Mittwoch, 14. September 2016

Erfahrungsbericht: Viva la Menstruation! - Menstruationstassen

Ja, diesmal gibt es mal einen Post nur für die Ladys unter meinen Lesern. Nein, nicht weil ich sexistisch bin, sondern weil die männlichen Personen unter uns einfach keine Gebärmutter haben. 

Denn heute geht es um Menstruationstassen. Was ihr schreit gleich „Bäh“ ? Erst lesen, dann urteilen!


„Wenn man Schwänze, Sperma, Blut oder andere Körperflüssigkeiten eklig findet, kann man‘s mit dem Sex auch direkt bleiben lassen.“
Charlotte Roche
Was ist das eigentlich?

Eine Menstruationstasse ist eine Alternative zu Binden oder Tampons. 
Die "Tasse" ist ein kleiner Becher aus meistens weichem Silikon, der in die Vagina eingeführt wird und dort das Menstruationsblut auffängt. Da man die Tassen sehr lange benutzen kann, sind sie wesentlich umweltfreundlicher und auch günstiger als Tampons. 

Statt die Flüssigkeit auszusaugen und dadurch die Scheidenflora zu benachteiligen, sammeln die Tassen nur das Blut auf. 

IHHHHH wie unhygienisch - NEIN, eben nicht!

Menstruationstassen sind aus reinem und für Medizintechnik entwickeltem Silikon. Im Gegensatz zu Tampons, die mit vielen Chemikalien behandelt werden, kann sich nichts festsetzen und es können auch keine Erreger in die Vagina eindringen. Das ist besonders für Mädels spannend, die oft an Blasenentzündungen leiden. Wie mein Freund so gerne sagt: „Empfindliche Muschis müssen sorgsam behandelt werden.“

Natürlich sollte man sich bei den Tassen dennoch an die Hygienerichtlinien halten: abkochen oder sterilisieren, das Material macht das ohne Probleme mit. 

Übrigens ist Blut, besonders das eigene, nun wirklich kein Grund sich zu ekeln. Auch wenn die Menstruation noch immer ein Thema ist über das die wenigsten offen reden: Niemand wird mit einem Zombie Virus infiziert, nur weil er etwas Menstruationsblut abbekommt. 

Bei der richtigen Anwendung und Handhabe der Tassen, läuft man jedoch wenig Gefahr, sich die Hände schmutzig zu machen. 

Die Vorteile:

  • hygienischer 
  • kein Bändchen im Schlüpfer 
  • keine Chemikalien wie Bleiche 
  • weniger Gefahr an einem toxischen Schocksyndrom zu erkranken
  • umweltfreundlicher 
  • günstiger 
  • kein riechender Mülleimer mehr
  • bequemer 

Wie benutzt man denn so eine Tasse?




1. Falten

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten die Tasse zu Falten. 
Ich mache es immer wie folgt: Daumen auf den oberen Rand legen und ca. bis in die Mitte des Cups herunter drücken. 

Natürlich gibt es hier je nach Hersteller Unterschiede, bei einigen Cups geht das leichter als bei anderen. Aber keine Sorge, ein Kraftakt wird das in keinem Fall. 



Übrigens gibt es die Tassen in verschiedenen Größen. Ich habe eine S gewählt. 

2. Einführen

Egal, ob im Sitzen, Stehen oder Hocken: mit der freien Hand die Schamlippen trennen und die gefaltete Menstruationstasse waagrecht einführen. Beim Einführen merkt man bereits wie der Cup wieder „aufgeht“, einfach in geeignete Position schieben. Der Stiel sollte nicht mehr ganz heraus schauen, aber noch einfach zu erreichen sein. Fertig. 

3. Raus damit!

Auch das ist simpel: Mit Daumen und Zeigefinger den Stiel fassen und langsam ziehen,  bis man den Boden zu fassen bekommt. Mit sanftem Druck gegen die Wand der Tasse löst man den Unterdruck und es rutscht quasi von alleine. 
Den Inhalt dann in die Toilette entleert und den Becher auswaschen und wieder eingesetzt. Viel einfacher geht es eigentlich nicht. 


