesen

Euro:  16,99 (broschiert)

Bewertung: 5 von 5

Inhalt: 

Darf man es bereuen, Mutter zu sein? Ein Tabubruch

"Regretting Motherhood" thematisiert, was bisher kaum ausgesprochen wird: Dass viele Frauen in der Mutterschaft nicht die "vorgeschriebene" Erfüllung finden. Dass sie ihre Kinder lieben und trotzdem nicht Mutter sein wollen. Ih ihrem bahnbrechenden Buch analysiert die engagierte Soziologin Orna Donath die Dimension des Tabus und lässt Mütter selbst von ihren Erfahrungen berichten. 

Meine Meinung:

Diese Rezension wird anders, denn dieses Thema geht mir schlicht unter die Haut. Die meisten Leser wissen ja bereits das ich keine Kinder möchte. Nicht jetzt und nicht in 10 Jahren. Ich kann mich mit der Rolle der Mutter schlicht und ergreifend nicht identifizieren und sehe auch keinen Grund darin meine "nationale Pflicht" von 1,4 Kindern erfüllen zu müssen. Dieses Leben gehört mir, Kinder gibt es nach meiner Ansicht genug und wenn ich irgendwann einmal das Gefühl habe ich "müsste" eine Familie gründen, wäre der Gedanke an ein eigenes Kind dennoch völlig abwegig für mich. 

Der Gedanke an eine Schwangerschaft ekelt mich an. 


Ja, mir ist bewusst wie hart das für den ein oder anderen klingt - und ich sehe auch schon die Kommentare unter diesem Post: "Wie egoistisch von dir!" oder "Bei eigenen Kindern ist das ganz anders!" - Tja, dann ich Euch nur empfehlen dieses Buch zu lesen, denn genau das ist schlicht eine Lüge die unsere Gesellschaft erzählt wie die Märchen vom bösen Wolf.

Denn  genau das beinhaltet dieses Buch - Frauen aller sozialen Schichten und jedes Alters werden zu diesem Thema interviewt. Von der dreifach Mama deren größter Wunsch es immer war eine Familie zu haben, bis hin zur 70 Jährigen Damen die weder ihre Erfüllung in der Mutterschaft fand noch als Oma. Und genau das ist der Punkt: Uns Frauen wird eingeredet das die Mutterschaft das größte Glück der Welt sei. Wir sind angeblich biologisch dazu bestimmt und müssen genau darum auch damit glücklich sein - das stimmt aber nicht.
Die Dunkelziffer der Frauen die NICHT glücklich darüber sind Mütter zu sein, ist wesentlich höher als die Gesellschaft es uns glauben machen will. Darüber offen und ehrlich zu sprechen ist tabu - denn wenn man als Mutter sagt man bereue diese Entscheidung wird man als eogistische Rabenmutter verteufelt. Dabei hat es nichts damit zu tun ob Frau GUT ALS MUTTER IST oder IHRE KINDER LIEBT. 
Diese Dinge stehen außen vor - denn natürlich liebt eine Mutter ihre Kinder, dass muss jedoch nicht bedeuten das sie die Rolle als Mutter liebt. 

Dieses Buch ist wichtig und erschien zum goldrichtigen Moment - Frauen sind mehr als nur Brutkästen der Gesellschaft und dürfen durchaus sagen das sie die Mutterrolle bereuen. Der Druck der noch immer auf den Eierstöcken von Frauen ausgeübt wird, kann sich nur mildern wenn Frauen auch in diesem Punkt zusammenhalten. 

Mutter sein ist nicht für alle Frauen die Erfüllung ihres Lebens. 
Mutter sein hat Schattenseiten die man in Vorfeld schön geredet bekommt. 
Mutter sein zu bereuen, ist keine Schande. 

Mich konnte das Buch komplett überzeugen und hat mich mal wieder in meinen eigenen Gedanken um meine Lebensführung bestätigt. Es werden alle Aspekte der Mutterschaft aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet. Durch die Einfügung der Interviews aller Frauen bekommt man einen Querschnitt der Thematik auf dem Silbertablett serviert. 

Ich habe das Buch im übrigen gleich an eine Freundin weitergereicht die ebenso wie ich, gerade in Mitten des sozialen Drucks steht. Ich hoffe wirklich das ihr dieses Buch genauso hilft wie mir. 

PS: Übrigens können nicht nur Frauen die Elternschaft bereuen - sondern natürlich auch Väter. Dieses Thema wird ebenfalls nicht angesprochen. Auch hier hoffe ich das sich daran bald etwas ändert!

