Freitag, 23. Juni 2017

Jeff Menapace - Das Spiel Tod

Autor: Jeff Menapace


Titel:
 Das Spiel - Tod
Das Buch kannst Du hier kaufen!

Geeignet für:  Metzel Liebhaber, Horrorfilmnerds, Grusel Junkies, Blut Fetischisten 

Gelesen oder gehört: gelesen

Euro:  9,99 (Taschenbuch)

Verlag: Heyne

Bewertung: 1 von 5

*Dieses Buch wurde mir vom Verlag zur Verfügung gestellt, danke dafür!

Inhalt: 

Die Lamberts sind eine Familie wie aus dem Bilderbuch. Liebevolle Eltern, entzückende Kinder. Doch nach der grauenvollen Begegnung mit drei Psychopathen ist für die Lamberts nichts mehr wie zuvor. Sie haben überlebt ― aber es gibt noch ein letztes Spiel, das gespielt werden muss. Für den Meister dieses Spiels ist es die Krönung seines perfiden Schaffens … für die Lamberts die pure Hölle!

Meine Meinung:

Kennt Ihr das auch?
Man fiebert auf das Ende einer Reihe zu - dann ist das Buch endlich da, man macht sich ans lesen und nach guten 100 Seiten fragt man sich: IST DAS DEIN FUCKING ERNST?!
So ging es mir mit diesem Buch. 
Erst zieht sich die Geschichte ewig hin, bevor endlich etwas passiert und dann ist das Finale eher lauwarm. GEHT GAR NICHT. Im Gegensatz zu den anderen Büchern, einfach nicht überzeugend. Damit ich etwas besser motzen kann folgen jetzt Spoiler, also bitte nicht lesen wenn DU NICHT GESPOILERT werden möchtest. 

Dienstag, 20. Juni 2017

Wie man durch´s Französisch Abitur kommt - Jicki endlich anders lernen

Ein Tipp gegen Prüfungsangst ist, sich zu schminken.
Das fördert das Selbstvertrauen und man hat gleichzeitig einen Grund nicht sofort zu weinen. 

*Dieser Post ist ein Sponsoring von Jicki


Da saß ich also, am ganzen Körper zitternd und Tränen liefen mir über die Wangen während ich verzweifelt versuchte die Worte ohne Stottern heraus zu bekommen. Französisch war nie eins meiner besten Fächer, aber ich konnte immer mit einer konstanten Zwei bestehen. Allerdings war meine Aussprache schrecklich. Blöde Voraussetzung für die mündliche Prüfung. Darum kam mir diese Internet Seite gerade richtig ...



Bevor ich Euch die eigentliche Seite näher vorstelle, muss ich ein paar Sätze sagen. Auf dem Abendgymnasium muss man eine Fremdsprache belegen. Entweder Französisch oder Englisch oder beides. Da ich noch keine Dritte hatte, wurde es also Französisch. Im Unterricht an sich lief es nie wirklich schlecht. Allerdings machten wir die meisten Sachen schriftlich. Darum prägte ich mir lange Zeit nur ein, wie ich die Worte richtig schreiben musste. Für Klausuren und Tests lief das super. Mündliche Noten gab es kaum. Als ich mich dann dafür entschied in die mündliche Prüfung zu gehen (von der meist angeraten wird), war mir klar, dass ich hier so einiges nachzuholen hatte.

1. Ein Online Sprachkurs 



Ingesamt stehen einen bei Jicki sechs verschiedene Sprachen zur Auswahl. 

Man kann zwischen verschiedenen Pakten wählen. Das finde ich sehr praktisch, da in einem Fall wie meinen ein 12 Monatspaket nicht sehr sinnvoll gewesen wäre. Den Preis an sich finde ich okay. Netflix kostet mehr.  Wobei wir schon bei nächsten Tipp sind. 

2. Serien auf französisch schauen. 

Das habe ich in den letzten Wochen auf extrem betrieben. Dabei habe ich versucht mir Serien rauszusuchen die nicht sehr anspruchsvoll sind. Das hat auch gut geklappt. Als Ergänzung zum eigentlichen Lernen und um sich an die Sprache zu gewöhnen, ist dieser Tipp auf jeden Fall Gold wert. 