Und wie ist es nun eine der Tassen zu tragen?




Ich war und bin schlicht und ergreifend begeistert. 
Nicht nur die Tatsache, dass ich keine Unmengen an Tampons mehr verbrauche ist für mich ein echter Gewinn, sondern vor allem, weil es so unglaublich bequem ist. Wie (bei) vielen Frauen ist auch bei mir die Menstruation sehr stark, bevor ich die Tassen benutzt habe, hatte ich immer Angst, mein Tampon könnte mich im Stich lassen. Das sorgte natürlich dafür, dass diese Tage für mich nicht gerade angenehmer wurden. Bei dem Fassungsvermögen der Tasse hatte ich bisher keine Probleme. Alle 6 Stunden einmal ausleeren und weiter gehts. 

Besonders großartig finde ich die Tassen in Sachen Sport. Ich bin mir sicher, jede Frau kennt die Angst vor dem blauen Bändchen, das aus dem tot chicen Bikini guckt. Mit den Tassen hat man dieses Problem nicht mehr. 

Auch das Einführen ist problemlos und für mich auch wesentlich angenehmer als mit einem Tampon. Kein Drücken, kein Ziehen und keine Probleme beim Entfernen, weil die armen Schleimhäute schon völlig ausgetrocknet sind. 

Ebenfalls toll finde ich, dass nun kein Mülleimer mehr neben der Toilette nötig ist. Das macht mein Bad gleich etwas größer und mich selbst freier. 


Fazit

Nein, man muss kein Vollzeithippie sein um Menstruationstassen zu benutzen


In meiner Handtasche (okay, Beutel) wird es jedenfalls keinen Strauß an wilden Tampons mehr geben. Für mich liegen die Vorteile klar auf der Hand und sind einfach bequem in meiner Vagina. Aktuell benutze ich diese Cups:


Um die Cups zu kaufen, einfach auf das Bild klicken!

Der Vorteil ist, dass diese Cups sehr weich sind und sich so problemlos klein Falten lassen. Damit sind sie wesentlich bequemer als z.B. die Variante aus dem DM. Zumindest nach meinem Empfinden. 

Allerdings werde ich auch die üblichen Verdächtigen Ruby Cup und Co. noch einmal ausprobieren. 


Wie sieht es mit Euch aus? Benutzt Ihr solche Cups oder könnt Ihr Euch gar nicht vorstellen auf Tampons zu verzichten?

Kommentare:

  1. Interessant... ich habe von den Dingern tatsächlich noch nie gehört. Und meine erste Reaktion war auch ein angewiderter Gesichtsausdruck.
    In Hinsicht auf die Umweltfreundlichkeit und das Preis-Leistungs Verhältnis, scheint das Ding unschlagbar zu sein.
    Verstehe ich das richtig, das sich der Cup quasi um den Gebärmutterhals legt? Sitzt er denn da sicher? Ich habe die Vorstellung, da da Material ja auch flexibel ist, das es bei bestimmten Bewegungen verrutscht oder einknickt und dann die ganze Suppe ausläuft..? Wie verhält es sich mit dem Geruch? Wenn das Blut da zb 6 Stunden in der Tasse rumschwimmt? Ziehe ich dann nicht eine Wolke hinter mir her? Das sind wohl die üblichen Vorurteile :)Ich werde es wohl mal ausprobieren, klingt spannend.

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    1. Nein es legt sich quasi davor :)
      Durch den Unterdruck der entsteht hält es auch und nix läuft daneben - außer natürlich man hat die falsche Größe. Bei Tampons ist das ja ähnlich.
      Einknicken etc. tut da nichts, ist die Tasse eingeführt und hat sich ausgedehnt bleibt sie so bis man den Unterdruck wieder löst. Bisher hatte ich es persönlich auch noch nie, dass eine Tasse "voll" war. Und das trotz sehr starker Blutung.
      Auch bei Geruch bleibt völlig aus, während die Tasse drin ist.

