Mittwoch, 21. September 2016

Gastpost: MeckerMittwoch - Mütter und Jobs sind fast ein No-Go

Nicht nur ich mecker gerne, sondern auch andere Blogger/innen. Darum darf heute mal die liebe Anna meckern. Mutter sein, ist nicht immer das schönste was einem passieren kann ...


Hallo ihr lieben Leser von Justine,

heute hat sie mir mal den MeckerMittwoch überlassen und ja, ich habe in der Tat etwas zu meckern. Und zwar die Joblage in meiner Gegend (NRW/Kleinstadt) und das Mutter-sein.
Anscheinend kann man als Mutter nämlich keinen oder kaum einen guten Job machen. Sagen jedenfalls die “Arbeitgeber” bei denen ich mich beworben habe.

Aber fangen wir mal vorne an.
Ich bin mittlerweile 30, habe 3 Jahre in den USA als Tierpflegerin gearbeitet. Davon habe ich mein Fachabi mit 2,6er Durchschnitt bestanden und ein Marketingstudium danach abgelegt. Okay, das Marketingstudium bezog sich wirklich nur auf Marketing und ging ein knappes Jahr. Das geschah an einer Fernuni, während ich mich nebenbei ganz normal für eine Ausbildung beworben habe. Diese Ausbildung habe ich allerdings nie bekommen. Entweder war mein Notendurchschnitt zu schlecht (laut “Arbeitgeber”) oder aber Chef und ich kamen nicht lange gut aus. 

Also so ganz ungebildet bin ich nicht ne? Mit 20 bin ich dann erstmal in die USA. Dort kann man ja bekanntlich auch ohne Ausbildung arbeiten und das habe ich gemacht. Nach der Geburt unserer Tochter sind wir dann wegen Schicksalsschlägen in der deutschen Familie wieder nach hier gekommen. Ich dachte eigentlich, es wäre dann kein Problem hier eine deutsche Ausbildung zur Tierpflegerin zu machen. Die Erfahrung war ja da. Denkste. Geht natürlich nicht, weil “zu alt.” Mit 24 wohl gemerkt. Das alte Marketingstudium hat auch nicht geholfen.

Nun sind es 6 Jahre später. Ich habe eine Praktikas gemacht und arbeite offiziell mit meinem Blog als Social Media Marketing Managerin. Immerhin bewerbe ich Filme für Disney, Marvel und 20th Century Fox. Nur leider zahlt das kein Geld. 

Alle Bewerbungen, die ich abgeschickt habe, wurden nie beantwortet und von meinem letzten Arbeitsplatz bekam ich zu sagen “Du bist zu unflexibel mit Kind.” So sah es auch das Fitnessstudio im nächst größeren Ort. Ich kann ohne Probleme nachts arbeiten. Oder aber die Frühschichten übernehmen. Aber außer Putzfraujobs oder Regale einräumen gibt es da nicht viel und das alles auch nur auf 450€ Basis, sprich ich würde durchaus das gesamte Geld für Benzin und Ganztagsschule fürs Kind ausgeben.


Irgendwas stimmt hier doch nicht oder? Ich habe eine solide Schulausbildung. Darüber hinaus studiert. Habe 3 Jahre in einer Steuerberaterfirma gearbeitet und trotzdem kriege ich nichts? Weil ich zu unflexibel bin? Liebe Arbeitgeber, es tut mir furchtbar Leid, dass ich ein Kind habe... Ein Kind welches früher oder später eventuell mal bei Ihnen selber arbeiten wird. Ein Kind, was später selber Steuern zahlt, in die Rentenversicherung einzahlt etc. Alles, was Deutschland braucht. Es tut mir wirklich furchtbar Leid, dass ich mich dafür entschieden habe. Aber es kann doch nun wirklich nicht sein, dass ich selber dann einfach  nichts wert bin für Sie. 

Zu Annas Blog geht´s hier lang: http://www.the-anna-diaries.de/

1 Kommentar:

  1. Man muss sich aber auch mal in die Firmen versetzen. Ein kleines mittelständiges Unternehmen, welches die Wahl hat, da es genug Bewerber gibt. Solch eine Firma wird nicht eine Frau ohne richtige Ausbildung mit Kind einstellen, wenn es nicht sein muss.
    Des weiteren kennt man nur aus einem Blogbeitrag viele andere Verhältnisse nicht. Dem Staat oder den Firmen kann man also nicht unbedingt sofort die Schuld in die Schuhe schieben. Ein Lebenslauf mit vielen Jobs und vielen Firmen findet so manch einer als ein Zeichen für Flexibilität und Universalität, eine Personalabteilung sieht jedoch erst mal einen Bewerber ohne Durchhaltevermögen, jemand der schnell aufgibt und nichts durchzieht. Wenn dann im Gespräch noch raus kommt, dass immer die anderen Schuld sind wird man eh nicht eingestellt.

    In meinem privaten Umfeld kenne ich übrigens keine Frau die Probleme hat einen Job zu finden, teilweise auch mit 3 Kindern. Diese haben sich aber auch spezialisiert und somit auch jederzeit gute Chancen aufzusteigen bzw. sich umzuorientieren.

    Grüße

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