Freitag, 20. Mai 2016

Vegan mit Hund - Rezepte und Tipps nicht nur für Veggie-Hunde


Nachdem ich meine Überlegungen zum Thema vegane Hundeernährung online gestellt hatte, ereilte mich eine kleine Flut an Emails und Kommentaren. Auf die negativen „Dir sollte man den Hund wegnehmen“-Kommentare gehe ich an dieser Stelle nicht weiter ein. Viele haben sich jedoch gefragt, was ich meiner alten Lady denn so zu essen gebe. 

Heute möchte ich Euch also zeigen, was Ihr Euren Vierbeinern zu Hause kochen könnt. Ich bin sicher, dass nicht  nur Veggie-Dogs gefallen daran haben werden, etwas Abwechslung im Fressnapf zu finden. 

Die Grundlagen

Diese Dinge dürft Ihr nicht verwenden: 

Küchenzwiebeln und alle anderen Zwiebelgewächse
Knoblauch, Pfeffer, Chili, Jodsalz
Bohnen roh (alle Sorten)
Paprika und Tomate (kann in sehr geringen Mengen gegeben werden)
Auberginen
Avocados
Spinat und Blattsalaten - die Stiele und groben Blattadern immer entfernt (übrigens auch beim Menschen ein Tipp)
Steinobst

Diese Dinge eignen sich super als Grundlage:

Roggenflocken
Gerstenflocken
Weizenkeime
Weizenflocken
Haferflocken
Soja
Bohnen (gekocht!)
Reis
Nudeln
Kartoffeln
Quinoa 
Chia Samen 
Olivenöl, Hanföl, Leinöl, Rapsöl oder Sonnenblumenöl

Bei Hunden mit einer Weizenunverträglichkeit muss man an dieser Stelle natürlich auch noch einmal genauer schauen, welche Produkte man verwendet. Allgemein sollte man darauf achten,
nicht zu einseitig zu füttern. Nahrungsergänzungsmittel (Vitamin B12, Kalzium, L-Carnitin und Taurin) gibt es inzwischen auch für Hunde. Ich benutze diese je nach Bedarf. Meine alte Lady ist alle zwei Monate bei der Blutentnahme. Die Ärztin checkt dann, ob an irgendeiner Stelle ein Mangel besteht. 
Das würde ich (mit einem längeren Abstand) auch allen Hundebesitzern empfehlen. Bei meiner alten Lady ist es aufgrund des Alters und ihrer Darmerkrankung einfach etwas öfter nötig. 

Um richtig zu füttern, sollte man natürlich auch immer schauen, wie viel der Hund wiegt. Darauf gehe ich an dieser Stelle vorerst nicht weiter ein, da ich glaube, dass alle Hundebesitzer wissen, wieviel und wie oft ihr Hund etwas frisst. 


Cosmas Lieblingsrezepte

Rezept 1:

300 ml gekochter Vollkornreis
200 ml Chia Pudding
270 ml  püriertes grünes Gemüse 
1 fein geriebene Karotte 
1 gekochte Süßkartoffel
1 EL kaltgepresstes Pflanzenöl

Meine Hundedame bekommt das meiste Gemüse püriert - das hat den Vorteil, dass ihr das Futter nicht zu trocken ist und sie genüsslich schlecken kann. Außerdem sollen so die Nährstoffe, ähnlich wie beim Menschen besser aufgenommen werden. 

Rezept 2:

200g Nudeln 
100g rote Linsen 
150g Zucchini und 300g Möhren (püriert) 
50g Buchweizen
1 Banane 
1 sehr reife Kiwi
50ml Leinöl

Eines meiner Lieblingsrezepte - es  läßt wunderbar einfach in das „menschliche“ Kochen einplanen. Einfach ein paar Nudeln aufheben und schon hat man die Grundlage. 

Rezept 3: 

540 g gekochte Linsen
270 g gekochte Pinto Bohnen (kleine weisse Bohnen)
270 g Weizenkeime
270 g Spinat, Brokkoli, Grünkohl (kurz gedünstet und dann püriert ) 
1 fein geriebene Karotte 
2–3 EL kaltgepresstes Pflanzenöl

Cosma liebt Brokolie! Tatsächlich habe ich diese Vorliebe erst recht spät entdeckt …
Doch inzwischen mache ich ihn recht oft und jedes Mal freut sie sich total darüber - da sag doch mal einer, dass Hunde nicht schmecken können ;)

Rezept 4: 

100g Sojabohnen 
200g Brokkoli + 200g Möhre (püriert)
80g Buchweizen 
50g Haferflocken
1 kleine Banane
1 kleiner Apfel oder etwas ungesüßten Apfelmus 
1 Hand voll Petersilie 
1 Prise Meersalz
50ml Haferdrink
2 EL Rapsöl

Etwas Salz kann an einiger Stelle nicht schaden - dabei gilt das gleiche wie beim Menschen, nicht zu viel! 