3. Entspannung statt Stress

Donnerstag, 8. Juni 2017

Manuela Inusa - Auch donnerstags geschehen Wunder

Autor:  Manuela Inusa


Das Buch kannst Du hier kaufen. 

Titel:
 Auch Donnerstags geschehen Wunder

Geeignet für:  Anti-Veganer, Liebesschnulzen Verrückte, Liebhaber der leichten Kost

Gelesen oder gehört: gelesen

Euro:  9,99 (Taschenbuch)

Verlag: Blanvalet

Bewertung: 2 von 5

*Dieses Buch wurde mir vom Verlag zur Verfügung gestellt, danke dafür!

Inhalt:

Wir kennen uns noch nicht, aber darf ich dich lieben?
Marianne wohnt mit ihrem Kater Johnny Depp in Hamburg. Nachdem ihr Freund Martin sie betrogen hat, tröstet sie sich mit romantischen Komödien – und mit Keksen, die sie in Hülle und Fülle bäckt. Einen Teil davon verkauft sie im Café Wallenstein, wo sie als Kellnerin arbeitet. Als sie eines Tages mit ihrer Freundin Tasha auf den Hamburger Dom geht, überredet Tasha sie, eine Wahrsagerin zu besuchen. Diese sieht sofort, dass Marianne mit einem gewissen Martin nicht glücklich werden konnte – schließlich dürfen nicht mehr als zwei Buchstaben der Vornamen zweier Liebender übereinstimmen. Und sie sieht Schottland: Dort wartet die Liebe auf sie.

Meine Meinung:

Ich muss kurz die Moral-Keule schwingen, denn das ein Buch mich wütend macht noch während ich gar nicht weiß wohin es mich führt ist selten. Es ist völlig okay Veganer auf den Arm zu nehmen. Wirklich. Das mache ich schließlich auch - und Fleischfresser zu dissen ist ebenfalls sehr lustig.
Aber ist es wirklich nötig alle schlechten Klischees eines Veggies in eine Figur zu packen? Völlig überzogen ist Tasha dargestellt und wirkt nicht nur unsympathisch sondern auch nervig. Das Marianne dann nach den Treffen doch lieber zum großem M läuft um sich etwas "anständiges" zu Essen zu holen ist ebenfalls etwas bei dem mir fast das Würgen kam. Ne, tut mir leid. Sowas geht gar nicht. Dabei kommen weder Veggies noch Fleischesser gut weg und gleichzeitig wirken die Figuren ... nicht nur platt sondern auch noch ziemlich dümmlich. 
So viel dazu. Kommen wir zum eigentlichen Plot. 
Gut, es ist nicht wirklich etwas neues. Aber wer auf Liebesgeschichten steht wird seine Freude daran haben. Marianne fliegt also nach Schottland, dank der Wahrsagerin. 
Was mir wirklich gut gefallen hat, ist wie die Autorin Edinburgh beschrieben hat. Man hatte richtig Lust auf GoogleMaps nachzuschauen wie es dort ist und den nächsten Flug zu buchen. 
Dennoch geht es mit den Kritikpunkten leider weiter. 
Das verwirrende Hin und Her gespringe dieses "Was wäre wenn" Spieles ging mir ziemlich auf den Keks, so sehr dass ich geneigt war das Buch abzubrechen. 
Es wurde zunehmend langweiliger und der Funke sprang einfach nicht auf mich über. Tut mir leid Marianne ... 
Leider kein Buch für mich. Dabei hat mich die Grundgeschichte sehr angesprochen. 
Kennt Ihr das Buch?

