Freitag, 26. August 2016

Justine privat: Ode an die Bitches

Freundschaft ist eine Tür zwischen zwei Menschen. Sie kann manchmal knarren, sie kann klemmen, aber sie ist nie verschlossen. 
Balthasar Gracian 

Bild von: http://mary-buecherblog.blogspot.de/
Ich schmiege mich betrunken an ihren üppigen Busen und atme ihren Duft tief ein. Warm, weich, herzlich und zu tiefste beruhigend wirkt sie auf mich ein. In ihrer Nähe kann ich beruhigt abschalten und mich einfach von dem geschehen treiben lassen. 
Manche Menschen liebt man nicht, weil sie soviel mit einem gemeinsam haben oder weil sie die gleichen Dinge lieben - manche Menschen liebt man einfach nur dafür, dass sie das komplette Gegenteil von einem selbst sind. Wir laufen durch die nächtliche Stadt, torkelnd und schimpfend über die Welt. Denn das ist doch etwas was uns verbindet - Welthass und das ständige Gefühl nicht gut genug zu sein, oder sein zu wollen?
Ich schließe die Augen und lasse mich von Ihr durch die Nacht führen. Die Sterne funkeln uns zu, als wollten sie versuchen uns etwas positiver zu stimmen. Noch immer grinse ich, denn ich muss daran denken wie sie eines ihrer Walle-Walle-Kleider trägt in denen sie so unglaublich gut aussieht und am nächsten Tag wieder als Wensday Adams überzeugt. Sie vereint alle Gegensätze die man(n) sich wünschen kann und dafür beneide ich sie. Ich bin froh ein Teil ihres Lebens zu sein. 
Wir sind Lästerschwestern, Kampfhennen und Bitches der XYZ Generation - und was noch viel wichtiger ist, wird sind es zusammen. Mit all unseren Gegensätzen und Diskussionen. 
Ich muss grinsen und spiele mit ihren kupferroten Haaren. Sie macht einen anzüglichen Witz und ich muss lachen. Sie ist eine der schönsten Frauen die ich kenne, innen und außen. Die Perfektion von Weiblichkeit und Sinnlichkeit gepaart mit schwarzen Humor und einen so trockenen Sarkasmus, dass ich mich oft daran verschlucke. 
Wir können zusammen lachen bis wir Muskelkater in unseren Bäuchen bekommen, und uns anzicken bis, wir drei Tage Abstand von einander nehmen müssen - doch am Ende sind wir wieder zusammen. Mit all unseren Fehlern, unseren Ängsten und in Alkohol getränkten Gehirnwindungen. 

Manche Menschen wissen nicht, wie wichtig sie für einen sind, egal wie oft man es sagt und sie gehört definitiv dazu, doch auch dafür liebe ich sie. Sie ist eine Herausforderung. Eine Challenge die niemand auf Facebook oder YouTube je erfinden könnte - sie ist meine Freundin und ich ihre, ob es ihr nun gefällt oder nicht. Wir lieben uns. 

Wir sind können vor einander laut denken, uns dafür hassen und uns am Ende dennoch umarmen. Wir hassen vieles, aber lieben uns. Wir sind die bösen Hexen und sind froh, dass wir außerhalb von Hogwarts nicht zaubern dürfen. Wir sind so vieles und doch so wenig, aber immerhin zusammen, in unseren Bitches Coven. 

Kommentare:

  1. Es ist schön so jemanden zu haben.
    Ich wünsche dir, dass es so bleibt und nichts in der Welt wichtiger wird als eure Freundschaft :)

    Liebe Grüße > sara

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  2. Wunderschön geschrieben :) Und ein ganz tolles Foto hat man da von dir geknipst.

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  3. Schöner Text, schöne Ode an die Freundschaft!

    Ich habe/hatte auch eine beste Freundin, die mir scheinbar erst gestern abhanden gekommen ist. Ich bin sehr enttäuscht von ihr...
    Auch sie war mein Gegensatz. Aber Freunde kommen und gehen, mit ihr noch drei weitere...

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