Rezept 5: 

270 g texturiertes Soja (Sojafleisch oder Soja-Schnetzel)
300g Quinoa 
270 g  grünes Gemüse (alles was man gerade zur Hand hat)
1 fein geriebene Karotte 
220 g Wassermelone gewürfelt
4 EL kaltgepresstes Pflanzenöl

Ja, eine etwas unkonventionelle Mischung. Sie entstand auch eher aus Zufall, aber die Wuffine mag es und darauf kommt es ja an.

So, ich denke das bietet einen ganz guten Überblick was man so machen kann. Natürlich gibt es auch vegan und vegetarische Fertigprodukte für Hunde, auch von diesen habe ich immer etwas im Haus und wechsle ab. Ich koche also nicht zwingend jeden Tag für die Wuffine mit - gerade wenn sich Schule und Arbeit bei mir mal überschneiden, fehlt mir dazu einfach die Zeit. 

Dennoch habe ich es inzwischen geschafft, immer wenn ich für uns Menschen koche, nebenher etwas für die Hundedame auf dem Herd zu haben. Das ist nicht nur gesund und bietet Abwechslung, sondern erleichtert teilweise auch den Geldbeutel.


Ich hoffe, Ihr konntet einen Eindruck von der veganen Ernährung für die Hunde dieser Welt gewinnen und habt vielleicht auch die ein oder andere Idee für Euren Vierbeiner mitgenommen. Wenn Interesse an einem Rezept für Hundeleckerlies besteht, schreibt es mir gerne in die Kommentare!

Kommentare:

  1. Schonmal drüber nachgedacht warum Hunde Allesfresser sind?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hätte ich mir keine Gedanken gemacht, würde ich wohl kaum darüber schreiben :)
      Weitere Posts zum Thema findest du im entsprechenden Label ;)

      Löschen
  2. "Allgemein sollte man darauf achten, nicht zu einseitig zu füttern. Nahrungsergänzungsmittel (Vitamin B12, Kalzium, L-Carnitin und Taurin) gibt es inzwischen auch für Hunde" ...

    Ah, also Fleisch darf der Hund nicht. Is ja auch soooo teuer und sooo ungesund für das Tier... aber die chemischen Nahrungsergänzungsmittel oder was? Sowas regt mich auf! Was kommt als nächstes? Dass die Hunde sich nur noch von Fallobst und wilden Gräsern und Beeren ernähren dürfen??? Du zwingst dein Tier aber auch nur, weil es sich nicht, wie ein Mensch dagegen wehren kann.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Bevor man sich aufregt sollte man sich mit einem Thema beschäftigen - und bevor man jemanden verurteilt vielleicht sehen was dieser noch dazu gesagt hat ;) Ich zwingen meiner Hündin nichts auf, tatsächlich kam ich zu dieser Ernährung auf Empfehlung der Tierärztin. (http://www.justinewynnegacy.de/2015/10/vegan-den-hund-vegan-ernahren-why-not.html)
      Also schwingt ruhig weiter Eure Keulen!

      Löschen
    2. Herrlich diese "Argumente".
      Ich hoffe dir ist bewusst das Fleisch nur diese Nährstoffe enthält da sie künstlich im Futter beigemischt werden - da kann man sich den Weg über Leichenteile also sparen.

      Löschen
    3. Schade ich habe gehofft es kommt vielleicht noch mal ein wirklich Argument zurück, denn kritisch zu sein ist völlig okay.

      Löschen
  3. Ich finde es großartige das du über dieses Thema berichtest und dich von diesen angeblichen "Tierfreunden" nicht aus der Ruhe bringen lässt!

    Liebe Grüße

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke dir! Und immer gerne - es bringt nichts sich gegenseitig vorzuwerfen das es "falsch" ist. Jeder entscheidet für sich und das wichtigste ist, dass es dem Hund gut geht.

      Löschen
  4. Ich verstehe die Aufregung zu diesem Thema nicht - auf dem Dorf ist es ganz normal seinen Hund auch mal Reste zu geben ...
    Von mir aus darf jeder es so machen wie er es für Richtig hält. wenn es der Hündin so gut geht: super!
    Außerdem stand extra im Titel das die Rezepte nicht nur für vegane Hunde sind ... Also wirklich, Hauptsache den Mund auf machen und motzen! Liebe Justine du machst das super! weiter so!
    Ein paar Sachen koche ich mal nach - mal schauen wie das meinen Hunden schmeckt 8die übrigens nicht veggie sind)

    Liebe grüße
    Moni

    AntwortenLöschen
  5. Hallo liebe Justine,
    auch wenn ich in Punkto Hundeernähung durchaus anderer Meinung bin, als du, finde ich es dennoch lobenswert, diese Sache hier auf deinem Blog zu thematisieren. Der Shitstorm ist ja quasi vorprogrammiert und ich bin froh, dass es doch noch Leute im Netz gibt, die sich davon nicht unterkriegen lassen und dennoch teilen, was sie beschäftigt. Das macht ja letztlich auch die Vielfältigkeit der Internets aus und macht aus langfristig noch spannend! Ich habe kein Ahnung von Hunden, habe aber nicht den Eindruck, dass es deinem Vierbeiner langfristig schadet, oder ihn krank macht, in diesem Sinne: Danke fürs teilen!
    https://sunnyonbehalf.wordpress.com/

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Sehr gerne :) Und danke für die lieben Worte!