Dienstag, 30. Mai 2017

Justine privat - Der Abi Blues

Die Bestimmung unseres Lebens ist nicht der Erfolg, sondern heroisches Versagen.
Robert Louis Balfour Stevenson

Ich befinde mich im Vakuum. 
Alle Prüfungen sind geschrieben, die Ergebnisse verkündet und ich habe immer noch nicht realisiert, dass es tatsächlich zu Ende geht. Die mündliche Prüfung ist die letzte Hürde. Danach startet ein neues Leben, auf das ich so lange hingearbeitet habe. Doch irgendwie weigert mein Gehirn sich das zu verstehen. In den letzten 3 Jahren wollte ich nichts anderes, als genau das. Endlich mein Abi in der Tasche habe und studieren gehen. Endlich wieder raus aus meiner Heimatstadt und dem immer gleichen Kreislauf.
Endlich ein richtiger Neuanfang. All die Tränen, der Schweiß, die Angst – sie sollten doch jetzt vorbei sein. Aber das sind sie nicht. Im Gegenteil, ich kann mich weder freuen noch spüre ich eine wirkliche Erleichterung. Meine Prüfungsnoten waren gelinde gesagt beschämend, die verfluchte Prüfungspanik hat mich gelähmt. Mein Schnitt ist also nicht einmal im Ansatz so, wie ich es von mir selbst verlangt habe. Daran kann auch die mündliche Prüfung nichts mehr ändern. Es fühlt sich nicht nach einem Sieg an, sondern nach Versagen. „Denk daran was du alles nebenher machen musstest“, erinnert mich mein Freund gerne. Natürlich kann ich das nicht leugnen, ich arbeite soviel es geht, um die Tierarztkosten der letzten Monate zu decken und irgendwie auch das normale Leben zu organisieren.
Aber auch das klappt nicht. Ich stecke fest. Wieder einmal. Im Treibsand des Lebens. Mir fehlt die Zeit mich zu beglückwünschen oder zu bedauern, stattdessen geht es einfach immer weiter. Aufstehen, Arbeiten, Organisieren, hin und her. Ich finde kaum die Kraft mich darum zu kümmern, was danach geschieht. Wenn ich mein Zeugnis in die Hand bekomme, weiß ich nicht wohin es gehen soll – all meine Wünsche erscheinen mit utopisch. Ich erscheine mir zu schlecht, für das bessere Leben nach dem ich mich gesehnt habe. Immer wieder drehe ich mich, um mich selbst, in der Hoffnung einen Weg zu finden, doch alles verschwimmt nur weiter.
„Nimm dir doch ein Jahr Zeit um alles zu überdenken“, wurde mir geraten. Doch auch da erscheint eine Blockade in meinem Kopf. Ich höre meine biologische Uhr ticken. Nicht weil ich eine Familie Gründen will, sondern weil mir bewusst ist das ich nicht noch einmal so jung sein werde. Irgendwann wird es zu spät sein um zu studieren, zu reisen, mich auszutoben und am Leben zu überfressen. Ich will nicht zurück schauen und wissen, dass ich früher hätte reagieren müssen. Meine Angst blockiert mich. Das weiß ich, aber ich weiß nicht wie ich es ändern soll. Hinter jeder Ecke scheint ein neuer Fehler, ein neuer Irrtum und ein neues Scheitern zu lauern. Also versinke ich weiter in meiner Routine, arbeite, bis ich umfalle und versuche zu verdrängen was ich längst weiß: Die Schule ist vorbei.
Zum dritten Mal in meinem Leben und auch zum letzten Mal. Wohin es gehen wird, was ich machen werde und ob mich das wirklich an mein Ziel bringt weiß ich noch nicht. Vielleicht werde ich es nach meinem letzten Sommer in der Heimat wissen. Vielleicht auch nicht. Im Moment ist meine Hoffnung, dass der enorme Druck in meinem Kopf aufhört, sobald die mündliche Prüfung hinter mir liegt. Ob dann der Knoten platzt, der mich dazu bringt, nichts mehr spüren zu wollen? Wir werden es sehen. Und Ihr werdet es lesen.

