Mittwoch, 25. Mai 2016

Rezi: Sarah Fischer - Die Mutterglück-Lüge


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Name: Die Mutterglück-Lüge

Autor: Sarah Fischer 


Verlag: Ludwig 


Geeignet für: Mütter, Kinder, Unentschlossene, Bereuende, Frauen, Männer, Kritiker, Väter


Gelesen oder gehört: gelesen


Preis in Euro: 16,99 (broschiert)


Bewertung: 5 von 5 Punkten


Inhalt:


Sarah Fischer liebt ihre zweijährige Tochter – doch sie bereut es, Mutter geworden zu sein. Denn noch immer ist das Leben als Mutter mit vielen beruflichen und persönlichen Einschränkungen verbunden. Väter haben es da leichter. Frauen aber werden in die Mutterrolle gezwängt und zu einer Art aufopfernder Dienstleisterin, deren eigene Bedürfnisse bedeutungslos sind. Und als wäre das noch nicht genug, sollen sie darüber auch noch glücklich sein, denn Mutter zu sein ist erfüllend – wer anders empfindet, gilt als selbstsüchtig oder als Rabenmutter. 



Sarah Fischer ist eine der wenigen Frauen, die öffentlich zugeben, ihre Mutterschaft zu bereuen. Gnadenlos ehrlich und bisweilen schockierend erzählt sie, wie ihr eigenes, selbstbestimmtes Leben seit der Geburt ihrer Tochter mehr und mehr verloren ging und warum wir dringend ein neues Mutterbild brauchen, das sich an den Bedürfnissen und Kräften der Frauen orientiert. 


Der Erfahrungsbericht zur Debatte um „regretting motherhood“.


Meine Meinung:

Zugegeben nach meiner Rezension zu "Regretting Motherhood" (die Rezi findet ihr hier: KLICK) bin ich in diesem Thema wirklich aufgegangen. Darum war ich besonders froh noch ein Rezensionsexemplar von Sarah Fischer zu ergattern ...


Statt vieler Frauen darf man in diesem Buch nur einer Frau in ihren Gedanken folgen: Sarah selbst. Obwohl sie eigentlich dachte das alles "gut wird", sie den ganzen Druck "schon meistert" und das "Happy End" einfach kommen muss, ist das genaue Gegenteil der Fall. Sie empfindet keine Befriedigung darin Sandkuchen zu backen, sie möchte sich nicht von ihrem Mann abhängig machen und in der Krabbelgruppe fühlt sie sich wie Satan in der Kirche. Alles Dinge die ich vollkommen nachvollziehen konnte - trotz ihres einstigen "Kinderwunsches". 

Sarah ist ein klassisches Beispiel für all die Dinge die in unserer Gesellschaft in Sachen Mutterschaft schief laufen - und das nicht weil sie ein besonders schweres Kind zur Welt gebracht hat. Das genau Gegenteil ist hier der Fall: Ihre Kleine ist ein Goldkind, dass weiß Sarah auch und liebt sie dafür, nur eben die Mutterschaft nicht. Die oft genannte Kritik vom "Jammern auf hohen Niveau" kann ich nicht bestätigen. Natürlich ist Sarahs Lebenslauf nicht der klassische, jedoch sind die Probleme ähnlich. Als selbstständige Frau engt die Mutterschaft ein, der Druck von außen wird immer größer und andere Mütter sind so gar keine Hilfe, da diese scheinbar nur darauf warten, dass man etwas falsch macht.

Ehrlich, ungeschönt und mit einer großen Portion Humor schafft die Autorin es einem die Wahrheit über Mutterschaft vor Augen zu führen - und warum es keine Schwäche ist diese zu bereuen. 

Eine absolute Empfehlung von meiner Seite ...

Ich kann der Autorin schlicht nur zustimmen. 