      Löschen
  6. Finde ich interessant :) Verstehe nicht, wieso sich viele darüber so aufregen. Solange es dem Hund gut geht, ist doch alles bestens :)

    Liebe Grüße,
    Kiamisu

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke meine Liebe - diese Auffassung teile ich ;)

      Löschen
  7. Ich finde das Thema durchaus interessant und habe mich selbst schon mit befasst, allerdings bleibe ich meiner herkömmlichen Ernährung treu^^
    Dennoch finde ich deinen Beitrag sehr gelungen :)

    Alles Liebe,
    Janine

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke schön :)
      Ich denke auch wenn man seinen Hund "normal" ernährt kann es nicht schaden zu wissen wie man auch etwas kochen kann.

      Löschen
  8. interessantes thema ! :> das wichtigste ist, dass man sein Haustier liebt, und solange es dem hund gut geht ist doch alles Suppe, manche habe einfach keine ahnung. ich bin selbst vegetarierin, ernähre aber meinen hund bislang schon immer mit fleisch, eigentlich wäre so eine ernährung aber auch echt mal gut :>
    liebe grüße
    josi ;*
    www.josiiffashion.blogspot.de

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Du kannst ja mal testen ob dein Hund es mag - das ist ja auch immer ein Faktor den man bedenken sollte :)

      Löschen
  9. War ja klar, dass da wieder die ewigen Meckerköppe rauskommen...Wichtig ist, dass es Cosma gut geht!

    AntwortenLöschen
  10. Ich hab meinen Hunden heute mal etwas nachgekocht und bin begeistert - beide haben das 2. Rezept wirklich verschlungen :D Das machen wir nun öfter.

    AntwortenLöschen
  11. Ich finde es auch gut, dass du trotz Beleidungen sehr sachlich bleibst und selbst nicht ausfallend wirst.
    Allerdins muss ich sagen, dass ich auch gegen vegane Ernährung bei Tieren bin. Ich finde es unglaublich toll, wenn Menschen Veganer sind (ich weiß, wie viel dahintersteckt, dass man sich ausführlich informieren muss, viel selbtkochen muss und oft eher belächelt wird, was ganz schön anstregend sein kann) und habe großen Respekt dafür.
    Aber meiner Meinung nach sind Hunde nun mal Allesfresser und haben nicht selbst entschieden, vegan zu leben, deswegen bin ich persönlich dagegen, sie vegan zu ernähren.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke meine Liebe :)
      Gerade weil sie eben Allesfresser sind ist es möglich - allerdings sage ich auch immer wieder: Nicht jeder Hund wird das mögen. Ich kenne viele Veganer die ihren Hunden durchaus mal veganes Futter anbieten, was von den Hunden jedoch abgelehnt wird.
      Ich denke in diesem Fall ist es wie mit den Menschen: Nicht jeder ist dafür geschaffen und das ist auch okay.
      Andersherum geht es aber wie gesagt auch :D Fleischfresser-Hunder die plötzlich liebend gerne Wassermelone und Linsen futtern.

      Löschen
  12. Hallo Justine!

    Wow, wie mutig über dieses Thema zu schreiben. Ich arbeite in einem kleinen Tierfuttergeschäft auf dem Land und weiß wovon ich rede ;-).
    Ich habe auch einen Hund, der allerdings Fleisch frisst - wahrscheinlich würde sie mir die Mittelkralle zeigen wenn ich sie nur noch vegan ernähre. Sie ist so ein schlechter Esser, dass ich immer froh bin, wenn sie ihre Portion aufisst.

    Ich hab noch eine kurze Anmerkungen zu den Lebensmitteln die vermieden werden sollten. Knoblauch und Zwiebeln können zu Schädigungen führen, allerdings nur in wirklich hohen Dosen. Ich treffe im Netz und bei unseren Kunden immer wieder auf Menschen, die sehr besorgt reagieren, wenn es um Knoblauch geht. Das Gerücht hält sich hartnäckig. Wenn man die Studie ganz liest, dann stellt sich heraus, dass ein Hund von 30 Kilo fast ein ganzes Kilo Knoblauch in der Woche zu sich nehmen müsste. Das mach natürlich keiner...Mein Hund bekommt regelmäßig Knoblauch um dem Parasitenbefall vorzubeugen. Ich tue mich schwer mit Wurmkuren und versuche hier alternativ tätig zu werden. Das nur kurz dazu.
    Alles Gute dir und deinem Hund!

    Liebe Grüße
    Vanessa

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Super lieben Dank für die Anmerkung!
      Da konnte ich wieder etwas lernen!

      Löschen