Sonntag, 28. Mai 2017

Rezi: Lee Child - Ausgeliefert

Autor:  Lee Child


Titel:
 Ausgeliefert 

Das Buch findest Du hier
auf Amazon!
Geeignet für:  Aktion Liebhaber, Agenten Fans, Hobby Spione, paranoide Leser

Gelesen oder gehört: gelesen

Euro:  10,99 (Taschenbuch broschiert)

Verlag: Blanvalet

Bewertung: 3 von 5

*Dieses Buch wurde mir vom Verlag zur Verfügung gestellt, danke dafür!

Inhalt:

Ein Mann und eine Frau treffen zufällig auf einer Straße in Chicago zusammen. Plötzlich tauchen zwei Fremde auf und entführen beide mit vorgehaltener Waffe. Mit Handschellen aneinander gekettet, werden sie in einen Lieferwagen geworfen. Ein Horrortrip beginnt.

Meine Meinung:

Der gute Jack Reacher und ich führen eine kleine Hassliebe. Manchmal habe ich unheimlich Lust auf einen Actionfilm, oder eben auch ein Buch. Aber leider ist es mir dann meist doch zu flach. Immerhin geht es dabei nicht um große Gefühle, sondern nur um die Spannung. Das Cover der Neuauflage ist schon mal schöner, als das Alte. Leider sind die Schwächen des Buches dennoch die Gleichen. 
Lee Child ist auf jeden Fall einer der nicht nur mit Aktion, sondern auch mit Worten umgehen kann. Leider hat mir in diesem Band der schnoddriger Ich-Erzähler gefehlt. Jack ist wie Bruce Willis. Er kann alles und weiß alles, also muss man ihn bewundern. Aus der Erzähler Perspektive wirkt das jedoch etwas ... sagen wir gekünstelt. 
Dafür konnte ich leider nur einen Punkt abziehen, denn eigentlich hatte ich das so nicht erwartet. Und es war eben auch nicht gewünscht. Immerhin ist das tolle an einem Buch, dass man in die Figuren hineinblicken kann. Aus Jacks Sicht waren seine Erlebnisse einfach ... nicht realistischer, aber zumindest einen Tick glaubwürdiger. 
Das die Story nicht extrem neu ist, war für mich okay. Popcornkino zum lesen ist eben nicht das große Drama. Aber die Längen in der Mitte des Buches und die zum Teil etwas seltsame Begründung der Figuren für unlogisches Handeln waren einfach nicht so gut, wie ich es von Lee Child kenne. Dennoch unterhaltsam, wie eigentlich immer. Ich hoffe einfach mal auf den nächsten Band. 
Ich bin sicher Jack bekommt mich wieder rum. Wie immer. 

Mittwoch, 24. Mai 2017

Rezi: Geneva Lee - Secret Sins


Das Buch kannst Du hier kaufen!
Autor:  Geneva Lee

Titel:
 
Secret Sins - Stärker als das Schicksal

Geeignet für:  Träumer, Romantiker, Büchersüchtige

Gelesen oder gehört: gelesen

Euro:  12,99 (Taschenbuch broschiert)

Verlag: Blanvalet

Bewertung: 4 von 5

*Dieses Buch wurde mir vom Verlag zur Verfügung gestellt, danke dafür!

Inhalt: 
Jeder Mensch hütet Geheimnisse. Doch wahrhaft lieben kann man nur, wenn man vertraut ...
Faith Kane hält sich und ihren kleinen Sohn Max mit einem Job als Kellnerin mühsam über Wasser. Männern hat sie seit Jahren abgeschworen – bis sie Jude Mercer begegnet, ausgerechnet bei einem Treffen für Suchtkranke. Faith ist klar: Ein Mann, den man an einem solchen Ort kennenlernt – selbst wenn er so attraktiv ist wie Jude –, bedeutet nichts als Ärger. Doch schnell muss sie erkennen, dass bei Jude nichts ist, wie es scheint. Auch er hütet Geheimnisse, ebenso wie sie selbst, und er weiß mehr über Faith, als sie ahnt …

Meine Meinung:

Okay, ich gebe es ja zu: Ich war skeptisch. 