Kommentare:

  1. Sehr interessantes Buch, würde ich auch sehr gern lesen.
    Ich denke wie du, es ist keine Schande etwas zu bereuen.

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    1. Ich habe schon ein neues Buch zu diesem Thema durch und fand auch das sehr spannend und emotional.

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    2. Eva, was heißt bereuen? Ju hat eine Meinung dazu!

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  2. Endlich gibt es mehrere die so denken. Danke Danke Danke.
    Ich liebe es zu lesen was du schreibst bitte mach weiter so.

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    1. Danke für die liebe Zustimmung! Ich finde man sollte viel offener über das Thema sprechen dürfen!

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  3. Danke für die Rezension. Ich stehe da auf exakt demselben Standpunkt wie du - keine eigenen Kinder, niemals. Und diese Entscheidung ist auch nicht egoistischer als die Entscheidung für ein Kind, denn keiner kann mir erzählen, dass Kinder kriegen aus Selbstlosigkeit geschieht um der Welt einen Gefallen zu tun.
    Das Buch werde ich mir auf jeden Fall auch anschaffen und dann jedem um die Löffel hauen, der mit Sprüchen ala "Kinder sind das größte Glück, ohne sie bist du nicht komplett" ankommt.

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    1. Ich finde es super, dass es mehr Mädels gibt die auf der selben Welle schwimmen.
      Dieses "in 10 Jahren" kenne ich auch zur Genüge ...

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  4. Ich finde es toll, dass du das Thema so offen ansprichst und auch das Buch vorstellst, in dem Leute das selbst gemacht haben. Ich selbst glaube auch nicht, jemals Kinder zu wollen und den Gedanken an Schwangerschaft und Geburt finde ich grauenhaft. Da erzählt mir auch jeder "warte ab, in 10 Jahren sieht das anders aus". Das kann ich natürlich nicht wissen, aber ich gehe nicht davon aus, dass sich meine Ansichten da so radikal ändern werden.
    Vielen Dank, dass du darüber schreibst!

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    1. Diesen Spruch kann ich auch nicht mehr hören.
      Genauso wie "in 10 Jahren wirst du das bereuen" - als ob jemand in mich und dich oder jemand anderen hineinschauen kann.

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  5. Ein sehr tolles und meiner Meinung nach auch notwendiges Thema, das du hier ansprichst. Ich kann dir da auch nur zustimmen, ich kann es mir für meinen Teil gar nicht vorstellen jemals ein Kind in die Welt zu setzen. Ich MÖCHTE das auch gar nicht. Mittlerweile bin ich fast 26 und ich kann immer noch jeden einzelnen Menschen sagen hören "Das ändert sich, wenn du älter bist" - kann natürlich sein, ist bei mir aber nicht der Fall und ich bin mir auch sehr sicher, dass das nie passieren wird.

    Wenn man sich allerdings aktiv für ein Kind entscheidet - und das sollte man in den meisten Fällen tun, denn viele "Unfälle" entstehen wohl nur aus Faulheit und Naivität, dann finde ich es auf jeden Fall schade, wenn man das bereut, vor allem für einen selber!

    Liebe Grüße

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  6. Ich finde dein Lebensmodell auf keinen Fall verwerflich oder falsch. Du befasst dich scheinbar schon länger mit dem Thema und hast für dich eine verantwortliche Entscheidung getroffen. Jeder sollte sein Leben selbstbestimmt Leben können und das ist auch gut so.
    Was ich nicht verstehen kann, sind Frauen, die Mutter geworden sind und nun davon sprechen, dass sie es "bereuen". Für mich ist das Wort "bereuen" so ein großes und starkes Wort. Ich kann wütend darüber sein, dass es nicht genug gute Modelle in der Arbeitswelt gibt, die auf Mütter abgestimmt sind. Ich kann sauer sein, dass es nicht ausreichend Betreuungsplätze gibt. Ich kann traurig darüber sein, dass ich mein Leben nicht mehr so spontan leben kann, wie ich es vor meinem Kind konnte. Aber zu bereuen, Mutter geworden zu sein, finde ich persönlich sehr traurig. Für das Kind, das es vielleicht zu spüren bekommt; das es vielleicht aufschnappt. Würde meine Mutter mir sagen, dass sie es schade findet, dass sie ihren Job nicht mehr so machen konnte, wie sie gewollt hätte, würde ich das verstehen können. Es hätte nichts unmittelbar mit mir zu tun. Würde ich aber mitbekommen, dass sie es bereuen würde, Mutter geworden zu sein, würde das eine große Traurigkeit in mir auslösen.
    Ich habe das Buch nicht gelesen. Man bekommt in der letzten Zeit viel davon mit und ja, es hat eine Berechtigung, über das System zu schimpfen, wütend und traurig über manche Umstände zu sein. Aber sich für ein Kind zu entscheiden, bedeutet auch, es mit allen Konsequenzen entschieden zu haben. Dann von "Reue" zu sprechen, finde ich persönlich wirklich egoistisch.

