Freitag, 12. August 2016

Justine privat - Von der Kunst sich zu entscheiden

Die Wahl ist schwerer als das Übel selbst, die zwischen zweien Übeln schwankend bebt. 
Johann Wolfgang von Goethe
„Warum eigentlich Psychologie?“, wurde ich nach meinem letzten Post häufig gefragt. „Warum nicht als Fernstudium, warum nicht dies, dass, Ananas?“ 

Psychologie war immer ein Traum, ich war schon immer fasziniert von Serienmorden, von der Kunst des Ermittelns und dem Einschätzen von Straftätern. Natürlich war mein 15 Jährigem Selbst der vollen Überzeugung irgendwann einmal beim FBI oder CIA zu arbeiten. Die Realität sah natürlich ganz anders aus, aber die Richtung des Traumes blieb die gleiche. Darum auch der Weg in die Medizin, der mich jedoch so sehr enttäuschte das ich eine ganze Weile so gar keine Lust mehr auf Blutabnahmen und staubige Akten hatte. 

Also folgte ein langer steiniger Weg, nicht nur privat sondern auch im Berufsleben. Eine Achterbahnfahrt, bei der ich immer wieder lernen musste, dass Vorstellung und Realität meist nicht viel gemeinsam haben - und das man immer wieder vor den gleichen Fragen steht: Was will ich eigentlich, was macht mich glücklich und wie komme ich dort hin ohne das der Weg mir jede Energie zum glücklich sein nimmt? 

Einige werden das nun lesen und sich denken: „Püh! Dann war es eben nicht der ECHTE Traum!“ - und ganz unrecht haben sie damit nicht. Denn Traum Nummer Eins ist natürlich noch immer das Schreiben, aber hey ich komme aus der Generation FLEXIBEL und REALISTISCH. Schreiben kann ich immer. Ein Job der mich auch sonst gefällt ist ratsam, wenn man Miete und Essen bezahlen will. Also musste nun für die Karriere Traum Nummer 2 herhalten - und nun bin ich wieder mitten in der Realität. 

Mit Mitte Zwanzig kann ich mich ganz gut einschätzen. Meine Prioritäten haben sich zwar nur in einigen Dingen geändert, doch was viel wichtiger ist: Meine Interessen sind noch immer die Selben. 

Noch immer würde ich gerne mit Straftätern arbeiten. Nicht als Schließer oder Ermittler, sondern als Mensch. Nach einem Praktikum in der Suchtberatung hatte ich das erste Mal das Gefühl einen Job gemacht zu haben der mir beides bieten kann: Ein Gehalt von dem ich lebe und eine Übereinstimmung meiner Interessen, mit Menschen arbeiten, helfen und hinter die Fassade der Masken vieler blicken. 

Da bin ich also und weiß ziemlich gut wo es hingehen soll, nur wie genau ich diesen Weg beschreite ist noch unklar. Das wird sich alles zeigen und aktuell habe ich weder Lust noch Interesse daran mich unter Druck zu setzen. All diese Fragen die immer wieder auf einen einschlagen und die „guten“ Ratschläge die verteilt werde wie Werbeflyer, helfen meist ziemlich wenig. Sie setzen unter Druck, bestärken nur die Zweifel und lassen einen in einem Vakuum aus Unlust zurück. Genau das will ich nicht. 

Ich glaube fest daran, dass jeder seinen Weg irgendwie findet. Einige auf Umwegen, andere sofort. Das ist völlig okay - und da 30 das neue 20 ist habe ich auch noch etwas Zeit um Dinge zu tun, die vielleicht nicht das große Geld bringen, aber vielleicht das große Glück. 

Zur Not muss eben Wunsch Nummer Drei erhalten, doch den verrate ich noch nicht. 


Wie geht Ihr mit Entscheidungen in Sachen Beruf und Studium um?

Kommentare:

  1. Hey Justine,

    Ein Traum ist immer ein Traum was bleibt, ob man nun den Traum jetzt oder später erfüllen kann. Die Träume, die wir haben, setzen uns das Ziel vorran, unsere Motivation nicht zu verlieren.
    Ich finde es gut wie deine Gedanken zu sind. Es muss nicht sofort klappen. Schritt für schritt sage ich immer und irgendwann klappt es auch. Man darf sich da nicht unter Druck setzen und man sollte an den eigenen Traum festhalten, egal wie steinig es wird.