Liebesromane und ich - dass ist nicht immer einfach. Allerdings stehe ich schon auf BadBoys mit einem Herz aus Gold und auch das Thema Süchte ist ziemlich spannend. Darum griff ich nach einigem hin und her, also doch zu diesem Buch. 
Und zum Glück hat es sich gelohnt. 
Gut, die Grundstory ist jetzt nichts neues. Okay, alles ist ein wenig überzogen. Und jaaaaa, der Kitsch tropft teilweise aus den Seiten heraus. ABER es ist wirklich schön geschrieben. Tatsächlich hatte ich nicht erwartet, dass die Autorin so schön mit Metaphern und Vergleichen um sich werfen kann. Gerade was die Gedankenwelt der Hauptfigur im Buch angeht. Man muss Faith als Protagonistin einfach mögen. 
Bei jedem Rückblick war ich gespannt, ob meine Vermutung (die ich natürlich nicht spoilern werde) wirklich eintrifft. Die Figuren hatten durchaus ihre Tiefen und konnten mich als Leserin mit in ihre Welt hineinziehen. Am Ende hatte ich recht und es fühlte sich gut an. Eine überraschende Wendung war für mich nicht nötig. Ich hatte Spaß am Lesen und genau darum geht es doch, oder?

Dienstag, 23. Mai 2017

Justine privat - #Chicagolovestory (Part 3)



I'm so sorry. I was a bad birthday present. 

Die Nachricht starrte mich an. Ich wünschte so sehr, ich hätte damals gleich geantwortet und die letzte Zeit die uns blieb anders verbracht. Aber ich habe es nicht getan. 
Ich konnte nicht antworten. Nicht sofort. Zuviel Dinge dröhnten in meinem Kopf. Schuldgefühle, Sehnsucht und Angst - denn unsere Abreise rückte näher. 
Wir würden in zwei Tagen nach New York fliegen und die letzten 4 Tage unseres USA-Aufenthalts dort verbringen. Jede Faser in mir wollte einfach hier bleiben. Weiter an die Uni gehen, weiter davon träumen, dass es zwischen mir und Dan mehr war als nur ein Urlaubsflirt. In meinem Kopf bauten sich Traumgebilde von einem Leben, von dem ich bereits wusste, das ich es nicht leben konnte. Ich musste gehen.
„Was wenn er ist?", fragten die anderen Mädchen. „Diese große eine Liebe von der alle immer sprechen? Willst du diese Chance wirklich verpassen?"
Dennoch konnte ich den Gedanken nicht ertragen Dan niemals wieder zu sehen, schon gar nicht, wenn wir im Streit auseinandergegangen waren. Also sagte ich zu, zur Abschiedsfeier zu kommen, die die Jungs für die Mädels organisiert haben. An dieser Stelle sollte ich erwähnen, dass Studentenpartys in Chicago tatsächlich so sind, wie sie in Filmen dargestellt werden. Nur die Umgebung ist nicht so schick, sondern eher etwas schäbig. 
Als ich an diesem Abend im WG-Haus ankam, brach ich mit meinem Absatz in der Terrasse ein. Gute Auftritte konnte ich schon immer hinlegen. 
