Montag, 9. September 2019

Leider nichts für mich - Das Dach der Welt


Titel: Das Dach der Welt

Autor:  Mira Manger

Verlag: Piper Verlag

Geeignet für: Bergsteiger, Romance Liebhaber

Gelesen oder gehört: gelesen

Seiten:  292

Preis:  15,99 Euro (Softcover)

Bewertung: 2 von 5 Punkten

*Dieses Buch wurde mir vom Verlag zur Verfügung gestellt! Danke dafür!

Inhalt:

»Hier oben war ich Zuhause, sicher vor den Härten des Lebens, fernab aller Probleme, die sich auf Meeresspiegelhöhe an mir festbissen. Hier oben konnten sie nicht mithalten.«

Alicia Fischer und Robin Voss sind bekannte Gesichter der deutschen Bergsteigerszene. In der schillernden Social-Media Welt gelten sie als das perfekte Traumpaar, doch hinter den Kulissen gehen sie schon lange getrennte Wege – Grund dafür ist Robins Alkoholproblem und die öffentliche Zurschaustellung ihrer Liebe. Für die gesponserte Expedition zum Mount Everest, die sich keiner von beiden entgehen lassen will, müssen sich Alicia und Robin wohl oder übel wieder zusammenraufen. Auf dem Dach der Welt wird den jungen Bergsteigern schließlich klar, dass sie noch immer etwas füreinander empfinden. 

Cover: 

Ich mag die Farben des Covers sehr. 
Der Rest ist sicherlich streitbar, aber ingesamt ist es passend zum Inhalt.

Meine Meinung:

Negative Rezensionen sind kein Angriff auf die Persönlichkeit des Autors. 


Damit es nicht wieder heißt, ich wäre respektlos und würde hetzen, folgt nun eine für mich sehr neutrale und beschreibende Rezension.



Die Grundidee ist großartig und die Autorin kann schreiben, soviel vor ab.


Die Figuren: 


Robin ist eigentlich ziemlich niedlich und durch seine Alkoholvergangenheit wirkt sein Charakter auch gleich viel intensiver, leider macht seine Figur eine Entwicklung durch, die für mich nicht nachvollziehbar war. Es gibt den "vorher" Robin. Depressiv, suizidal und alkoholkrank. Und es gibt den "nachher" Robin. Clean und noch immer völlig verliebt in Alicia. 


Alicia.

Ich hatte keine Verbindung zu ihr.
Was vielleicht daran liegt, dass sie sich nicht von ihrer beste Seite zeigt. Das beginnt schon in der ersten Szene und zieht sich durch das gesamte Buch. Immer dann wenn es Robin schlecht geht, zum Beispiel nach einem Suizidversuch. Alicias Reaktion ist vorsichtig ausgedrückt unglücklich. Sie sieht sich permanent als Opfer und drückt sich in jedem möglichen Moment wieder in diese Rolle. Eine extrem toxische Beziehung, die eben nicht nur durch den Alkohol und Drogenmissbrauch gekennzeichnet ist.
Bei meiner Arbeit im sozialen Bereich habe ich solche Dinge leider schon oft gesehen. Die Wechselwirkung zwischen Suchtkranken und nahe stehenden Personen, die diese Tatsache zu einem Problem, machen das sie selbst in die Opferrolle drängt. Für beide Seiten alles andere als schön und nur durch eine Therapie können beide da wieder raus kommen. Ob das aber zu einem Lovestory Happy End führen kann ...


Alle anderen Figuren zwar vorhanden, jedoch recht blass. Was okay ist, wenn es man bedenkt, dass es um die Liebe der beiden Protagonisten geht. 


Die Landschaft:


Alles rund um das Thema Berge ist übrigens super und mit viel Liebe umgesetzt. Darum konnte ich dem Buch für den Schreibstil und das Potenzial der Autorin zumindest ein paar Punkte geben. Und ich würde auch wieder etwas von ihr lesen. Immerhin ist das hier ein Debüt.


Die Rückblicke:


Gerade die Rückblicke in die Vergangenheit des Paares werden ständig eingeworfen und obwohl sie super emotional sein sollten, wirken sie eher eingestreut. Es gibt keine Einführung in die Rückblicke, nur ein Datum damit man sich ca. vorstellen kann wann es passiert ist. Das hilft jedoch nach der Frage des Warums weniger weiter. 

Dazu kommt, dass wir zu meist die schlechte Momente mit dem Paar teilen und erst weit hinten im Buch auch schöne Seiten beleuchten. Zu diesem Zeitpunkt war es zumindest bei mir jedoch schon zu spät und ich konnte mich nicht mehr hineindenken. Es fehlte mir einfach dieses Gefühl der großen Liebe, die auch diese Hindernisse mit Empathie und konstruktiven Verhalten überwindet. 

Das Ende: 


Zum Ende ergab sich für mich ein Kritikpunkt der auch schon größen wie Brittany C. Cherry und Bianca Iosovoni Punkte gekostet hat. 

Liebe heilt alles. 
Obwohl im gesamten Skript genau dieses Thema sehr schön umschifft wurde und ich die Hoffnung hatte, dass hier aufgezeigt wird, dass Liebe nicht alles ist und manche Beziehungen leider nicht funktionieren können, wurde es am Ende genau das. 
Alicia möchte nicht das Robin alleine auf den nächsten Berg steigt. Sie hat für sich selbst entschieden, dass es zu gefährlich ist und sie deswegen nicht dieses Risiko eingehen will. Dies überträgt sie auf Robin und stellt ihn vor die Wahl - und der verliebte Robin entscheidet sich für sie. Happy End. Drogen und Alkoholsucht sind plötzlich kein Thema mehr und kein Hindernis für die Beziehung.

Zusammengefasst: 


Einen Stern muss ich für das, sorry, aber grottige Lektorat und Korrektorat abziehen. Ich bin einiges gewöhnt, aber hier hatte die Autorin leider extrem Pech. Rechtschreib, Komma, Gramatik Fehler - und wenn mir die auffallen ist da was faul. Dazu ständige Wiederholungen von Wörtern und der Satzstruktur. Lektor wo bitte warst du?
Der zweite Stern geht für die unsympathische Alicia und die toxische Beziehung abhanden. 
Und der dritte für die Entwicklung der Geschichte die ich für mich nicht nachvollziehbar und mit den Erfahrungen in der Realität nicht vereinbar ist. 

Damit bleiben zwei Sterne übrig, für das eindeutige Talent der Autorin und die Grundidee der Geschichte. 


Für mich leider kein Buch das ich empfehlen kann, aber eine Autorin die sicherlich ihren Weg gehen wird.


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