Sonntag, 16. Dezember 2018

Verstörend, großartig und das beste Buch des Jahres - Was geschah mit Femke Star


Titel: Was geschah mit Femke Star

Autor:  Kerstin Ruhkieck

Verlag:  Drachenmond Verlag

Geeignet für: Leser von "Du wolltest es doch", Thriller Fans, Fitzek Liebhaber 

Gelesen oder gehört: gelesen

Seiten:  430

Preis:  14,90 Euro (Taschenbuch)

Bewertung: 5 von 5 Punkten

*Dieses Buch wurde von mir von der Autorin zur Verfügung gestellt - Danke dafür!

Inhalt: 

Jedes Mädchen hat ein schmutziges Geheimnis. Jedes. Auch du.
Doch was würdest du tun, wenn dein Geheimnis eigentlich meins wäre, und nur ich, nicht du, die Wahrheit kenne?

Einst waren Femke und Anouk beste Freundinnen, bis ein Verrat die beiden entzweite. Was blieb, war die Hassliebe zweier Mädchen, die sich in unterschiedliche Richtungen entwickelt hatten. Doch als Femke eines Tages Anouk um Hilfe bittet, kommt es zu einem schrecklichen Unfall, der Anouks Leben für immer verändert.
Von hässlichen Erinnerungsfetzen geplagt, versucht Anouk herauszufinden, was Femke widerfahren ist, und stößt dabei auf eine Mauer des Schweigens. Und auch die Zeit arbeitet gegen sie, als Anouk die Hauptverdächtige eines Verbrechens wird, das sie nicht begangen hat … 

*** Triggerwarnung: Dieses Buch enthält mögliche Auslösereize, die bei Personen mit posttraumatischer Belastungsstörung zu einer Verschlechterung ihrer Symptome führen können.

Cover: 

Leute, es ist der Drachenmond Verlag. Natürlich ist das Cover der Wahnsinn! Es passt auch wieder wundervoll zur Geschichte und bietet einen Einblick in die Protagonistin. Großartig!

Meine Meinung: 

Dieses Buch hat mich zerstört. Auf die absolut gute Art. 
Der Schreibstil von Kerstin Ruhkieck ist verstörend realistisch. Man fühlt als Leser einfach alles, was den Protagonisten passiert. Den Schmerz, die Hoffnung und die Verzweiflung. Bei mir ging es soweit, dass ich sogar Zahnschmerzen bekommen habe. So sehr habe ich mit Anouk mitgelitten. 
Die Geschichte ist nichts für schwache Nerven, ohne dabei zu sehr auf die Ekel Schiene abzurutschen. Denn auch die Realität ist etwas, dass an Grausamkeit kaum zu überbieten ist. Die Autorin hat sich hier an Themen gewagt, die gerne Verschwiegen werden: Slutshaming, Mobbing, Vergewaltigung und Gender Wahnsinn. Dinge, die wir gerne übersehen - immerhin beschäftigt man sich nicht gern, mit den Dingen die falsch laufen auf unserer Welt. Dabei enthält die Geschichte von Femke mehr als nur einen realistischen Aspekt. Fakt ist: Opfer von sexuellen Missbrauch stoßen nicht nur an ihre eigenen Grenzen, ihnen werden auch Mauern vor die Nase gestellt. Die Spirale des Terrors die daraus wachsen kann, wurde in diesem Buch so ergreifend dargestellt, dass ich mich weder von dem Buch lösen konnte, noch danach Schlaf fand. 
Femkes Schicksal hat mich nicht nur gepackt, ich bin jeden ihrer kleinen Tode mit ihr zusammen gestorben. Jeden. Immer wieder. 
Der letzte Satz des Buches, brach dann meine eigenen Mauern. Ich weinte eine Stunde lang. Nein, dass ist keine Übertreibung. Wer mir auf Instagram folgt, weiß dass ich tatsächlich nicht aufhören konnte zu weinen. 
Dieses Buch ist viel mehr, als nur ein guter Thriller. Es ist eine Spiegelung dieser Welt. Verbunden mit einem Schreibstil, der nicht nur packt, sondern auch das kälteste Herz erreicht. 
Ich bin mehr als beeindruckt, verstört und traurig. Kerstin Ruhkieck ist eine Ausnahme Autorin - und jeder der mich kennt, weiß, dass ich solche Sätze nicht leichtfertig von mir gebe. 
Ich kann Euch nur zu diesem Buch raten - es ist wichtig, grausam und absolut perfekt. 

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