Dan musste mir helfen meinen Schuh wieder aus dem morschen Holz zu befreien, und als er vor mir kniete und mich befreite, fühlte ich mich wie die abgefuckte Version von Cinderella. Zwischen uns herrschte Schweigen und doch schienen unsere Blicke alles zu sagen. Je länger wir einander ansahen umso klarer wurde mir, dass ich bereits verliebt war. Die Art wie er lächelte, die Art wie er sich am Bart kratzte während wir über die Vor- und Nachteile einer Krankenversicherung diskutierten. Er trat näher zu mir und hauchte mir einen fast schon unschuldigen Kuss auf die Wange. 
„Verzeihst du mir?“
„Lässt du mir eine andere Wahl?“
Er hatte den Kopf geschüttelt und mich nach drinnen gezogen. Die Musik war laut genug um die gesamte Straße wachzuhalten. Doch das war uns egal,. Wir tanzten, lachten und jedes Mal wenn Dan mich wieder zu sich zog verstärkte sich das Gefühl einfach hier zu bleiben. Doch als Dan wieder mit mir auf das Dach gehen wollte, floh ich. Mir war klar wie es Enden würde, wenn wir alleine vor der ultra kitschigen Skyline sitzen würden. Also ging ich wieder zu den anderen und ließ ihn einfach stehen. Ich betrank mich so sehr, dass ich fast umkippte. Mit jeder Sekunde die verstrich wurde mir bewusster, das dies meine letzte Nacht in Chicago war. Ich torkelte und fiel fast die Treppen herunter. 
Doch Dan packte mich sachte und zog mich an die frische Luft. 
„Musst du wirklich schon gehen?“ „Mein Flieger geht um 8 Uhr.“ 
Er schluckte und sah auf die Uhr. Nur noch 4 Stunden - und dann würden wir uns nie wieder sehen. Die Sonne war bereits dabei langsam aufzugehen. Mit jedem neuem Sonnenstrahl wurde mit bewusster, was ich hier tat. Ich träumte. Es musste einfach ein Traum sein. 
„Bitte“, raunte er mir ins Ohr und drückte seine Stirn gegen meine. „Geh nicht.“ 
Ich war den Tränen nahe. In meinem Herzen tobte ein Kampf, den ich nicht gewinnen konnte. Egal, wie ich es drehte und wendete - am Ende war mein Herz gebrochen. 
„Ich kann nicht hier bleiben.“ 
„Doch, bleib. Wir finden eine Lösung.“ 
Ich wollte schwach werden, wollte mein altes Leben vergessen und mich in dieses romantische und dumme Abenteuer wagen. Noch nie in meinem Leben war es so schwer nicht nachzugeben. 
„Ich kann nicht …“ 
Geistesabwesend rief ich mir ein Taxi, doch Dan schüttelte immer wieder den Kopf. Gerade als das Taxi stand, drückte er mich dagegen und seine Lippen meine. Unsere Körper waren zum Zerreißen gespannt und pressten sich aneinander, als würde eine unsichtbare Macht sie verbinden. Das Hupen des Taxifahrers unterbrach uns und wieder sagte Dan: „Bitte, geh nicht.“ 
Aber ich ging. 
Ich setzte mich ins Taxi und weinte so sehr, dass ich Angst hatte zu ersticken. Selbst im Flieger nach NewYork konnte ich nichts anderes tun, als Dan nachzuweinen. Doch nichts davon konnte etwas ändern. Ich hatte meine Entscheidung getroffen ...
Und ließ mein Herz in Chicago.
Bis heute weiß ich nicht, was aus Dan geworden ist. Doch die Erinnerungen an diese Zeit sind noch immer so klar, dass ich das Gefühl habe es wäre gestern geschehen. Immer wieder greife ich nach meinem Fotoalbum und betrachte sein Grinsen. Ich weiß nicht ob wir uns jemals wieder sehen werden, aber ich hoffe es ...