Kommentare:

  1. Der Post kommt etwas spät, oder? So etwa 20 bis 50 Jahre. Du (als Nicht-Mutter) verfechtest ein veraltetes Rollenbild, das so längst nicht mehr Realität oder zumindest die Ausnahme ist. Wäre Sarah alleinerziehend, hätte ich vielleicht Verständnis für sie, so ist es aber höchstens Mitleid, weil anscheinend in ihrer Beziehung etwas grundlegend falsch läuft.

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    1. Ohne das Buch zu kennen wirst du darüber wohl keinen Einblick haben ;)
      Und nur weil du diese Erfahrungen nicht gemacht hast, bedeutet das nicht das sie nicht real sind.

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    2. Ja genau! Frauen die selbstständig sind, haben Beziehungsprobleme ...

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    3. Ich habe selten ein so sinnfreies Kommentar gelesen ...
      1. Kann der Post wohl kaum "20 bis 50 Jahre" zu spät kommen, wenn es um ein aktuelles Buch geht ...
      Das wäre der logische Fehler Nummer 1.
      2. Kannst du eher weniger beurteilen wie die Beziehung von jemanden ist den du nicht kennst, das eine selbstständige Frau die sich nicht finanziell von ihrem Freund/mann abhängig machen will jetzt gleich "beziehungsunfähig" ist - ist genauso unlogisch wie lächerlich ...
      3. Was weißt du als Mann über die Mutterrolle heute?
      Wahrscheinlich bist du ein netter Vorstadtdaddy der nichts schöneres kennt als Kinder kriegen und der einfach nicht nachvollziehen kann, dass es für andere Menschen und ja auch Frauen noch etwas anderes im Leben gibt ...

      Sorry - Aber Vollidiot ...

      Liebe Justine, lass dich bloß nicht von solchen Möchtegernklugen Menschen verunsichern. Ich habe das Buch ebenfalls gerade durch und kann dir in allen Punkten nur zustimmen - und das als Mutter ;)

      Liebe Grüße
      Jo

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    4. Danke Jo, du hast es auf den Punkt gebracht!

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    5. Danke für Eure zahlreichen Kommentare :) Ich finde es toll das wir dieses Thema hier diskutieren können ... Gerade Erfahrungsberichte von Frauen sind natürlich wichtig!

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    6. Meine Güte - zu spät? Der Post ist genau Richtig! Idioten wie du meinen ja es gäbe nichts mehr wofür man kämpfen müsste, dass stimmt aber nicht!

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    7. Eine schöne Antwort ala AFD Wähler ...
      Genau ... Und dann auch noch das Wort "Nicht-Mutter" wie ein Schimpfwort verwenden ... Sind wir jetzt im dritten Reich oder was?

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  2. Super Rezi!
    Ich habe das Buch gerade gekauft ...
    Meine Gedanken kreisten auch gerade viel um dieses Thema - es ist einfach erschreckend wie man angefeindet wird. Das sehe ich auch bei Müttern in meinem Freundeskreis die ähnliches durch machen. Man denkt immer unsere Gesellschaft sei so weit, doch eigentlich hinken wir noch ziemlich hinterher. Und gerade Männer bilden sich ja auch immer viel darauf ein, wenn ihre Frau damit nicht so umgeht ...

    Liebe Grüße
    Mia

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  3. Wow das klingt wirklich sehr interessant!
    Du hast das Buch toll beschrieben, sodass ich jetzt echt Lust habe es mal zu lesen :)

    Ich wünsche dir einen wundervollen Tag <3
    Liebst, Sarah von Belle Mélange
    www.belle-melange.com