    Danke für dein Posting. Du hast mich wirklich nochmal neugierig auf das Buch gemacht.
    Alles Gute für dich und herzliche Grüße,
    Sabrina

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    1. Hallo Sabrina - erst einmal danke für deinen Beitrag!
      Ich denke es ist das eine seine Mutterschaft zu bereuen und das andere seine Kinder. Sie sind ja nun da - und damit gehen die genannten Frauen auch entsprechend um. Sprich keine der Frauen im Buch hat die Kinder vernachlässigt oder nicht geliebt. Die Entscheidung ist ja nun einmal nicht mehr zu ändern. Ich denke in einem gewissen Alter ist es vollkommen richtig mit den Kindern auch darüber zu reden, damit sie diesen Fehler nicht selbst begehen.
      Das System ist natürlich das eine - aber auch die Rolle der Mutter an sich, als ständig aufopfernde Frau.

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    2. Ich glaube, ich muss mich zunächst mal genauer mit der Definition von "Mutterschaft" auseinander setzen. Es bedeutet für mich das "Mutter sein" und bedient daher verschiedene Aspekte meiner Rolle als Mutter. Und dennoch hängen sie ja alle zusammen und machen das "Mutter sein" aus.
      Von den Frauen aus dem Buch, von denen du schreibst, sagst du, die Kinder sind ja nun da und "die Entscheidung sei nicht zu ändern". So sehr man sich mit so einer Einstellung vielleicht auch bemüht,seine Kinder dies nicht spüren zu lassen, glaube ich dennoch, dass man diese Haltung auf Dauer nicht verbergen kann und das finde ich einfach nur traurig für diese Kinder. Ich würde mich unerwünscht fühlen und schuldig dafür, dass meine Mutter mich in die Welt gesetzt hat. Dabei war es die Entscheidung der Mutter/der Eltern und nicht meine.

      Und dann frage ich mich, ob Frauen, die dieses Gefühl entwickeln, so geblendet von der rosa Brille des Bildes einer Mutter in der Gesellschaft waren, als sie sich für das Kind entschieden haben?! Weiß man nicht (zumindest im Ansatz) was da auf einen zukommt? Wird man dann im Laufe der Zeit mit der Realität konfrontiert und ist dann enttäuscht, weil es nicht mehr mit dem ursprünglichen Bild zu vergleichen ist, dass man von dieser Rolle hatte?
      Versteh mich nicht falsch; es geht mir nicht darum, das zu verurteilen. Ich würde es nur gerne verstehen. Ich habe eine vierjährige Tochter und vielleicht bin ich so emotional bei diesem Thema, weil sie ein von uns gewünschtes Kind ist. Wir haben uns im Vorfeld auch damit auseinandersetzen müssen, wie das alles läuft, wenn sie auf der Welt ist. Wann und wie ich wieder arbeiten gehe oder ob mein Mann vielleicht bei ihr bleibt. Wie wir uns wünschen, dass sie betreut wird, wenn wir arbeiten. Welche Alternativen es geben kann.Auf was wir verzichten können, weil unser Leben mit einem Kind eben nicht mehr so unabhängig ist, wie vorher. Wie wir jeder unseren Freiraum bekommen und als Paar trotzdem noch funktionieren. Und,und,und. Diese Gedanken macht man sich doch vorher und deshalb ist es für mich so schwer die Beweggründe für "Reue" nachzuvollziehen.

      So, jetzt hab ich doch schon wieder so viel geschrieben ��

      Diese Diskussion ist einfach zu spannend...