Montag, 22. Mai 2017

Hosen runter - Max König


Autor:  Max König 


Titel: Was Frauen schon immer über Männer wissen wollten

Geeignet für: Paare, Männer, Frauen, Mario Barth Hasser

Gelesen oder gehört: gelesen

Euro:  12,99 (Taschenbuch broschiert)

Verlag: Blanvalet

Bewertung: 4 von 5

*Dieses Buch wurde mir vom Verlag zur Verfügung gestellt, danke dafür!

Inhalt: 
»Am Ende geht es doch nur darum, dass die Pflaumen reif und die Eier im Angebot sind.« Max König
Welcher Mann sagt schon die nackte Wahrheit, wenn die Liebste ihn fragt: Merkst du eigentlich, wenn ich dir einen Orgasmus vorspiele? Oder: Soll ich es dir sagen, wenn ich fremdgegangen bin? Ist der Sex nach dem ersten Kind schlechter? Genau: keiner! Denn wenn Frauen wüssten, was Männer denken, würde im Bett ja nie mehr was laufen. Aber Max König traut sich und haut raus, was Frauen wirklich interessiert. Auch wenn’s wehtut … Ein Must-have für jede Frau, die’s wissen will.

Meine Meinung:


Zu diesem Buch gibt es eine kleine Einleitung, denn ich habe unendlich lange darauf gewartet. Irgendwie war die Post nicht bereit es mir zu schicken. Zum Glück war der Verlag so lieb, mir ein zweites Exemplar zu senden. Zum Glück! Denn sobald es ankam, lag ich auf meinem Sofa und las meinem Freund daraus vor. Der perfekte Freitagabend, denn wir haben uns teilweise wirklich schlapp gelacht.
Schon die Grundidee des Buches ist ziemlich gut - einige Bloggerinnen durften Max Fragen stellen, die sie ihren eigenen Freunden bisher lieber nicht stellen wollten. Das Konzept geht auf. Irre witzig und manchmal haarscharf an der Grenze zum guten Geschmack. 
Lieblingsfrage: Warum schickt Ihr uns Penisbilder auf Dating Portalen? 
Die Antwort werde ich Euch hier natürlich nicht verraten, das müsst Ihr schon selbst lesen. Mein einziger Kritikpunkt am Buch, ist das sich einige Fragen ein wenig doppeln. Das hätte man denke ich umgehen können. Auch der immer wieder durchscheinende Sexismus von beiden Seiten wird ab und an etwas viel. Nicht weil er tatsächlich sexistisch gemeint ist, sondern weil die Ironie der Worte an einigen Menschen vorbei gehen wird.
Alles im Allem: Ich bin froh, dass dieses Buch doch noch ankam. Selten musste ich so lachen. 

Dienstag, 16. Mai 2017

Justine privat - #Chicagolovestory (Part 2)



Let me be your birthday present. 

„Woher hat er meine Nummer?“ 
Meine Freundinnen kicherten. Natürlich waren sie es gewesen. Genauso wie sie ihm gesagt hatten, dass mein zwanzigster Geburtstag anstand. Sie brauchten den gesamten Vormittag um mich zu überreden ihn zu treffen. Meine Schuldgefühle wischten sie bei Seite. „Vielleicht bist du nur einmal hier, vielleicht ist das deine einzige Chance." Diese Worte hallten in mir wieder, denn natürlich hatten sie recht. Es war nicht sehr wahrscheinlich, dass ich in den nächsten Jahren wieder in dieser Traumstadt landen würde. Wir hatten den Tisch in unserer Bar schon reserviert, der Gedanke das er dazu kam, ließ mich schaudern. Doch bevor ich antworten konnte, kam bereits die nächste Mitteilung: 

I'll pick you up at 9 o’clock.

Keine Kompromisse. Er wusste, was er wollte und auch wenn ich nicht verstand, warum, er wollte, offenbar mich. Konnte es dieses Märchen von der Liebe auf den ersten Blick wirklich geben? Der bloße Gedanke daran erschien mit absurd. Immerhin war das hier mein Leben und kein Kinofilm. 
Alles, was ich zustande brachte, war ein einfaches Okay. Ich hatte Angst davor, wenn ich mehr schrieb konnte er spüren wie sehr mein Herzschlag sich erhöhte. 
Mein Geburtstag kam. Ich fühlte mich seltsam. Bisher waren Geburtstage nie etwas gewesen, auf das ich mich gefreut hatte, doch dieses Mal war alles anders. Der Tag war nahezu perfekt. Wir liefen durch die Stadt, ich bekam Luftballons und eine gigantische Schokotorte von den Mädels und so viele frei Getränke das mir schon schummrig war, bevor ich um 9 Uhr vor dem Laden stand. Der typische Chicagoer Wind zerzauste mein Haar und in dem luftigen Oberteil wurde mir etwas kalt. 