      Ich hoffe das konnte dir helfen ;)

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  2. Ich benutze keine :D :D
    gruss vons schaf

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  3. Danke für den schönen Beitrag! Wir haben ja schon ein wenig über das Thema geschrieben.
    Ich finde es toll, dass es jetzt eine Umweltfreundliche und auch billigere Variante zu Tampons gibt. Ich war nie ein großer Fan von den Dingern, aber irgendwie musste man das Blut ja auffangen :D

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  4. Okay - ich habs mir durchgelesen ...
    Aber ganz ehrlich?
    Never! ich finde es wiederwärtig in mich hineingreifen zu müssen, während ich blute. eine Tasse in mir drin die ich nicht merken?
    sorry das glaube ich so gar nicht.
    einen Tampon merke ich auch - und das finde ich hygienischer.
    das ding muss ich nicht waschen, sondern werfe es weg.
    Viel angenehmer ...

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    1. Tatsächlich kommst du mit dem Blut gar nicht in Berührung.
      Es landet gleich in der Toilette.
      Das Auswaschen nunja ... gut, da sieht man es natürlich.

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    2. Ich muss widersprechen. Tampons sind nicht hygienischer! Denn ein Tampon saugt JEDE Flüssigkeit auf. Ob Urin, Wasser oder andere Scheindenflüssigkeit, alles landet im Tampon. Ist nicht nur unhygienisch, sondern auch sehr gefährlich.
      Eine Tasse ist tausendmal besser für die Scheidenflora, denn sie trocknet nicht aus und fängt ausschließlich das Blut auf.
      Noch dazu spart man Geld und schon damit seinen Körper und die Umwelt. ;)

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  5. Ich benutze seit zwei Jahren eine Tasse und will sie gar nicht mehr wegdenken! Ich habe so viel über mich und meinen Körper gelernt und alle die das ablehnen verpassen was und das ist echt traurig. Es ist so wichtig sich selbst gut zu kenne und das ist ein grandioser Weg sich selbst etwas näher zu kommen!
    Ich finde es super, dass immer mehr darüber berichtet wird! :)

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    1. Lieben Dank für dein tolles Kommentar!
      Wenn ich alle gängigen Tassen durchgetestet habe, werde ich auch noch mal berichten welche mir am besten gefallen hat.
      Ohne Tasse möchte ich auch wirklich nicht mehr sein, nicht nur das es sooooo viel bequemer ist - ich habe auch wie du das Gefühl meinen Körper wieder etwas besser zu kennen.

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    2. Hallo Justine, mich würde dein Tassenvergleich interessieren;) ich weiß grad nixht mal, welche Marke ich habe, aber was du über deine sagst klingt gut:) ich bin ein riesen Fan der Cups. Auch zum verreisen, im Flugzeug usw usf - einfach überall ist es großartig. Auch das unangenehme Tragegefühl, was Tampons manchmal machen, fällt weg. Ich glaube jede, die sich traut,die Tasse auszuprobieren, wird nie wieder Tampons einführen wollen.
      Lg, Naemi

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    3. Akutell benutze ich lunette und bin damit sehr zufrieden :)

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  6. Ich bin ehrlich auch am hin und her überlegen. Ich habe irgendwie jedoch angst davor, das ich die Tasse nicht mehr raus bekomme :/ ist das raus holen genau so einfach wie rein?

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    1. Ja ist es :) ich kann dir wirklich empfehlen es einfach mal zu versuchen. Du kannst ja auch das Einführen und Rausholen üben, bevor deine Periode da ist. Die richtige Größe ist wichtig, damit es nicht zwickt.
      Aber an sich verfalle ich immer wieder in Begeisterung wenn sich dieses Thema anbietet.

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