      Liebe Grüße,
      Sabrina

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    3. Ich denke dieses "vorher" ist eben so eine Sache. Der Gesellschaftliche Druck spielt eine enorme Rolle. Im Buch gab es auch Frauen deren größter Wunsch es war, Kinder zu bekommen - und die dann dennoch unglücklich waren. Wir neigen dazu die "Mutter" zu idealisieren und ihr die Rolle als Mensch abzusprechen, da sie perfekt allen Anforderungen gewachsen sein muss. Und natürlich auch noch glücklich dabei!
      Ich denke tatsächlich das niemand sich vorstellen kann was da auf einen zukommt - oder es passiert einfach und man bringt es nicht übers Herz abtreiben zu lassen, aus welchen Gründen auch immer. Ich kann das Buch wirklich empfehlen. Von allen Sorten gibt es viele Mütter, die alle runter gebrochen das gleiche Problem haben: Unglück. Gerade habe ich auch "Die Mutterglück Lüge" ausgelesen und auch da findet sich dieser Ansatz wieder. Zu dem Thema kann man wirklich unheimlich viel schreiben.Also schreib gerne immer weiter!

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  7. Auch ich kann diesem Thema nur vollends beipflichten. Ich habe für mich entschieden, dass ich keine Kinder bekommen möchte, weil ich mich der beschriebenen Mutterrolle nicht gewachsen fühle. Ebenso finde ich den Gedanken an Schwangerschaft und Geburt ekelhaft und möchte meinem Körper solche Strapazen nicht zumuten.

    Es ist heutzutage keine Schande mehr, sich gegen Kinder zu entscheiden. Ich persönlich möchte in diesen Zeiten keine Kinder in die Welt setzen, weil sie einfach keine unbeschwerte Kindheit mehr haben. Früher war es ein Highlight, wenn man mal am PC ein Spiel spielen durfte oder man hat wochenlang immer wieder die gleiche Demo-Version gezockt. Heutzutage können die Kinder im Kindergarten oder der Grundschule besser mit Smartphone oder Tablet umgehen als man selbst. Die medialen Einflüsse sind einfach zu krass und womöglich sind in deren Vorstellung alle Kühe lila-weiß, denn die Werbung wird schon wissen, wie eine Kuh aussieht.

    Ich könnt wohl noch viel mehr schreiben - aber ich hör jetzt erstmal auf, sonst wird das noch ein eigenständiger Post :D

    Liebst,
    Mary

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    1. Ein Post von dir zu diesem Thema würde mich auch brennend interessieren!

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  8. Ich liebe Kinder und möchte unbedingt selbst welche haben, wenn ich so weit bin sie auch (finanziell) versorgen zu können. Aber ich kann verstehen, dass nicht jeder davon träumt, so wie ja auch jeder unterschiedliche Berufswünsche etc. hat. Ich finde es so wichtig, dass in unserer Gesellschaft Möglichkeiten geschaffen werden, die allen gerecht werden. Denn auch mit Kindern möchte ich nie nur zu Hause sein. Und selbst das wird ja heute noch von Vielen schief angeschaut. Warum nicht etwas mehr Toleranz für andere Lebensmodelle, damit jeder glücklich werden kann?

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    1. Ich finde es großartig das es auch solche Frauen wie dich gibt! Ohne wäre es sicherlich auch schwierig ;) Wenn Kinder für dich ein großer Wunsch sind das finde ich das toll - genauso wie deine Toleranz dafür das ich es eben nicht möchte.

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  9. Gott wie erbärmlich von dir das du diesen Frauen auch noch den Rücken stärkst ...
    Schlampe!

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    1. An deiner Stelle würde ich sowohl das Wort "erbärmlich" als auch "Schlampe" mal nachschlagen ...

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  10. Ein toller Beitrag, ich finde es super wie du dich mit diesem Thema auseinandersetzt, was für viele total unverständlich oder sogar "unmenschlich" ist. Auch dein Interview zu dem Thema hat mir gut gefallen. Ich kann gut nachempfinden, wenn Frauen keine Mütter werden wollen und finde es toll, wenn sie dazu stehen anstatt sich in eine ungewünschte Rolle reinzwängen zu lassen. Das ist ihnen und ihren Kindern gegenüber nämlich nicht fair. Ich selber konnte mir lange Zeit keine Kinder vorstellen und habe auch keinen Bezug zu anderen Kindern. Ein eigenes wünsche ich mir mittlerweile aber doch, nicht jetzt, aber irgendwann. Für mich ist es etwas wie das ultimative Projekt, wenn ich alles andere erreicht habe, was für MICH wichtig war. Dann möchte ich für mein Kind da sein. Denn ich glaube, dass dann alles andere hinten anstehen wird. Und genau deswegen verstehe ich den Punkt des Bereuens gut, auch wenn ich wünschte keine Frau müsste das. Aber das Leben schreibt immer eigene Geschichten aus denen man dann das Beste machen kann und sollte.

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