Mittwoch, 1. Februar 2017

Rezi: Lisa Frieda Cossham - Plötzlich Rabenmutter?


Titel: Plötzlich Rabenmutter?

Autor:  Lisa Frieda Cossham

Geeignet für: Mütter, Väter, Kinder, Kritiker

Preis: 9,99 Euro (broschiert)

Bewertung: 4 von 5

*Dieses Buch wurde mir vom Verlag zur Verfügung gestellt. Danke dafür!

Inhalt:

Darf man als Mutter noch mal ganz von vorne anfangen?
Lisa Frieda Cossham schreibt offen über ein Tabu: Sie ist Teilzeitmutter. Sie hat ihre Wünsche über das Familienglück gestellt, ihren Mann verlassen und sieht ihre Töchter seitdem nur jede zweite Woche. Aus einer Familie ist eine gleichberechtigte Elternschaft entstanden, welche die Öffentlichkeit ungleich bewertet: Während der Vater bewundert wird, weil er sich kümmert, gilt die Mutter als Rabenmutter. In ihrem Buch setzt sie sich mit einem veralteten Mutterbild auseinander, das permanente Präsenz voraussetzt, berichtet über die unerwarteten Herausforderungen als »halbe Mutter« und plädiert für ein ebenbürtiges Rollenverständnis.

Meine Meinung:

Nachdem ich #Regretting Motherhood gelesen habe, hat sich das Thema Kinder und Familie bei mir ziemlich festgesetzt. Wie die meisten meiner Leser wissen, habe ich selbst keinerlei Wunsch nach eigenen Kindern (wehe jetzt kommt der Kommentar "Das kommt noch!").
Dennoch ist dieses Thema in meinem Umfeld sehr aktuell, mit Mitte/Ende Zwanzig sind die meisten Frauen und Mädchen meines Alters an dem Punkt an dem sie sich die Frage stellen eine Familie zu gründen, oder es ist der Zeitpunkt in dem es sich einfach ergibt. 
Bei Lisa und ihrem Mann kam das ganze noch etwas früher, mitten im Studium wurden sie eine Familie. Eine ganze Weile ist auch alles gut, doch dann nicht mehr. Lisa verlässt ihren Mann und ist ab diesem Moment nur noch zu 50% Mutter. 

Genau hier fangen die Probleme auch an, während sie die meiste Zeit auch die Schwierigkeiten des Mutterdaseins, die veralteten Geschlechterrollen und das permanente Kritikgehabe anderer Mütter gut weggesteckt hat, sieht sie sich nun damit konfrontiert eine Rabenmutter zu sein. 

Es ist immer das Gleiche: Während jeder Mann der sich mehr als "normal" um seine Kinder kümmert, als Held gefeiert wird, dürfen sich Frauen die nicht zu 230% in der Mutterschaft aufgehen anhören wie schrecklich sie sind. Bei Lisa kommt erschwerend hinzu, dass sie es war die ihren Mann verlassen hat. Sie ist also nicht nur die Frau, sondern auch die Mutter die ihre Kinder verlassen hat. 

Mit viel Gefühl versucht Lisa auch Außenstehenden zu erklären wie es sich anfühlt, sich mit solchen Fragen auseinander zu setzten. Das unsere Gesellschaft in Sachen Gleichberechtigung und Mutterrolle noch einiges zu lernen hat, ist nichts neues. Dennoch gehört das Buch nicht komplett in die #Regretting Motherhood Reihe, denn Lisa boxt sich für sich selbst durch und nicht nur für ihre Kinder. 

Für mich ein unfassbar gutes und WICHTIGES Buch, dass wieder einmal aufzeigt, was heute alles nicht läuft und an welchen Stellen wir ansetzten müssen. Gerade für Menschen die meinen es sei übertreiben über die aktuelle Mutterrolle und Frauenrechte zu diskutieren, sollten sich darauf einlassen ...

Einen Punkt Abzug gibt es von mir dennoch, an einigen Stellen hätte ich gerne etwas mehr Tiefgang gehabt und mehr Mut ala "Die Mutterglückslüge".

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