Samstag, 20. Juli 2019

Sexszenen bis zum Höhepunkt schreiben ...

Hallo meine Zuckerstücke, 

heute möchte ich mit Euch über eines meiner liebsten Themen reden : Sex. 
Keine Angst, so schmutzig wird es auch wieder nicht. Denn natürlich soll es um das Schreiben gehen. Sexszenen in Büchern, gerade in Liebesromanen und auch im Fantasy Bereich sind eine schwierige Sache. Die schönste Nebenbeschäftigung der Welt kann leicht schmuddelig, unangenehm oder schlicht unrealistisch sein, wenn sie in einem Buch steht. 

Genre Fehler bei Sexszenen

Ich möchte gleich zu Beginn sagen: Mein Herz schlägt zwischen den Beinen, wenn es um gute Sexszenen geht!
Es ist gar kein Problem für mich, wenn mit Genitalien um sich geworfen wird wenn ich einen Erotik Roman lese. Alles natürlich in Maßen. Eine zehn seitige Abhandlung über die innere Göttin muss ich jetzt nicht haben. Bei einem Erotik Roman erwarte ich es, dass schmutzige Wörter verwendet werden und der Sex auch mal plastisch dargestellt wird. Dabei sollte man jedoch darauf achten, dass niemand das Gefühl bekommt versehentlich im Biounterricht gelandet zu sein. 
Anders verhält es sich bei mir mit anderen Genres. Auch bei Fantasy stehe ich auf höllisch heiße Szenen, aber da erwarte ich sprachlich etwas mehr. Kein stumpfes umher werfen von Genitalien und feuchten Höschen. Ebenso wie bei romantischen Büchern, möchte ich hier mit schönen Worten und knisternder Stimmung in Wallung gebracht werden. Gerade bei High Fantasy irritiert es mich oft wenn die holde Maid sich plötzlich die Spalte reibt. 
Ne, da ist bei mir der Ofen schnell aus.

Liebesknospe und Lanzenmeister

Nahtlos daran knüpft sich das allgemeine Beschreibungsproblem an. Hier empfinde ich es wie im echten Leben: Weniger ist mehr. Ich muss nicht jede Drehung eines Fingers oder anderen Körperteils beschreiben. Genauso wenig den Winkel. Viel wichtiger ist doch das die Gefühle rüber kommen, nicht die anatomische Bauart. Dennoch helfen auch Umschreibungen wie Liebesknospe, Lustpunkt, Schwellkörper oder Lanze nichts. Da wird man beim lesen zwar rot, aber nicht aus Freude. 
Es ließt sich unangenehm, als hätte man das Tagebuch seiner Urgroßmutter gefunden. Dann doch lieber etwas gröber. Das Wort Schwanz hat noch niemanden geschadet, sollte aber in die Situation passen. Wer vorher zwei Seiten lang die innige Verbindung beschrieben hat, könnte den Leser so aus dem Fluss reißen. Dann lieber weniger präzise Details und mehr Stimmung. 
Immerhin mögen wir beim Sex ja auch alle etwas anders, da darf der Kopf auch mal alleine arbeiten. 

Etwas mehr Realismus bitte

Ich möchte hier nicht dafür plädieren, dass Sexszenen nicht romantisch sein dürfen. Viel mehr geht es mir auf die Eierstöcke, wie wenig Zeit sich oftmals für Sex genommen wird. 
Da kommt der Herr der Schöpfung, zack ist der Schlüpfer nass. Nach zwei Minuten kreisenden Daumenbewegungen ist er dann da: Der Orgasmus. 
Ich möchte hier keine Erwartungen enttäuschen aber ganz so einfach ist es dann doch nicht. Frauen haben keinen Orgasmusknopf. Ein paar Mal klingeln und ab durch die Tür ist ein Märchen. Natürlich darf es in Büchern heiß werden, es darf auch schnell gehen und nicht alles muss zu 300% mit der Realität übereinstimmen. Aber etwas mehr Glaubwürdigkeit täte dem ganzen gut. Ich habe noch kein Buch gelesen, wo er mal zu früh kommt oder sie nicht sofort wie eine Granate unter seinen Fingern explodiert. Sex bedeutet sich gegenseitig zu erforschen - das passiert nicht mit zwei Bewegungen.
Ebenfalls wichtig: Sex sollte auch machbar sein. 
Mir hilft es Szenen die ich im Kopf habe, in der Realität einmal durchzuspielen. Woher soll ich sonst wissen, wie man in der Dusche Sex haben kann ohne sich das Genick zu brechen oder wie lange man jemanden an eine Wand pressen kann ohne das die Muskeln nachgeben?
Eben. Try it.

Der Geschmack bestimmt die Mahlzeit

Ich als Dark Romance Fan mag es gern etwas härter, aber ich liebe auch ein langes Vorspiel mit Geschichte. Protagonisten dürfen gerne übereinander herfallen, aber ich möchte trotzdem nicht das Gefühl bekommen es ginge nur um das eine. 
Wer wünscht sich nicht etwas mehr Tiefe?
Am Ende sind Sexszenen natürlich reine Geschmackssache, aber ich denke man sollte trotzdem auf einiges achten. 

Sex sicher, auch in Büchern

Viele finden Kondome unerotisch. 
Warum wohl? 
Das in Büchern gerne auf das Thema verzichtet wird, liegt genau daran. Nur wird sich nichts ändern, wenn wir absichtlich nicht darüber reden. Es gibt für mich kaum etwas erotischeres als einen Partner dem ich nicht scheiß egal bin. Und dazu gehört eben auch, dass man sicheren Sex hat. Kondome sind wichtig. Selbst beim Liebesspiel in der fiktiven Welt. 
Natürlich kann man auch hier wieder unterschiede beim Genre machen. Hexen, Dämonen und Vampire brauchen eher weniger Angst vor Infektionskrankheiten oder ungewollten Schwangerschaften haben. Trotzdem sollten wir uns mehr trauen sicheren Sex sexy zu machen. 
Romantik bedeutet schließlich einander Respekt entgegen zu bringen. Das Frauen die Pille nehmen ist zwar oft beschrieben, nur nützt das herzlich wenig wenn der Dreamboy eine Krankheit hat. Also: Kondome raus, rüber und dann erst rein ins Lesevergnügen. Auch ich werde mir das mehr zu Herzen nehmen in kommenden Projekten. 

Frauen sind auch oben sexy

Bei den meisten härteren Romance Büchern geht es um einen eher dominanten Mann. Warum darf die Frau eigentlich nicht mal oben sein oder die Peitsche schwingen? Finden es wirklich so viele abschreckend, wenn mal nicht sie auf die Knie geht?
Das immer gleiche Schema F ist irgendwas auch mal ausgelutscht. Dabei gibt es so viele Arten Sex zu haben. 50 Shades of Grey hat nicht einmal vier davon beleuchtet und trotzdem tausende Höschen erobert. Ich bin also dafür, dass wir uns mehr trauen. 
Mehr Sex. 
Mehr Zeit. 
Mehr Realismus. 

Was sagt ihr zu dem Thema?



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