Mittwoch, 1. März 2017

Meckermittwoch: Generation V

"I wanna taste love and pain
Wanna feel pride and shame
I don't wanna take my time
Don't wanna waste one line
I wanna live better days
Never look back and say
Could have been me
It could have been me"
THE STRUTS - Could Have Been Me

Wir sind nicht die Generation XYZ, sondern V - wie verkackt. 
Wir wissen nicht was wir wollen, wir können keine "normale " Beziehung führen und ohne ein Smartphone geht absolut nichts mehr. Wir wissen nichts mehr, wir googeln nur noch. Statt eine Sprache neu zu lernen, benutzen wir den Online Übersetzer. Wir gehen nicht mehr auf Demos, sondern lieber feiern und schaukeln uns die Eier(stöcke) während wir auf Twitter und Instagram rum motzen wie beschissen die Gesellschaft doch ist. 
Wir sind Verlierer.
Wir haben uns selbst verloren und beschuldigen die letzten Generationen, dass es ihre Schuld sei. Kiffen ist unser neuer Nationalsport, wir sind gut darin. Die großen Philosophen dieser Welt, die untätig in den Badewannen Fremder liegen und in ihrem eigenen Erbrochenen die Zukunft sehen. 


Statt arbeiten, gehen wir studieren. Am liebsten etwas mit den modernen Medien, denn viel mehr können wir nicht. Erfolgreich sein bedeutet für uns viele Likes, viele Klicks und am besten noch mehr „Fame“ als die Nachbarstochter mit den großen Brüsten.
Es geht nichts über den Quereinstieg und/oder abgebrochenes Studium, wir wissen alles und doch nichts, wenn wir nicht das Internet benutzen dürfen. Alle alten Werte halten wir für überholt, alles Spießer außer uns. 
Setzt uns nicht unter Druck! So können wir nicht arbeiten! 
Verantwortung ist nicht unser Ding, wir geben sie lieber ab. Kreativ kann man nur sein, wenn man frei ist und pleite. Feiern ist anstrengend genug, der Dealer des Vertrauens wohnt in der Platte ganz oben. Ohne Aufzug. So sieht unser Workout aus. Man muss nicht abnehmen, um nicht dem Schönheitsideal zu entsprechen, wenn man eh ständig brechen muss.
Der Wodka war auch mal besser, in der Schule. Im Früher. Als wir noch jünger waren und nicht sicher, ob wir die Jugend wirklich verschwenden oder plötzlich doch zum Superstar werden. Wir lassen uns nicht benoten, stellen nicht unsere Leistung in den Vordergrund, sondern immer das Könnte, das Wollte und das Vielleicht. 
Wir sind reich an Möglichkeiten und arm an Motivation.
Über "No Future“ sind wir hinausgewachsen und noch tiefer gefallen, wir können nur noch lallen und lustig machen über RTL, und der Welt den Stinkfingerzeigen während wir auf alle kacken die nicht im Kreis der Ausgewählten sind.
Wenn uns schlecht vom Saufen wird, werden wir eben Straight Edge und wenn wir uns gegen das System wehren wollen, lassen wir uns den Hals zu hacken. Wir drehen auf der einen Seite den "Ass Fuck Punk" auf und den IQ auf der anderen weiter runter, wird immer brauner, Hauptsache Szene egal welche. Hauptsache dagegen und nicht dafür. Bisschen Fame muss aber auch sein!
Wir sind alle Blogger, alle Instagrammer und können uns alle nicht leiden. Sind ja alle nicht real.

Kommentare:

  1. Starker Text, wahr aber dunkel. Nun ist es ja so, dass das Dunkel durchaus beleuchtet werden soll und muss : Das Problem ist, dass wir für eine Welt erzogen wurden, die es nicht mehr gibt. Wir wissen nicht was wir wollen, weil uns gesagt wurde, wir könnten alles werden, alles haben, alles sein.
    Wir lernen keine Sprachen, weil es für eine Sprache einer Identifikation mit der jeweiligen Kultur Bedarf, die wir nicht haben. Wir sind grau, durchsichtig, schwebend, abwartend. Ausgestattet mit den falschen Schlüsseln für die heutigen Türen zur Gesellschaft, zum Leben, zu uns selbst. Wir können nicht mehr ausgetretene Pfade gehen und dadurch mündig werden. Wir müssen selber verantwortlich sein, für uns, die wie Verantwortung lieber abgeben würden.

    Ja wir haben uns verloren, weil uns nie jemand zeigte, wie wir uns finden können. Das müssen wir nun selber herausfinden. Eine Schuld gibt es dabei nicht, denn so wenig, wie wir in der Vergangenheit leben können, waren undsere Eltern in der Lage dazu, in der Zukunft zu leben.

    Wir haben verlernt selber zu denken, zu hinterfragen.
    Wie ein Haufen Aale glitten wir durch unser bisheriges Leben, ohne Widerstand, ohne Reibung, ohne echte Forderung.

    Der Mangel an Motiovation ist die Angst IRGENDETWAS zu tun, denn wer ganz unten ist, kann nicht tiefer fallen. Zu leben bedeutet mutig zu sein gegenüber sich selbst und zu dem zu stehen was man, egal was passiert.
    Das ist dann echte Freiheit, ungefähr in der Mitte zwischen Hyperaktivität und erstarrtem verharren.

    Lass sie bloggen und Instagrammen, wer etwas sagt, der reibt sich, der darf sich positionieren, und wer weiß, vielleicht findet einer so endlich heraus, was er will.

    Wren




    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Was für ein tolles Kommentar - das hätte ich nahtlos in den Post einfügen können! Lieben Dank!

      Löschen
    2. Sehr gerne, hast mich inspiriert, ich musste da einfach was zu sagen:D

      Löschen