    Ist bei mir nicht anders. Da ich auch noch alleinerziehende Mutter bin und leider derzeit nicht berufstätig bin, möchte ich erstmals meine kleinen Träume verwirklichen, dann kommen erst die großen. Aber sie sind mir niemals aus den Augen gegangen und sie werden immer ein Bestandteil meines Lebens sein, denn das hält mich aufrecht niemals auf zu geben.

    Ich drücke dir jedenfalls fest die Daumen und lass deinen Traum niemals aus den Augen.

    Liebe grüße
    Mizzy von Celestella

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke für deine lieben Worte!
      Ich drücke dir auch die Daumen für alle kleinen und großen Träume!

      Löschen
  2. Hey :)

    Ich habe unter deinem letzten Post einige der unangebrachten Kommentare gelesen. Nach dem Motto: "Mach halt einen Job, der dir keinen Spaß macht, wie es alle müssen..." Diese Vollidioten! Nur weil sie keinen Traum hatten oder nicht den Mut ihn zu verfolgen :)

    Ich seh das wie du!
    Jeder kann früher oder später einen Platz finden, der einen erfüllt. Vielleicht ist es nicht exakt das, was man im Sinn hatte, aber vielleicht findet man ja etwas besseres?

    Immerhin weißt du, was du möchtest. Ich muss jetzt bis zur nächsten Bewerbungsphase warten und weiß nicht, was ich zwischendurch tun könnte. Die Tipps aus Foren: -geh ins Ausland -versuch etwas ganz anders -mach die selbständig -bewerbe dich in einer anderen Stadt... Alles Optionen die einfacher klingen als sie sind oder für mich einfach nicht in Frage kommen.

    Es ist schwierig, aber wir schaffen das schon und früher oder später kriege wir unsere Erfüllung :)
    Stark bleiben!

    Liebe Grüße > sara

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke liebe Sara!
      Wir werden sicher unseren Weg finden - egal was alles dazwischen kommt!

      Löschen
  3. "Das sind die Kräfte, die uns schlecht erscheinen, aber in Wirklichkeit helfen sie dir, deinen persönlichen Lebensplan zu erfüllen. Sie entwickeln deinen Geist und deinen Willen, denn es gibt eine große Wahrheit auf diesem Planeten: wer immer du bist oder was immer du tust, wenn du aus tiefster Seele etwas willst, dann wurde dieser Wunsch aus der Weltenseele geboren. Das ist dann deine Aufgabe auf Erden."

    "Selbst, wenn es nur der Wunsch ist, zu reisen oder der, die Tochter des Tuchhändlers zu heiraten?"

    "Oder der, einen Schatz zu suchen. Die Weltenseele wird von dem Glück der Menschen gespeist. Oder vom Unglück, von Neid und Eifersucht. Unsere einzige Verpflichtung besteht darin, den persönlichen Lebensplan zu erfüllen. Alles ist ein Ganzes.
    Und wenn du etwsas ganz fest willst, dann wird das gesamte Universum dazu beitragen, dass du es auch erreichst."

    Ich glaube, nur die wenigsten wissen seit ihrer Geburt, was sie mit ihrem Leben anfangen wollen und können das auch genauso durchziehen. Sich kennenlernen, ausprobieren (müssen), gehört dazu. Finde ich auch viel spannender.
    Ich habe jetzt nach der Schule 10 Jahre rumgeackert, arbeite schlussendlich in dem Bereich, in den ich auf keinen Fall wollte und bin...äh...glücklich. Es ist noch nicht das Ende der Fahnenstange und mit einem völligen Umschwung meiernseits muss ich jederzeit rechnen, aber es ist für den Moment sehr ok. Ich habe mir das Stück für Stück erarbeitet und bin stolz auf mich.

    Den Druck rauszunehmen ist das Wichtigste. Dann kannst du nach rechts und links schauen, andere Wege zum Ziel finden, spannendes erleben, lernen. Alles kann, nichts muss. Und Zeit haben wir eh unfassbar viel... ;-)

    Die Tiefseetaucherin

    AntwortenLöschen