Montag, 9. Dezember 2019

Wie du mich siehst #Blogtour - Über #Whitefeminism , die Buchwelt und ein Gewinnspiel


Es gibt Bücher, die nicht einmal im Ansatz die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdienen. "Wie du mich siehst" gehört nach meiner Meinung absolut in diese Kategorie. Dabei ist die Geschichte eigentlich etwas für eine breite Zielgruppe, mit ganz viel Gefühl und Werten, die für uns alle gelten sollten. 

Inhalt: 


Zum Weinen, zum Verlieben, zum Wütendwerden

Bestsellerautorin Tahereh Mafi erzählt einen bewegenden, kraftvollen, autobiographisch geprägten Roman, der Vorurteile enthüllt und uns daran teilhaben lässt, wie Liebe alles Trennende überwindet.

Eine Kleinstadt in den USA: Shirins Alltag ist zum Albtraum geworden. Sie hat genug von den unverschämten Blicken, den erniedrigenden Kommentaren und den physischen Attacken, die sie ertragen muss, weil sie Muslima ist. Sie flüchtet sich ins Musikhören und in das Breakdance-Training mit ihrem Bruder und dessen Freunden. Shirin hat beschlossen, niemandem mehr zu trauen. Bis sie an ihrer neuen High School den Jungen Ocean trifft. Er ist der erste Mensch seit langem, der Shirin wirklich kennenlernen möchte. Erschrocken weist Shirin ihn harsch zurück. Ocean ist für sie aus einer Welt, aus der ihr bisher nur Hass und Ablehnung entgegenschlugen. Aber dann kommt alles anders ...

Meine Meinung: 

Dieses Buch ist ein Muss in jedem Bücherregal. 
Warum?
Nun, zum einen weil es eine Welt zeigt, die nicht fiktiv ist. Dazu kommt eine ganze Flut an Emotionen und eine Lovestory, die mich zum träumen gebracht hat. Für mich eines der besten Bücher des Jahres.



Warum also ist so ein wichtiges Buch, kaum in den sozialen Medien zu sehen?

Ich kann euch diese Frage beantworten: Die Protagonistin ist nicht das typische weiße Mädchen. 

Okay, okay. Einige schlucken nun heftig, schärfen schon einmal die Mistgabeln und bewaffnen sich mit den typischen Gegenargumenten. Allerdings ist es kein Geheimnis, dass wir auch in der Buchwelt nicht perfekt mit Themen wie Feminismus, Diversität und Sexualität umgehen. 
Ein kleines Beispiel aus dem Leben eines Autoren: 

Klassischer Fantasy Jugendbuch Plot, die Protagonistin ist Muslima. 
Alle Verlage lehnen es ab. 

Gleicher Plot, Protagonistin ist Weiß. 
Das Buch wird veröffentlicht. 

Das ist leider keine Seltenheit, sondern gängige Praxis. Einer der Probleme ist dabei der klassische “White feminism”. Was ist das?

“White feminism” bezeichnet einen Feminismus, der weiße Frauen aus der Mittelschicht. Es ist grundsätzlich erst einmal nichts falsch daran, sich in Shirts mit Feministischen Sprüchen zu kleiden oder den Feminismus für sich als Vorteil zu nutzten. Allerdings bildet sich hierbei ein Problem: Feminismus ist für alle Menschen gedacht. 
Nicht nur für uns priviligierte Ladys mit weißen Knockpopo.
“White feminism” ist ein Feminismus, der sich nicht um Fragen der Herkunft kümmert und dadurch die Mehrfachunterdrückungen von Minderheiten ignoriert. Und genau hier setzt der Bogen zur Buchwelt wieder an: 
Verlage sind wirtschaftliche Unternehmen. 
Weißer Feminismus verkauft sich. 
Alles andere eher schleppend. Doch ich habe eine gute Nachricht für Euch: Wie so oft bei Fragen des Konsums haben wir es hier selbst in der Hand. Wenn wir als Leser uns bewusst die Titel heraus suchen, die mal nicht nur “White feminism” in den Fordergrund stellen, dann werden die Verlage über kurz oder lang darauf reagieren. Der englische Buchmarkt ist dem deutschen da bereits einige Schritte voraus.
Konsumenten haben Macht, in diesem Fall können sie für mehr Gleichberechtigung sorgen, in dem sie auch mal anderen Büchern, Geschichten und Protagonisten eine Chance geben. 
Starke Frauen, Feminismus und gute Bücher sind für uns alle ein Gewinn. 

