Dienstag, 16. Oktober 2018

Keine normale Lovestory - Hör auf zu lügen

Titel: Hör auf zu lügen

Autor:  Philippe Besson

Verlag:  C.Bertelsmann Verlag

Geeignet für: "Brokeback Mountain" Fans, Poetische Leser, Tragisch Verliebte

Gelesen oder gehört: gelesen

Seiten:  160

Preis:  20,00 Euro (Hardcover)

Bewertung: 4,5 von 5 Punkten


Inhalt:

"Brokeback Mountain" aus Frankreich: Die tragische Geschichte einer homosexuellen Liebe - authentisch und zutiefst berührend
Philippe ist 17 Jahre alt und ein Außenseiter. Als hochbegabter Sohn des Schuldirektors, der wenig Kontakt zu den Mitschülern hat, lebt er in einem französischen Provinznest. Er fühlt sich von seinem Klassenkameraden Thomas, einem geheimnisvollen und charismatischen Winzersohn, angezogen und ist ganz verblüfft, als dieser sein Interesse erwidert. Thomas wird seine erste und große Liebe. Eine Liebe, die nur im Verborgenen gelebt werden darf und die für Thomas tragisch endet, weil er, geprägt durch die ländlichen Konventionen, seine sexuelle Identität sein Leben lang verleugnen wird. Ein authentischer und tief berührender Roman über Liebe und Identitätsfindung. 

Cover: 

Allein bei diesem Cover geht mir schon das Herz auf. Es ist so wunderbar stimmig, dass ich mich sofort verliebt habe. Sowohl in die Geschichte, als auch in das grüne Karo Hemd. Warum gibt es eigentlich so wenig grüne Buchcover? Es sieht auch in meinem Regal einfach nur unheimlich schön aus. 

Meine Meinung: 

Wer ein Fan von schwerer Kost und poetisch, erotischen Geschichten ist, für den wird "Hör auf zu lügen" auf jeden Fall das richtige Buch sein. Die Geschichte ist nicht geradlinig und unser Protagonist Philippe hat durchaus auch negative Seiten. Dennoch hat mich der Schreibstil sehr schnell gepackt. 
Es ist kein Buch, dass man "einfach so" weglesen kann. 
Für mich als Frau, war es teilweise nicht einfach wirklich nachzufühlen wie man sich als schwuler Teeny in den 80er Jahren gefühlt hat. Eine Zeit in der AIDS in aller Munde war, aber Kondome trotzdem nicht alltäglich. In der man als verliebtes Paar noch immer Angst haben musste, erwischt zu werden. Weil man(n) eben anders ist. 
Weil man jemanden liebt. 
Weil andere es nicht verstehen. 
Weil man Angst hat. 
Und das zurecht. 
Mich hat die Geschichte sehr mitgenommen. 
Teilweise hat sie mich zerstört. 
Es ist keine leichte Kost, aber doch köstlich tragisch geschrieben. 
Man spürt die eigenen Erfahrungen des Autors so intensiv, dass es einem die Tränen in die Augen treibt. Und trotzdem geht es um soviel mehr, als nur die Liebe zwischen zwei Jungs. Man wird als Leser gezwungen sich die Frage zustellen , warum Homosexuelle lieber lügen, als ihre Liebe in aller Offenheit zu leben. Und das leider noch immer.
Auch wenn unsere Gesellschaft offener wird, ist dieser Kampf noch immer nicht vorbei. Das zeigt sich spätestens, wenn wir uns mal das AfD Wahlprogramm anschauen: "Homosexualität ist gegen die Verfassung." Ein unfassbar wichtiges Buch, dass mal wieder deutlich zeigt, dass Liebe so viel mehr sein kann, als eine Geschichte zwischen den Geschlechtern. 

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