Freitag, 28. September 2018

College Princess - Annie Laine im Interview



Nichts verabscheut Isabella mehr, als sich dem strengen Hofprotokoll ihres Königreichs zu beugen. Vor allem die ständigen Versuche ihrer Eltern, sie mit einem adligen Mann zu verheiraten, lassen die Prinzessin alles daransetzen, jeden Heiratsanwärter zu vergraulen. Umso glücklicher ist sie, dass das College in England auf sie wartet...


1. Hallo, Annie! 
Danke das Du dir die Zeit genommen hast. Der zweite Teil deiner Modern-Princess Reihe "College Princess" geht gerade an den Start - wie fühlt sich das an?

Annie:
Hallo, Ju! 
Ich hab zu danken. Puh, wie fühlt sich das an? 
Ziemlich unwirklich, wenn ich ehrlich bin. Geschrieben habe ich das Buch schließlich schon im November 2017, als noch nicht feststand, ob es überhaupt erscheint. Als die Zusage im März 2018 kam, waren es auch noch sieben Monate hin und jetzt ist es fast soweit! Nächste Woche schon! Und die Impress-Blogger kriegen es sogar schon diese Woche. Ich freue mich wahnsinnig und bin gleichzeitig echt aufgeregt!


2. Das glaub ich dir sofort. Den ersten Band deiner Reihe habe ich ja bereits gelesen - dieses Mal geht es um Isabella. Wie kam es dazu, dass du sie als deine neue Protagonistin ausgewählt hast?

Annie:
Ha, das wusste ich! Danke übrigens für die Rezension. (Den Link zur Rezi habt Ihr hier: https://www.justinewynnegacy.de/2018/08/annie-laine-high-school-princess.html)
Isabella war von Anfang an mein Liebling. Ganz spontan habe ich sie direkt am Anfang von "Highschool Princess" in das Skript geschrieben und als Isabell, eine gute Freundin und Vorlage für Isabella, nichts dagegen hatte, durfte sie auch dort bleiben. Während ich noch an Band 1 getüftelt habe, wuchs in mir der Wunsch, Isabella ins Rampenlicht zu rücken. 
Sie ist einfach so ein herrlich verrückter Charakter und sie verdiente eine eigene Geschichte.

3. Das kann ich gut verstehen, für mich was sie auch in Band 1 mein Liebling. Im Gegensatz zu Sara, ist Isabella etwas rebellischer. Was war für dich an dieser neuen Geschichte die größte Herausforderung?

Annie:
Ich glaube, Isabella ist der unangefochtene Lieblingscharakter aus Band 1. 
Die größte Herausforderung kann ich bei Band 2 gar nicht benennen, weil alles irgendwie leicht und doch auch schwer war. Dazu sei gesagt: Die Story war ursprünglich ganz anders geplant. Ich hatte die komplette Handlung im Kopf und auch schon ein Exposé geschrieben. Aber als ich dann angefangen hatte, das Buch zu schreiben, fiel es mir unfassbar schwer, mich an meinen eigenen festgelegten Plot zu halten. 
Also habe ich es nicht getan. 
Das, was ich stattdessen geschrieben habe, hatte zwar nicht mal mehr entfernt die leichte, lockere Stimmung, die ich eigentlich erreichen wollte, aber es ging mir verdammt schnell von der Hand. Die Rohfassung war zwar weniger umfangreich - viel weniger! - als die finale Fassung, aber ich hatte sie tatsächlich in unter drei Wochen fertig.

4. Wow, definitiv eine Rekord Schreibzeit. Bist du der Meinung deine Charaktere haben ihren eigenen Kopf und ändern manchmal deine Pläne?

Annie:
Kann man so sagen, hihi. Dabei habe ich andere Young Adult-Skripte in ähnlich kurzer Zeit geschrieben. Und ja, meine Charaktere haben definitiv ihren eigenen Kopf. Du willst nicht wissen, wie viele Exposés sich schon umgeschrieben habe, weil die sich einfach nicht an den Plot halten konnten.

5. Würdest  du sagen, dass du deinen Protagonisten soviel Freiraum wie möglich lässt? Und hattest Du dadurch schon mal Probleme deinen roten Faden wieder zu finden?

Annie:
Klar, die dürfen tun und lassen, was sie möchten. Im Young Adult Genre, in dem der Fokus eher auf den Charakteren liegt, finde ich das sogar wichtig. Den roten Faden habe ich dadurch auch noch nicht verloren.

