Dienstag, 14. Februar 2017

Justine privat - Die Leiden einer Hundemama


Der ein oder andere auf FB oder Instagram hat ja mitbekommen, dass meine geliebte Wuffine aktuell ein paar gesundheitliche Probleme hat. Durch ihre chronische Ohrentzündung hat sich ein Bluterguss in ihrem Knicköhrchen gebildet - und das ist natürlich ziemlich unangenehm.
Nach mehreren Punktionen, Spülungen, Medikamenten und Heparinsalbe bis zum abwinken, müssen wir nun hoffen und warten - und als Hundemama bricht es einem das Herz. 
Meine alte Lady ist mein ein und alles. Ich habe unendlich Angst davor sie zu verlieren oder die falsche Entscheidung zu treffen. Aktuell steht eine OP zur Debatte. Das würde ihr Leiden bezüglich der Ohren lindern, doch wie ein dunkler Schatten legt sie Panik über mich, dass sie aus der Narkose nicht mehr aufwachen würde …
Man muss bedenken, dass die alte Lady in Menschen Jahren inzwischen schon an die 100 währe. Ein ziemlich stolzes Alter und trotz Ohr und Hüftproblemen, geht es ihr ansonsten gut. Zu gerne würde ich sie fragen, ob sie selbst die OP wünscht. Doch alles was ich als Antwort erhalte ist ein zaghaftes Brummen und eine feuchte Hundenase an meinem Knie. 
Ich glaube kaum, dass jemand verstehen kann wie sich so etwas anfühlt, der keine Haustiere hat und keine derartige Bindung zu seinem Tier. Cosma war für mich da, seit dem Tag, an dem ich sie adoptiert habe. Sie war noch nie ein sehr einfacher Hund. Genauso stur wie ich, genauso aufmerksamkeitsbedürftig und genauso grummelig. Ich erinnere mich noch wie gestern daran, wie sie im Tierheim auf ihrer Hundehütte saß, den Popo gegen die Gitterstäbe gedrückt und darauf wartend das ich sie streichle. Wir waren für einander bestimmt. 
Jahre lang begleitet sie mich nun, durch gute und schlechte Zeiten - und in der letzten Zeit häufen sich bei ihr die nicht so guten. Gerade erst haben wir das eine Problem gelöst, da kommt auch schon das Nächste. 
Während meine kleine Maus sich tapfer hält, während ihr Nadeln in die Haut gestochen werden und Frauchen zum 10 Mal an diesem Tag ihre Ohren behandelt, kann ich kaum schlafen. 
Ich liege wach und warte ob sie einen Laut von sich gibt, ob etwas nicht stimmt, sie etwas braucht. 
Ich lege mich zu ihr ins Körbchen (zum Glück ist das so groß!), kraule ihren Bauch und hoffe das sie etwas schlafen kann. Ich bin eben eine Mutti - eine Hundemama mit Leib und Seele. 
 

Darum ist es diese Hilflosigkeit die mich in den Wahnsinn treibt. Gäbe es Magie, würde ich darum betteln all ihre Leiden auf mich zu übertragen. Bei mir selbst würde ich nicht zögern: Schnipp Schnapp Ohren ab, Chemo gegen die Tumore, und sicher würde es auch etwas geben um das Gehör wieder herzustellen. 
Doch das kann ich nicht. Die Tiermedizin ist ein reines privat vergnügen. Selbst mit einer Hundekrankenversicherung, kostet der Spaß mehr als die meisten Menschen ausgeben können - und was viel schlimmer ist: 
Das macht das Leid des geliebten Tieres meist nicht besser. 
Obwohl ich nicht an einen Gott glaube und nicht an einen Himmel, bete ich, dass ich noch etwas mehr Zeit mit meiner Wuffine habe. Das sie nicht leiden muss und das auch wenn unser Kampf gegen den unvermeidbaren Tod endet, sie doch über einen Regenbrücke geht und ich sie irgendwann in einer anderen Welt wieder sehe …



Danke Cosma das du da bist, dass du soviel für mich getan hast und dass ich erleben darf wie es sich anfühlt so geliebt zu werden. Danke, dass ich dich nachts neben mir liegen habe und seinem sanften Schnarchen lauschen darf. Dass du Herrchen immer den Platz klaust und auf seiner Kuscheldecke schläfst. Ich hoffe wir haben noch mehr Zeit zusammen. 

Kommentare:

  1. Sowas hatte ich auch zahlreiche Male mit meinem Hund durch. Wir haben ihn als Welpe vom Hof eines geistig eingeschränkten Bauern geholt. Stellte sich heraus, ihm fehlte nicht nur ein Stück aus der Nase und sein Schwanz war gebrochen, er war auch sterbenskrank und voll mit Parasiten. Die ersten 4 Monate haben wir um sein Leben gekämpft - erfolgreich. Ab dann lobten Tierärzte immer seine Gesundheit, wenn wir mit ihm in die Sprechstunde kamen. Vierzehn-einhalb ist er letztendlich geworden. Ich vermisse ihn. :)

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    1. Es tut mir leid um deinen Verlust - wenn Tiere gehen ist es genauso schwer wie Menschen. Sie gehören einfach zur Familie.

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  2. Unser Ares wurde stolze 13 Jahre alt (haben ihn als Welpen bekommen), war immer kerngesund. Und für uns ganz, plötzlich hat er einen Darmkrebs bekommen das ihn fürchterlich aufgeschwommen hatte. Mein armer Schatz hatte schreckliche Schmerzen, sodass wir ihn einen Tag nach der ersten Not-OP erlöst haben. Das war der 05.11.2011.

    Ich kann deine Gefühle, Gedanken und Sorgen nachvollziehen, daher hat mich dein Post wirklich zum Weinen gebracht. So das ich echt an die frische Luft musste.

    Liebe Ju, diesen schwierigen Weg kann dir leider keiner abnehmen. Man kann dir hier nur beistehen. Denn jeder der sein Tier liebt versteht dich. Keiner möchte in deiner Haut stecken.
    Genieß jeden Moment den du mit deiner süßen Hundedame noch hast. Genauso genießt sie jeden Moment mit dir.

    Ganz viel Kraft wünsche ich Dir, meine Liebe.

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    1. Danke meine Liebe - deine Worte helfen mir sehr!

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