Als Dan um die Ecke bog, hatte ich kurz Angst Schmetterlinge vor seine Füße zu kotzen. In seiner Hand hielt er einen herzförmigen Luftballon mit einer 21 darauf.
„Damit ich dich mit in meine Lieblingsbar nehmen kann", erklärte er mit einem teuflischen kleinen Grinsen. 
„Sollte ich die Bar nicht aussuchen?", fragte ich zurück und versuchte in seinem Blick zu lesen ob er sich genauso fühlte wie ich. 
Ohne etwas zu sagen, band er mir diesen um das Handgelenk und zog mich hinter sich her. Sein Weg führte in eine Sport Bar und wir schauten uns ein Fußballspiel an. Es stank nach Bier, Männern und Erdnüssen. Aber ich liebte es von der ersten Sekunde an. Gemeinschaftlich wurde der Fernseher angeschrieben und mit Essen beworfen. Das beste Date meines Lebens. 
Während wir Bier tranken und uns darüber stritten welche Mannschaft, die nächste Weltmeisterschaft gewinnen würde, war mir gar nicht aufgefallen, dass er nach meiner Hand gegriffen hatte. Unsere Finger spielten miteinander, unschuldig und doch verboten. Ich wusste, nicht wie lange ich seinem Blick noch standhalten würde, ohne mich in Wachs zu verwandeln.
„Wollen wir gehen?“, raunte er mir ins Ohr und ehe ich antworten konnte saßen wir bereits im Taxi. Händchen haltend saßen wir nebeneinander, und jedes Mal wenn wir uns ansahen, mussten wir grinsen. 
In der WG herrschte bereits Partystimmung. Als wir eintraten, wurde ein Lautes und sehr schiefes „Happy Birthday to you“ angestimmt und Dan schnappte sich de Gitarre. Ich war so unendlich glücklich, dass es wehtat. Wir tranken, lachten, alberten herum und ich zankte mich mit Dan, während er mich durch die Luft, wirbelte als wäre ich eine Puppe. Dann setzte er mich wieder auf den Boden, umfasste mit einer Hand mein Gesicht und strich mir mit dem Daumen über die Lippen. Gerade als ich dachte, er würde mich küssen, platze eine Freundin in den Moment und ich sprang von ihm weg.
Mir war klar, dass ich gefährlich nah dran war eine Grenze zu überschreiten. Und was noch schlimmer war: ich wünschte es mir. 
Mein Kopf war knallrot. Ich wurde panisch und sagte ich müsste gehen. Aber so einfach ließ Dan mich nicht ziehen, er rannte hinter her und packte mich am Arm. Grob und doch irgendwie zart. Er zog mich zu sich, drückte meine Hüfte an seine und fixierte mich mit fast schwarzen Augen. Die Bierflasche in seiner freien Hand drückte sich an die Haut meines Unterarms. Ich wollte ewig so stehen bleiben, so dicht an ihm und mit all der Hoffnung in meinem Herzen. Aber es war falsch, ich tat etwas Schreckliches.
„Warum läufst du vor mir davon?"
Dieses Mal versuchte er mich wirklich zu küssen, doch ich stieß ihn weg. Etwas gröber als beabsichtigt. Wie ein geschlagener Hund sah er mich an. Wut blitze in seinen Augen und er trat wütend gegen ein Auto, dessen Alarmanlage dröhnend anfing zu schreien. Auch er schrie. Er schrie mich an, was mein Problem sei und warum ich ihn nicht an mich heranließ. Tränen rannten mir über die Wange und ich brachte nichts als stotternde Wortfetzen heraus - und schließlich lief ich davon. Ich musste weg, bevor ich schwach werden würde. Bevor ich mich auf ihn stürzen und Dinge tun würde, die ich zu Hause wieder bereuen musste.
Zuhause ... 
Es fühlte sich nicht an, als wäre die kleine Wohnung in Hamburg mein Zuhause. Es fühlte sich eher so an, als wäre ich hier heimisch. Aber das war verrückt. Völlig absurd. Ich konnte nicht einfach vergessen, dass ich ein Leben außerhalb von Chicago hatte.
Ich wollte in Chicago nichts bereuen. Es sollte alles perfekt sein - und bis zu diesem Augenblick war es das auch gewesen. Heulend lag in meinem Bett und erwachte am nächsten Tag mit verkrusten Augen. Auf meinem Handy blinkten mehrere Nachrichten. Alle von ihm...

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Part 3 erscheint am Dienstag in einer Woche