6. Es ist der zweite Band einer ganzen Reihe über die Probleme einer modernen Prinzessin. Wie kam es überhaupt zu dieser Idee?

Annie: 
Ich wünschte, ich könnte hier eine total spektakuläre Story erzählen, wie ich auf die Idee gekommen bin. Kann ich aber leider nicht. Eigentlich konnte ich nur eines Nachts nicht schlafen, weil mich dieser Plotbunny wachgehalten hat. 
Ich habe die Idee dann auf meinem Notizblock geschrieben und fand sie am nächsten Morgen nicht schrecklich. Tatsächlich war auch erst nur ein einzelner Band geplant. Dann kam Isabella und die Dinge gerieten außer Kontrolle.

7. Charaktere mit eigenem Willen - ich sehe schon, der Kreis schließt sich. Ich bin jeden Fall sehr gespannt auf den neuen Teil rund um Isabella. Planst du noch weitere Projekte?

Annie:

Und ich bin sehr gespannt, wie er dir gefallen wird. Halte mich auf jeden Fall auf dem Laufenden. 
Wirklich geplant mit Veröffentlichungstermin ist nach "College Princess" erstmal nichts mehr, allerdings schreibe ich gerade am 10. Skript dieses Jahr. Das heißt, ich habe einiges in der Hinterhand. Wann und wo diese Bücher erscheinen, steht allerdings noch nicht fest. Größtenteils bewege ich mich dabei im Young Adult-Genre, aber gerade bin ich mal wieder in Sachen Fantasy unterwegs

8. Erstmal danke, für deine Antworten. Die letzte Frage ist etwas anders, jedoch muss jede Autorin sie mir beantworten. Inzwischen wird die Kritik an Frauencharakteren in Büchern immer lauter. Gerade im Feminismus wird oftmals angeprangert, dass falsche Werte und toxische Beziehungen romantisiert werden. Wie stehst du zu diesem Thema und inwieweit sind deine Charaktere dadurch betroffen oder eben nicht betroffen?

Annie:
Eine wirklich gute und wichtige Frage. Grundlegend kann ich Bücher, in den solche toxischen Beziehungen vorkommen, absolut nicht leiden und mache daher meist einen großen Bogen um sie. Obwohl ich normalerweise bei Büchern kein Moralapostel bin, ist das definitiv ein Trope, den ich nicht einfach durchgehen lassen kann. 
Vor allem bei Jugendbüchern habe ich immer eine leise Stimme im Hinterkopf, die mir sagt: Junge, beeinflussbare Mädchen lesen das und wünschen sich dann auch sehnsüchtig, dass irgendein heißer Kerl um die Ecke kommt, sie wie Dreck behandelt und jeden Aspekt in ihrem Leben kontrolliert, um ihnen zu zeigen, wie sehr er sie liebt. 
Ich meine ... nein. Einfach nur nein. 
In meiner "Modern Princess"-Reihe könnte man es aber tatsächlich auch in diese Richtung auslegen, dass meine Charaktere betroffen sind. 
So soll Sara in "Highschool Princess" einen Mann heiraten, den ihre Eltern für sie ausgewählt haben. Und auch Isabella wird in der Wahl ihres Mannes von ihren Eltern bevormundet. 
Meine Charaktere sind strickt gegen diese Behandlung und erheben ihre Stimme, Isabella etwas mehr als Sara, die trotz aller Missgunst ihr Pflichtgefühl als Prinzessin ihres Reiches nicht ganz ausschalten kann. 
In "College Princess" gibt es zwar keine toxische Beziehung, aber Isabellas Eltern versuchen, ihre Werte durchzusetzen und Isabella zu einer Heirat mit einem adeligen Mann zu nötigen. Dass das falsch ist, muss ich wohl nicht extra noch erläutern. 
Dennoch bin ich nicht der Meinung, dass in dem Buch falsche Werte vermittelt werden, weil die Protagonistin selbst betont, dass sie sich nicht damit abfindet. Wichtig ist für mich dabei, wie die Charaktere mit ihrer Lage umgehen. 
Sagen sie einfach Ja und Amen und lassen alles mit sich machen oder wehren sie sich? Denn es ist weniger die Thematik, die falsche Werte vermittelt, als viel mehr die handelnden Figuren. Die sind es schließlich, mit denen die Leser sich identifizieren.

Danke für diese sehr schöne Antwort!

Mehr zu Annie Laine und ihren Büchern erfahrt Ihren Blogs! Schaut vorbei und lasst Liebe da!





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