Natürlich ist dieses Thema extrem groß. Ich konnte es nur oberflächlich behandeln, aber ich hoffe es reicht, damit ihr einen Eindruck bekommt.
Wie steht ihr zum Thema “White feminism” ? 
Hattet ihr vor diesem Post überhaupt schon einmal von diesem Begriff gehört?

Mehr zu dem Buch und den anderen Bloggern, findet ihr hier: 

5. Dezember : Mrrenewe
6. Dezember: Rainbookworld
7.Dezember: RoKeBooks
Gewinnspiel
Wir verlosen ein druckfrisches Exemplar von “Wie du mich siehst” an einen von euch.
Teilnahmebedingungen
Beantwortet die Gewinnspielfrage aus meinem Blogpost unter diesem Post hier oder unter meinem zugehörigen Instagrampost. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Der Versandweg erfolgt über die Post/DHL. Hierfür werden eure Daten weitergegeben an den Verlag.
Eine Barauszahlung des Gewinns ist ausgeschlossen.

Deadline ist der 15. Dezember 18:00Uhr | Bitte meldet euch im Fall eines Gewinnes innerhalb 48 Stunden



Kommentare:

  1. Hallo,

    Danke für den Beitrag.
    Ich finde, dass zu wenig Diversität heutzutage in den Büchern vertreten ist. Man sollte vielmehr auf Vielfalt setzen. Den Begriff an sich habe ich schon mal gehört.

    Lg Melek

    melegim1984@googlemail.com

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  2. Huhu,

    Vielen Dank für den tollen Beitrag!
    Wir machen da wirklich Mini Steps in der deutschen Buchbranche im Vergleich zum englischsprachigen Buchmarkt.

    "White feminism" - also im Prinzip was Alice Schwarzer verkörpert - und TERFs sind ein großes Problem. Denn in den Medien sind diese Feminist*innen leider noch am lautesten.

    Ich hab dieses Jahr gezielt mehr Bücher von Own Voice Autor*innen gelesen und gekauft und wurde nicht enttäuscht.

    Liebe Grüße,
    Babsi

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  3. Erst einmal vielen Dank für diesen Beitrag!
    Ich bin selbst Muslima, trage aber kein Kopftuch, wobei ich denke und hoffe, dass das keine Auswirkungen auf das tolerante Verhalten meiner Mitmenschen hätte. Dabei vergess ich nie, wie viel Glück ich habe und das es noch viel zu viele Menschen gibt, welche einen nach Aussehen, Geschlecht, Herkunft und Religion beurteilen (das sieht man leider in der Politik zu genüge).
    Dort sehe ich schon ein Problem, da bei “White feminism” nur oder zumindest hauptsächlich die Thematik Gleichberechtigung behandelt wird. Jedoch ist Feminism in meinen Augen nicht nur Gleichberechtigung. Es ist die Freiheit einer jeden Frau selbst zu entscheiden was sie machen möchte. Und diese Freiheit wird besonders noch in altmodischen Ansichten unterdrückt. Ich als Muslima bemerke selber die Auswirkungen.
    Ich muss dazu aber auch ehrlich sagen, dass mir dein Beitrag bewusst gemacht hat, wie sehr ich mich von der Masse leiten lasse, wenn ich ein Buch auswähle. Dabei denke ich, dass vielen Lesern die Problematik mit dem “White feminism” nicht bewusst ist, genauso wie sie mir nicht bewusst war. Und die Verlege richten sich nun mal nach uns Lesern. Deswegen finde ich es gut, dass die Thematik aufgegriffen wird, denn von “White feminism” hab ich hier zum ersten Mal gehört und zum ersten Mal darüber nachgedacht.

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  4. Hallo Justine,

    danke für den interessanten Beitrag! Leider habe ich vorher noch nichts von dem Thema gehört. Ich finde es sehr schade, dass unser Buchmarkt noch so einseitig ist und solche Bücher selten eine Chance bekommen.

    Liebe Grüße

    Daniel

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