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  4. "Denn noch immer ist das Leben als Mutter mit vielen beruflichen und persönlichen Einschränkungen verbunden. Väter haben es da leichter. Frauen aber werden in die Mutterrolle gezwängt und zu einer Art aufopfernder Dienstleisterin, deren eigene Bedürfnisse bedeutungslos sind. Und als wäre das noch nicht genug, sollen sie darüber auch noch glücklich sein, denn Mutter zu sein ist erfüllend – wer anders empfindet, gilt als selbstsüchtig oder als Rabenmutter."
    Ja, ja, ja genau so ist es und ich könnte kotzen vor Wut! Mit Eintritt in die Mutterschaft hast Du Deine Individualität an einem Haken abgegeben. Während der Schwangerschaft bist Du für die Medizin lediglich die Hülse, die das kostbare Baby umhüllt und dann später nur noch billiger Dienstleister am Kind...null Anerkennung, null Respekt...wenn ich könnte, würde ich die Zeit zurückdrehen und meinem früheren Ich einen eindrücklichen Brief schreiben. Kinder? Nein Danke!

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    1. Danke auch dir ;)
      Harte Worte - aber nicht unberechtigt.

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  5. Das hört sich auf jeden Fall spannend an. :)

    Ich bin 21 Jahre alt und bin momentan der Meinung, dass ich niemals Kinder bekommen möchte - aus eben genau diesen Gründen. Ich möchte nicht in eine Schublade gesteckt werden, abhängig sein und mich selbst so arg vernachlässigen.
    Auf der anderen Seite finde ich es klasse, wenn man in der Mutter- oder auch Vaterrolle voll aufgeht.

    Wer Kinder bekommt, sollte sich den "Folgen" auch 100%ig bewusst sein und mit der Entscheidung ohne Ausnahmen zufrieden sein. Ansonsten ist man selbst noch das Kind glücklich und das muss wirklich nicht sein.
    Keiner von uns sollte aufgrund seines Kindes alles was sich selbst betrifft zurückschrauben müssen!
    Eltern sein betrifft immer zwei Menschen! Nicht nur die Frau!

    Tolle Review! :)

    Liebe Grüße
    Vanessa

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  6. Ihr tut mir alle nur leid. Was gibt es Schöneres, als so ein kleines Mäuschen im Arm zu halten. Es gibt nichts, aber auch wirklich nichts Schöneres als die Mutterschaft. Habt ihr schon einmal an die ganzen armen Frauen gedacht, die keine Kinder bekommen können oder ein Kind verloren haben. Das ist die wirkliche Hölle. Pfui, pfui, wie finster muss es in euch drinnen aussehen. Ich habe meine drei nach meiner Trennung alleine großgezogen, alle studieren, besser könnte es nicht laufen. Aber bei uns hält die ganze Familie auch noch zusammen, nicht so krank wie die moderne Gesellschaft mit ihrer kranken Vorstellung von Emanzipation. Emanzipation findet in meinem Kopf statt - nicht in irgendeinem Büro. Eine Frau, die ihren Haushalt mit Würde meistert - das ist die wahre Emanzipation.

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    1. Es ist schön, dass Du dich damit als Leben zufrieden gibst. Andere nicht. Dass musst du akzeptieren. Statt anders denkende zu beleidigen solltest Du versuchen auch ihre Ansicht nachzuvollziehen.

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  7. Erstens war mir klar, dass diese Form der Emanzipation in den Köpfen der meisten Menschen noch lange nicht angekommen ist - Gleichmacherei ist noch lange keine Emanzipation. Im ursprünglichen Sinne bedeutet dies nämlich "Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen" (Immanuel Kant). Dies beinhaltet einerseits natürlich die Freiheit, seinen eigenen Weg zu gehen. Andererseits prägte Kant bereits seinen berühmten kategorischen Imperativ als grundlegendes ethisches Prinzip. Und nach diesem ist es jedermanns moralische Pflicht, sich gegen die Lieblosigkeit dieser selbsternannten Mütter zu wenden, die glauben mit dem Gebären ihres Kindes sei ihre Arbeit getan. Krippe, KiTa etc. stehen ja bereit, ja es wird gar salonfähig die eigenen Kinder als Last zu bezeichnen und deren Existenz zu bedauern. Selten hat mich etwas so schockiert wie allein dieser Buchtitel.

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    1. Dann solltest Du es vielleicht lesen, bevor Du alle Frauen verurteilst.

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